09.12.2019 Fort Myers, Florida

Home schooling am Anfang des Tages, Strandtag mit Muschelsuche bis uns die Mücken erwischten am Abend und dazwischen ein Besuch der ehem. Winterresidenzen (heute Museum) von Thomas Alva Edison und Henry Ford - so verlief unser heutiger Tag. Mit dem Ziel der Gummiherstellung für Autoreifen untersuchte Edison verschiedenste geeignete Pflanzen, die nun in einem botanischen Garten in der Nähe der Winterhäuser der beiden Erfinder/ Entwickler zu sehen sind. Es war beeindruckend neben dem Model T von Ford und z.B. Glühlampen, Batterien sowie Phonographen (Geräte zur Tonwiedergabe mittels Walzen) von Edison zu stehen und die beiden Freunde überall auf Fotographien zu finden.

Vor dem Museumsbesuch kauften wir noch im Supermarkt alles Notwendige für ein Strandpicknick ein. Allerdings hatten uns die Mücken und die schnelle Dunkelheit nach Sonnenuntergang fest im Griff und wir verzogen uns zum Picknick ins Motelzimmer. Schade!

08.12.2019 Fort Myers, Florida

Mit ausführlichem Home schooling in Mathematik starten wir für beide Klassen heute wieder in den Tag. Am Nachmittag fuhren wir zu den Stränden der zu Fort Myers gehörenden Muschelinsel Sanibel. 

Zur Essenszeit am Abend fanden wir ein absolut außergewöhnliches Strandrestaurant mit südlichem Floridaflair. Der diesjährige Weihnachtsstollen zum 2. Advent war dann ein zuckersüßer sehr gehaltvoller Coconut Lime Pie, den wir alle nur zu ca. 25% schafften. Der Rest wartet in der Styroporbox auf die nächstmögliche Hungermeldung.

07.12.2019 Cocoa Beach, Florida -> Fort Myers, Florida

Fahrtag quer durch Florida: von der Atlantik- zur Golfküste

Die Golfküste scheint ein bißchen "ruhiger" zu sein, als die Atlantikküste. Deshalb entschieden wir uns, quer durch Floridas Hinterland wieder die Seiten zu wechseln. Kaum waren wir den Hotel-, Einkaufscenter- und Fast Food Ketten - Hochburgen entflohen, führte unsere Straße scheinbar endlos geradeaus vorbei an Orangenplantagen und Rinderfarmen. An den Wasserläufen, die ganz Florida zu durchziehen scheinen, entdeckten wir auch wieder einen faul am Rand liegenden Alligatoren. 

06.12.2019 Cocoa Beach, Florida

In der Ferne sahen wir einen Weißkopfseeadler und unmittelbar neben der Straße dessen Horst. An den unzähligen Wasserläufen, an denen wir heute vorbeifuhren, konnten wir sogar einige Babyalligatoren und deren große Familienmitglieder erkennen.

Oh nein, wir waren nicht in den Everglades, sondern wir besuchten das ca. 500 km² große Gelände der NASA und des Kennedy Space Centers, Cape Canaveral.

Dieser US-amerikanische Besuchermagnet war einfach genial organisiert und aufbereitet. Da gab es 3D-Kinos, interaktive Kinos, Simulatoren, viele gigantische Bilder aus dem Weltall sowie Raumfahrzeuge aller Art zum Anfassen und Erkunden. Am Ende erlebten wir in einem Raketensimulator den Start innerhalb einer bemannten Raumkapsel mit dem kompletten Programm an Geräuschen, Drehungen und Gerüttel. Als sich dann das "Dach" unseres Simulators öffnete und einen Blick auf die Erde und das umgebende All freigab, klammerte sich Johanna an Micha, da sie kurz glaubte, wir seien nun tatsächlich im Weltall. Wieder zurück auf der Erde sind wir nach 7h Kennedy Space Center völlig erschöpft und nicht mehr auffassungsfähig. 

Auch der Eingang zum letzten Space Shuttle "Atlantis" war bemerkenswert. Wir waren, per Kino rund um uns herum, Zeuge der Space Shuttle Entwicklung von der ersten Idee bis zum letzten Flug dieses mittlererweile aufgegebenen Programms. Am Ende flog "Atlantis" auf der Kinowand vor uns durch das Weltall und verschwand hinter einem Sternenvorhang. Als sich dieser Vorhang hob, stand vor uns die echte, nach mehreren Flügen auf die Erde zurückgekehrte "Atlantis". Wir konnten sie staunend betrachten, nahezu jedes verbliebene Element des Hitzeschildes und auch das Innere des Shuttles entdecken.

