31.12.2019 Fontein Curacao

Silvester in der Karibik - daß ist Lebensfreude pur. Karibische Musik, wo man steht und geht, swingende Hüften, herausgeputzte Menschen und ausschließlich lächelnde Gesichter. Die mitgebrachten Fleece hatten wir schnell wieder zum Auto zurückgebracht: bei 26 Grad Celsius Außentemperatur wurden die nicht gebraucht.

Wir hatten in den vergangenen Tagen erfahren, daß die Insel auf der Pontonbrücke in Willemstad und den umliegenden Plätzen feiert. So war klar: dort wollten wir hin. Die zwei Stadtteile Otrabanda und Punda werden über die Pontonbrücke miteinander verbunden. Auf der Seite Otrabandas war seit Tagen eine Bühne noch mit weihnachtlicher Dekoration aufgebaut. In Punda steppt eh allabendlich, in den Straßenrestaurants des Brückenkopfes, der Bär. Wir parkten in Otrabanda, wo uns afrikanische Musik begrüßte. Später kamen noch allzu bunte Tanzgruppen dazu.

Und ständig tanzten alle Leute, ob schwarz oder weiß oder Latino auf den Straßen. Keine Füße standen still. Auf der anderen Seite in Punda heizte eine Band die Stimmung mit karibischer Musik an und tanzte dabei immer in die Restaurantbesucher rein, um sie zum Tanzen auf der Straße zu animieren, obwohl die eh schon gut gefüllt war. Wir hatten den Eindruck, die Musiker beider Seiten holten zwischen den Liedern keine Luft, eine Melodie jagte die nächste. Das absolute Highlight war für uns aber die Brücke selbst. Stundenlang standen wir auf ihr bzw. wechselten zwischen Otrabanda und Punda:

Eine Pontonbrücke, die sich öffnet, wenn Schiffe durchfahren, ob nun kleine private Yachten, Coastguard oder Kreuzfahrschiff - egal. Und wenn man während der Öffnung gerade auf der Brücke steht, fährt man eben mit. Eine solche Brückenfahrt hatten wir zwar schon öfters gesehen, schafften es aber noch nicht, zum richtigen Zeitpunkt da zu sein. Je nachdem, wieviele Schiffe oder wie groß die durchfahrenden Schiffe sind, kann eine Brückenöffnung schon mal bis zu einer halben Stunde dauern. Aber wen interessiert diese Wartezeit - man ist auf Islandtime. Ist die Brücke offen und man will die Seite zwischen den Stadtteilen wechseln, fährt eine Ersatzfähre. Oder man muß eben auf der Brücke stehend warten. Und heute, in der Silvesternacht, hatten wir Glück. Die Brücke klingelte kurz und schob sich aufdrehend weg vom Punda-Ufer. Damit es aber neben dem Zuschauen der Schiffsdurchfahrt nicht langweilig wird und die swingenden Hüften stillstehen müßten, wird die ganze Zeit über viele Lautsprecher karibische (oder die Tage vorher weihnachtliche) Musik eingespielt. Ist die Brücke wieder geschlossen, flammen über die komplette Brücke verteilt Lichterbögen ständig wechselnd in bunten Farben auf. Ein Schauspiel für Augen und Ohren!

Auf den Plätzen Otrabandas, den Straßen Pundas oder auf der Brücke selbst saßen viele Menschen mit Kind und Kegel auf mitgebrachten Sitzgelegenheiten (Klappstühlen oder Kühlkästen) und schlürften den Inhalt ihrer ebenfalls mit zur Brücke gezogenen Getränkekühlungen.

Gegen 23.30 Uhr suchten wir uns mit Klaus und Heidi ein Plätzchen auf der Brücke und warteten auf das Feuerwerk. Auch einige Boote schoben sich in recht überfülltem Zustand an die Brücke von beiden Seiten heran. Die Brücke füllte sich immer mehr, sodaß kaum noch ein freier Steh- oder Sitzplatz vorhanden war. Und dann schoß das von der Insel/ Stadt organisierte Feuerwerk unter knallenden Sektkorken in die Höhe. 

(weiter s. Januar)

30.12.2019 Fontein Curacao

Heute, am Montag, hatte das Sklavereimuseum nun wirklich geöffnet. Eine relativ kleine Ausstellung mit vielen Bildern und Zeitungsausschnitten und einer großen Menge an Ketten veranschaulichte den brutalen Umgang mit den Versklavten. Zunächst wurden sie in Afrika ihrem Stamm, ihrem Leben entrissen und mußten als erste Tortur bis zu Sammelhäusern bereits angekettet, in der Regel in Zweiergruppen, durch den Busch laufen. Von dort aus ging es zu weiteren Sammelstellen bzw. Gefängnissen an den Hafenorten wieder zu Fuß oder per Schiff, und immer angekettet mit Fuß-, Hals- oder Handfesseln. Beim Einschiffen auf die Sklavenschiffe kamen sie nackt und gebrandmarkt unter Deck, wo sie die ca. 10 Wochen dauernde Überfahrt auf engstem Raum verbringen mußten - ca. 70% überlebten. Die Überfahrt zu Überleben schien für uns aufgrund der Ausstellung fast unmöglich zu sein und dennoch schafften es viele. Kaum war die Schiffahrt über den Atlantik beendet, ließ man den Sklaven eine kurze "Erholungszeit", um den Marktwert zu erhöhen. Danach folgten Sklavenmärkte und weitere  Verschiffung der "Ware Mensch" zu neuen Sklavenmärkten, von wo aus die Käufer sie dann u.a. zu den Plantagen Nord Amerikas brachten. Aber auch hier auf Curacao wurden Sklaven z.B. zur Salzgewinnung in Salinen eingesetzt, wo sie nach ca. 5 Jahren aufgrund der Lebensumstände erblindeten. Die "Amortisation" war wohl schon nach 16 Monaten gegeben. 

Danach kehrte Stille und Diskussion unter uns Vieren ein. 

Später schlenderten wir dann noch kurz wieder durch Willemstadt, fuhren aber bald in unser Ferienhaus und beendeten den Tag ruhig, jeder in seine Gedanken vertieft. 

29.12.2019 Fontein, Curacao

Die Hitze macht uns unheimlich faul und träge. Heute wollten wir das Sklavereimuseum in Willemstad besuchen, standen aber vor verschlossenen Toren. Sonntags geschlossen. Viele Slavenschiffe der Ostindien-Kompanie landeten in Curacao an, um ihre "menschliche Ware" von hier aus nach Nord-, Mittel- und Südamerika zu verteilen. Ein privates Museum in Willemstad widmet sich dieser schrecklichen Zeit, die vom 17. bis ins 19. Jh. dauerte. Wir hätten gern mehr darüber erfahren, haben wir doch schon das weitere Leben der Sklaven und das ihrer Besitzer im Süden der USA etwas kennengelernt. 

Also schlenderten wir erneut durch die Gassen von Punda. Als uns die Hitze einfach zuviel wurde, sprang meine Familie kurzerhand von einem 1,5m hohen Steg ins Meer. Mangels Handtüchern, wir waren ja eigentlich nur auf einen Museumsbesuch eingerichtet, trocknete die Hitze bei einem kühlen Pina Colada alles wieder und wir konnten per Auto in ein Landhaus zum karibischen Essen fahren. Nun lassen wir den Tag ganz ruhig beim Sortieren von Fotos und beim Schreiben ausklingen.

28.12.2019 Fontein, Curacao

Die Gymnasialklasse tauchte ab, die Grundschulschlasse hatte keinen Durchblick - so boykottierten beide den anwesenden Lehrkörper während des Versuchs einer Mathestunde und nutzten eher den Pool. Bei dieser nachweihnachtlichen Hitze sind weder Schüler noch Lehrer wirklich lern- oder lehrbereit. Der Versuch scheiterte kläglich. 

Stattdessen fanden wir uns binnen Kurzem alle Vier im Pool wieder, um abzukühlen. Später beobachteten wir noch diesen kleinen, nur ca. 2,5 - 3 cm messenden Kerl am Gartenzaum:

In schillerndem Grün flog bzw. hastete er von Blüte zu Blüte und verschwand gleich wieder beim Nachbarn, um kurz darauf die Blüten am Rande unseres Hauses wieder zu kosten.