Im Apollo/ Saturn V-Zentrum berührten wir, wie wohl schon zig-tausende Besucher vor uns, ein winziges Stückchen Mondgestein und liefen an unzähligen Schaukästen mit dem Thema der verschiedenen Mondumrundungen bzw. -landungen vorbei, während über uns ein originalgetreuer Nachbau der Apollo 11 schwebte. Felix unterhielt sich mit einem amerikan. Ingenieur, welcher damals die Apollo 11 mit entwickelte und baute und während ihres Starts im Controll-Zentrum anwesend war. Direkt vor dem Apollo/ Saturn V-Gebäude war befand sich ein kleiner Park, dessen Bäume als Samen von Apollo 14 auf dem Mond ausgesetzt und von Apollo 15 als kleine Bäume wieder mit auf die Erde gebracht wurden. Wie diese Bäume wachsen konnten, ist mir völlig unklar. Als ich einen KSC-Mitarbeiter darauf ansprach, sagte er mir nur: Sie taten es.

Das ganze Gelände war immer und immer wieder auf das kommende Vorhaben und derzeitige Forschungsprogramm der NASA ausgerichtet: ein bemannter Flug zum Mars. Wir sahen Nachbauten unbemannter Marssonden, die bereits dort waren oder derzeit noch dort sind, flogen per Bildschirmsimulation dorthin und erfuhren viele interessante Details über einen zukünftig geplanten Marsflug. So soll beispielsweise in mehreren Stufen einen Art aufblasbarer Wohnraum für den Marsflug ins All geschossen werden. Der Flug zum roten Planeten wird nach Einschätzung der Experten ca. 6 Monate dauern. In diesen 6 Monaten werden die Astronauten in diesem aufgeblasenen Wohnraum essen, schlafen und vor allem Sport treiben, um die Muskulatur und Knochen zu erhalten. Erreichen die Astronauten nach den 6 Monaten den Zielplaneten, ist geplant 2 Jahre auf dem Mars zu leben und zu forschen bevor die Rückreise zur Erde beginnen soll. Da es zu aufwendig wäre, für diese lange Zeit Nahrungsmittel mitzunehmen, forscht die NASA auch daran, wie es gelingen kann, Nahrungsmittel an Bord der Raumfahrzeuge selbst zu züchten.

Ich muß ehrlich gestehen, wir warten schon gespannt darauf, Zeuge dieses ersten bemannten Marsfluges am heimischen Radio, per Zeitung oder per Internet zu werden.

Auch diesen Tag ließen wir wieder, wie jeden vorherigen ebenfalls, bei "unserem" Italiener in Cocoa Beach ausklingen. 

05.12.2019 Cocoa Beach, Florida

Ganz leise und unauffällig stieg heute die Rakete SpaceX Falcon 9 pünktlich zum geplanten Starttermin 12:29:21 Uhr am Horizont empor. Erst als sie bereits in großer Höhe war, hörte man im mehr als 10 mi entfernten Jettypark auch ein starkes Startgeräusch. 

Der gestrige abgebrochene Start war auf heute 12:29:21 Uhr verschoben. Wir kannten nun schon den Weg zum Jetty Park. Unterwegs querten noch etliche Pfaue die Straße. Wir fuhren kurz rechts ran, um erstaunt ein paar Fotos zu schießen. Um möglichst frühzeitig am geplanten Aussichtspunkt für den Raketenstart zu sein, frühstückten wir in dem parkeigenen Cafe. Nach ein bißchen Home schooling und einiger Aufregung von zu Hause konnten wir direkt von unserem Autostellplatz aus den Start am klaren Himmel beobachten bis die Rakete nach weniger als 10 Minuten nicht mehr sichtbar war. Es war unglaublich und atemberaubend den Start einer Rakete ins Weltall auf dem Weg zur ISS mitzuerleben. 

Zwei unserer Beobachtungsnachbarn hatten sich eine App auf Ihre Handys geladen, wodurch sie die genauen GPS-Daten der Rakete erhielten und somit ihre großen Kameraausstattungen genau ausrichten konnten. Auch Felix ließ sich diese App sofort geben. Ich hatte mich mit einem Hobbyfotographen unterhalten, dessen Frau bei der NASA auch heute arbeitete und die Ihrem Mann die konkreten Abschussdaten nennen konnte, damit er gute Aufnahmemöglichkeiten hatte. Wir hatten insofern, mit ein bißchen Glück, den perfekten Standplatz. Nun galt es nur noch voller Spannung zu warten. Da wir aufgrund der Packmaße mein Stativ von der Triton nicht mitnehmen konnten, diente mir die Autotür als Ablagemöglichkeit.

Als alles perfekt vorbereitet war, lag das Handy mit dem Countdown der NASA, sofort für uns alle einsehbar, auf dem Fahrersitz. In dem Moment als die Anzeige auf 00:00:00 stand, sahen wir auch schon am Horizont eine weiße schlanke Rakete mit Feuerschweif empor steigen. Kein Laut war zu hören. Minutenlang waren ausschließlich die Klickgeräusche der umgebenden Kameras wahrzunehmen. Dem Feuerschweif folgte auch erst in großer Höhe ein Kondensstreifen, welcher dann immer mehr zunahm. Irgendwann, kurz bevor die Rakete unser Blickfeld verließ, war nur noch der Kondensstreifen und kein Feuerschweif mehr sichtbar. Erst als überhaupt nichts mehr zu sehen war, unterhielten sich die versammelten Beobachter über das eben Erlebte wieder. Immer noch suchte aber jeder Anwesende den Himmel ab, um die Rückkehr der Boosters zu erkennen. Felix meldete irgendwann das Eintreffen dieser auf einem Schiff als Meldung in der App. 

Ein gigantisches Erlebnis!

Und wieder ließen wir den Tag am Strand, dieses Mal ohne spezielle Tiersichtungen, ausklingen. 

PS: Den Film zum Start (selbst gedreht und das offizielle Startvideo der NASA) gibt es auf Felix' Youtube-Kanal "Tritonreisen".

04.12.2019 Cocoa Beach, Florida

Pünktlich 2h vor geplantem Raketenstart befanden wir uns mit vielen anderen Wartenden im öffentlichen Jetty Park, Cape Canaveral. Nahezu jeder der Anwesenden stand mit seinem Handy in der Hand da und starrte auf eine spezielle InformationsApp der NASA bzw. auf den Handy-Countdown bis zum Start. Wir unterhielten uns mit Schweden, Schweizern und Niederländern, welche aufgrund des Raketenstarts ihre Urlaubsplanung gestaltet hatten. Auf dem Parkplatz sah man viele Autos mit kanadischen und unterschiedlichsten USA- Nummernschildern. Die Luft knisterte förmlich vor Spannung. Je näher die Startzeit kam, umso größere Kameraausstattungen wurden angeschleppt. Auch ein scheinbar kleinerer lokaler Fernsehsender war vertreten.

Während der Wartezeit auf einem etwas erhöht gebauten Steg für NASA-Beobachtungen oder Angler zog unter uns eine Wasserschildkröte ihre Bahnen.

Und dann kam, ca. 35 Minuten vor dem geplanten Starttermin, die ernüchternde Information als Sprachnachricht in der NASA-InformationsApp: der heutige Raketenstart muß aufgrund des Wetters abgesagt werden. Überall sah man die Menschen, wie sie wieder und wieder diese Sprachnachricht abhörten und irgendwann mit enttäuschten Gesichtern verschwanden. Auch wir warteten noch etwas und entschieden dann, zum unmittelbar benachbarten Strand zu gehen.

Bald schon ließ eine schöner Strandtag im kalten Florida die Enttäuschung vergessen. Micha und Felix entdeckten sogar einen Hai in Strandnähe, nachdem sie bei lokal aufgewühltem Wasser etwas genauer hinsahen. Als wir so gegen 16.00 Uhr den Strand verließen, konnten wir am Horizont drei springende Delfine erkennen. Auf dem Weg zum Parkplatz entlang eines Kanals zum Hafen von Cape Canaveral sah Felix noch spielende Delfine vor dem Bug eines einlaufenden Kreuzfahrtschiffes. So endet wieder ein schöner Tag in Florida.