Gegen 14.30 Uhr setzten wir unser Abenteuer Curacao fort und fuhren zu einem Strand im Westen der Insel, wo die Fischer gegen diese Zeit ankommen, ihre Fische putzen und ausnehmen und die Reste ins Meer werfen. Darüber freuen sich dann die Meeresschildkröten und die Touris oder Einheimischen, die diese Möglichkeit nutzen, mit den Schildkröten zu schnorcheln und zu schwimmen. Als wir zu besagtem Strand kamen, war der Steg, an welchem die Fischerboote festmachen voller Menschen und auch im Wasser entdeckten wir viele Schnorchler. Doch erstmal bestaunten wir ausführlich den Leguan, der direkt vor unserem Auto saß, als wir gerade aussteigen wollten. Irgendwann trollte dieser sich und wir nahmen den schnellsten Weg ins Wasser. Als ich mich nach ein paar Schwimmzügen im Wasser hinstellen wollte, um Taucherbrille und Schnorchel zurechtzurücken, fand ich meine Füße versehentlich auf einem 80-100 cm großen Schildkrötenpanzer wieder. Schnell weg! Die Schildkröte schien das jedoch zum Glück nicht übel zu nehmen und schwamm mit ca. 10 Artgenossen noch lange um uns und andere Schnorchler herum, um auch wirklich alle Fischreste der Fischer zu finden.

Wir wollen dieses Erlebnis unbedingt nochmal wiederholen und in den verbleibenden Tagen wiederkehren. Wann schwimmt man schon mal mit Meeresschildkröten! Anschließend kehrten wir wieder bei unserer Bar in Westpunt ein, um alkoholfreien Pina Colada und Eis zu genießen und Baccalau-Stücke zu kaufen.

Zurück im Haus bereitete ich dann den Fisch mit Pasta zu. Die Pastapackung hatte ich bereits gestern geöffnet, um für Johanna Nudeln zu kochen. Quark und Kartoffeln gehören nicht zu ihren Leibgerichten. Nun schüttete ich den Rest der Nudelpackung ins kochende Wasser und es geschah genau das, was wir bereits in unzähligen Weltumseglerbüchern gelesen hatten: Myriaden kleiner schwarzer Fliegen (wie Essigfliegen) schwammen oben. Die zweite Nudelpackung, die noch komplett in Plastikfolie eingeschweißt war, konnten wir dann doch noch genießen. Unser Nachbar Klaus erklärte dieses Phänomen mit der Regenzeit, die gerade angefangen hat. Momentan laufen Klimaanlage und Ventilator auf Hochtouren, um die kleinen Viecher, die gern in Nasen, Augen und Ohren krabbeln, zu verscheuchen.

27.12.2019 Fontein, Curacao

Heute erfüllten wir einen Herzenswunsch von Felix. Ihm gehört seit mehreren Jahren ein kleines 2,30 m langes Schlauchboot, in welchem er in unseren vergangenen Segelurlauben immer in den Häfen unterwegs war oder so manchem ankommenden Boot beim Anlegemanöver oder bei der Leinenarbeit half. Damit liebt er es, vor dem Hafen Gleitfahrt zu fahren, wenn er die entsprechende Motorisierung nutzen darf. In deutschen Häfen darf er aufgrund seines Alters noch nicht unter Motor fahren, aber in Dänemark oder allen mit der Triton jetzt besuchten Ländern war das Alter egal. Bevor er allein mit Motor fahren durfte, verlangten wir aber vor 2 Jahren von ihm, daß er an einem Wochenendkurs zum Bootsführerschein See bei einer Dresdner Yachtschule  teilnahm, sich der Regeln auf dem Wasser bewußt wurde und auch die praktische Ausbildung auf der Elbe absolvierte. Er tat das mit viel Spaß. Mittlererweile faßten wir auch sehr großes Vertrauen in seinen doch eher rücksichtsvollen Fahrstil. Er weiß auch, wann er mal seine geliebte Gleitfahrt ausnutzen darf und wann eben nicht. 