Abends bestätigte mir eine Ortsansässige, daß die momentan herrschenden Temperaturen weit unter den normalen erwarteten Werten für diese Jahreszeit liegen. Da wollten wir doch nur endlich mal in die Wärme und selbst Florida umfängt uns mit kalten Werten! Irgendwann werden wir wahrscheinlich wieder unsere Fleeceschlafsäcke rausholen. Zumindest die Heizung läuft bereits auf Hochtouren.

03.12.2019 Clearwater, Florida -> Cocoa Beach, Florida

Vor ca. einer Woche fragte Felix einfach so während einer Autofahrt, ob wir nicht zu einem Raketenstart in Cape Canaveral sein könnten. Ok, ich versuche schon so einiges hinzubekommen, aber einen Raketenstart bei der NASA zu organisieren, hielt ich dann doch für unmöglich. Dennoch schaute ich mal im Startkalender derselben für 2019 nach und erschrak fast, als ich einen Starttermin für den 04.12.2019 12.51 Uhr entdeckte. Damals waren wir noch in Natchez. Also wurde kurzerhand die komplette Planung umgestellt, die eigentlich besagte, in Ruhe die nördliche Golfküste von Florida entlang zu trudeln. Micha überredeten wir zu einer 600 mi-Fahrt von Natchez, Mississippi über Alabama nach Crystal River, Florida innerhalb von 2 Tagen. Nur den Alligatoren aus den Sümpfen um New Orleans mußten wir absagen und fuhren los. Nun sind wir tatsächlich am Vorabend zum Start einer unbemannten Versorgungsrakete zur ISS in Cape Canaveral angekommen. 

Morgen hoffen wir, den Start von einem öffentlichen Park oder Strand in Cocoa Beach aus zu sehen und sind schon mächtig gespannt. Wir erkundigten uns heute noch im Kennedy Space Center nach guten Aussichtspunkten in der Umgebung und waren dadurch schon mal in dessen Eingangsbereich. Schon allein der Vorplatz des Kennedy Space Centers war großartig gestaltet. Die Zufahrt ist als Entfernungscountdown ausgeschildert. Kurz hinter dem Eingang sah man bereits ein Space Shuttle und mehrere Raketen auf dem Gelände stehen. Von einem morgigen Besuch des Space Centers selbst, riet uns allerdings eine Dame am Empfang ab, da morgen mit mehreren tausenden Besuchern gerechnet wird, und dadurch nahezu keine Chance besteht, die Ausstellungen und 3D-Kinos zu sehen. Sämtliche Plätze, wovon der Raketenstart direkt vom Gelände des Kennedy Space Centers zu sehen ist, seien sowieso schon seit langem ausgebucht oder morgen mit einer mindestens 5 stündigen Wartezeit verbunden.

Entlang der Zufahrtsstrasse zum Kennedy Space Center entdeckten wir Schilder, daß Schlangen und Alligatoren die Straße queren könnten und man vorsichtig fahren sollte. Das NASA-Gebiet befindet sich auf einer Insel inmitten einer sumpfigen Gegend. Sicherlich wurde allein aus Sicherheitsgründen diese Umgebung für die NASA-Basis gewählt, um so ungebetene Besucher abzuhalten, ohne Nutzung der offiziellen Zufahrtswege in das Gelände zu kommen. Wir werden zumindest keinesfalls freiwillig anhalten, um zu fotographieren oder kurz die Beine zu vertreten.

02.12.2019 Clearwater, Florida 

So sieht die Notaufnahme eines Krankenhauses in Clearwater, Florida aus.

Ja, wir besuchten heute das Clearwater Marine Hospital. Unzählige Male schauten wir zu Hause den Film "Mein Freund der Delfin" und dessen Teil 2. Es sind einfach zwei herzerwärmende Filme, die auf wahren Begebenheiten des Clearwater Marine Hospital beruhen. So wird im ersten Teil ein gestrandeter Delfin eingeliefert, dem aufgrund einer starken Verletzung durch eine Fischerreuse die Schwanzflosse amputiert werden muß. Dem Clearwater Marine Hospital gelingt es, dem Delfin "Winter" eine Prothese anzupassen, womit diesem Tier das Leben gerettet wird. 

Nun, wenn unser Weg schon nach Florida führte, wollten wir unbedingt auch "Winter" besuchen:

Auch andere tierische Helden der Filme, welche aufgrund zu starker Verletzungen oder Einschränkungen nicht mehr ausgewildert können, sahen wir. Wir durften sogar bei einem täglichen Training für "Winter" zuschauen und "Nicholas", einen anderen Delfin-Patienten, springen sehen. Nicholas wurde mit 6 Monaten von seiner Mutter getrennt und kam aufgrund eines sehr starken Sonnenbrandes ins Clearwater Marine Hospital. Delfine benötigen aber die Anwesenheit der Mutter in den ersten 7 Jahren, um alle überlebenswichtigen Techniken zu erlernen. Nicholas hatte diese Möglichkeit nicht. Nun lebt er als gesunder Delfin im Clearwater Marine Hospital. Da er für seine tägliche Ernährung nicht auf Jagd gehen muß, sondern einfach von den Tierpflegern und Volontären gefüttert wird, muß er zur Erhaltung seiner Muskulatur Sprungvorführungen für Touristen, wie uns, absolvieren.

Aber besonders hatte es uns "Rufus" angetan - ein Pelikan. Rufus ist in Wirklichkeit der weibliche Pelikan Ricky, kommt aus Südafrika und ist damit in Florida aufgrund der anderen Umwelt nicht überlebensfähig. Auch ist er bereits als junger Vogel von Menschen aufgezogen worden und hat es verlernt, sich in der Wildnis um Nahrung zu kümmern. Heute interagiert er oft mit den Tierpflegern im Hospital.

Es war ein sehr schöner Tag, welcher uns die Arbeit von einer solchen Tierrettungsstation näher brachte. 

Anschließend verbrachten wir noch eine wundervolle Stunde in nahezu eisiger Kälte am stürmischen Strand von Clearwater, sammelten Muscheln und liefen einfach an der Golfküste (Golf von Mexiko) entlang.  

01.12.2019 Crystal River, Florida -> Clearwater, Florida

Nach langer Suche sind wir vor drei Tagen endlich fündig geworden: Auch unsere beiden Kinder konnten an diesem 1. Dezember einen Schokoladenadventskalender  öffnen. Auf die Triton hatte ich zwei kleine Räuchermännchen von Johannas Patenonkel mitgenommen, um auf dem Atlantik ein bißchen Weihnachtsathmosphäre zu zaubern. Nun begleiten uns diese Beiden auch hier in Florida und wollten endlich qualmen. Aber in den Motels und Hotels müssen wir immer die Androhung einer Reinigungsgebühr unterschrieben, falls wir rauchen sollten und dadurch die Rauchmelder anspringen. Ergo, unser beiden Räuchermänner müssen noch etwas warten, bis wir sie mit Räucherkerzen füllen dürfen.

Nach unserem Selbstversorgerfrühstück im Hotelzimmer starteten wir in einen weiteren Fahrtag mit kurzer Unterbrechung im Hommossassa Wildlife State Park.

Dieser State Park dient dem Schutz und der Erhaltung von Floridas unsprünglicher Tierwelt, wovon heute bereits einige Exemplare vom Aussterben bedroht sind, w.z.B. der Florida Panther. Das schönste Erlebnis an diesem Parkbesuch war die 20 minütige Bootsfahrt vom Parkplatz bis zum Parkeingang. Unterwegs säumten viele Wasserschildkröten den Weg. Ein Otter schwamm uns voraus, während wir gemächlich unter Bäumen, behangen mit spanischem Moos, dahinglitten. 

Uns verwunderten die Heerscharen an Autos, die hier selbst am 1. Advent wieder in Bewegung waren. Dieses Land USA scheint nie zu schlafen. Da überall alles ohne ersichtliche Stadtplanung in die Breite gebaut wurde und wird, erstecken sich die Städte über viele Meilen. Einkaufszentren, Fast Food Ketten, riesige Pharmazie- und Supermärkte sind ausschließlich entlang der Highways angesiedelt und die Innenstädte von kleineren Orten sind nahezu leer bzw. nicht existent. Insofern wird von jedem das Auto bewegt, um selbst die kleinste Besorgung zu machen. Die Kolonne rollt weiter ...

Allen Bloglesern wünschen wir eine schöne Adventszeit 2019!