Heute durfte er aber so richtig auf dem Wasser Gas geben und sich dabei in die Kurven legen. Sein ganz großer Wunsch einer Jetski-Fahrt ging in Erfüllung. Wir liehen für Micha und ihn gemeinsam für eine Stunde einen Jetski aus. Die Beiden wurden von einem Guide, welcher auf einem separaten Jetski fuhr, begleitet. Micha fuhr zunächst aus dem Hafen/ der Lagune raus über die offene See (bei ca. 1m hoher Welle). Die beiden lenkten dann in eine sehr große Lagune, das Spaanse Water ein. Da gab es den ersehnten Fahrerwechsel und Micha mußte sich nun an Felix festhalten. Die Rückfahrt über die offene See übernahm wieder Micha. 

Wir beiden Mädels genossen während dieser Zeit wieder einen nichtalkoholischen Pina Colada mit Eis in einer typisch karibischen Strandbar. 

Als wir unsere Männer nach dieser Stunde wieder in Empfang nahmen, waren beide völlig erledigt aber überglücklich und komplett naß. Sie sind wohl sogar teilweise von Wellenberg zu Wellenberg geflogen. Um erstmal wieder Luft zu holen, orderten beide ein Rieseneis mit ebenfalls einem nichtalkoholischen Pina Colada in der Innenstadt von Willemstadt, während dieses Mal wir Mädels allein unterwegs waren und durch die Sträßchen schlenderten. Der Ortsteil Punda von Willemstadt gefällt uns außerordentlich gut und wir können kaum genug davon bekommen, das Flair dieses Stadtteils zu geniessen.

26.12.2019 Fontein, Curacao

Die Hitze macht unheimlich träge. Aber wenigstens sind wir heute wieder mal in einen Nationalpark gefahren, mit dem Ziel, kleinere Strecken zu laufen. Doch die erbarmungslose Sonne von oben verkürzte auch noch die geplanten Laufstrecken auf ein absolutes Minimum. Wir besuchten den Shete Boca Park - einen Küstenpark an der Luvseite der Insel. Die See kochte förmlich aufgrund der Brandungswellen, die gegen eine zerklüftete Steilküste brausten.

Die anschließende Erholung von den Wegen in der Sonne suchten wir bei Pina Colada ohne Alkohol in Westpunt. Eine Chefin der dortigen Bar verkaufte uns auch noch frischen Fisch (Barracuda und Drabo) zum Abendessen.

Exkurs: Gerade jetzt, in der Weihnachtszeit, bekamen wir viele Grüße von Bloglesern - vielen Dank dafür! Wir werden auch in Zukunft daran festhalten, diesen Blog mit Leben zu füllen um auf diese Weise Freunde, Verwandte und Bekannte an unserem Abenteuer teilhaben zu lassen und freuen uns nach wie vor sehr über Leserzuschriften. 

25.12.2019 Fontein, Curacao

Nach langem Ausschlafen, Frühstück, Pool und einem Telefonat mit Freunden von Zuhause ging es zu den Flamigos, die hier in der Lagune einer ehemaligen Salzplantage leben. In Venezuela trocknen um diese Jahreszeit die Seen aus, wodurch diese Vögel zwischenzeitlich ein anderes Revier suchen. Curacao ist ja gerade mal 60 km der venezuelanischen Küste vorgelagert. 

Als ich diese Aufnahmen schoß, versank ich ganz langsam im Schlamm und hatte die Lacher meiner Familie auf meiner Seite, als ich versuchte, dem Schlamm meine Badelatschen wieder zu entreißen. Aber wenn ich schon so ca. 10 kg Kameraausstattung mit mir rumschleppe, nutze ich diese eben unter allen Umständen.

Jetzt kommen wir noch von einem ausführlichen Schnorcheln vom nahegelegenen Strand und werden in einer Stunde zum Christmas Buffett der Anlage gehen. Die Häuser im Villapark Fontein gehören alle einzelnen Eigentümern, welche sie teilweise untervermieten oder komplett selbst nutzen. Solche Wohnanalgen lernten wir schon vielfach in den USA kennen. In der Regel gehören dann zu solchen Wohnparks noch vereinzelt Restaurants. Durch Michas Segelfreund lernten wir diese Anlage hier kennen. Sonst verschlägt es eher wenige Touristen hierher.

24.12.2019 Fontein, Curacao

"Mama, das war viiiieeel zu kurz" - das waren Johannas erste Worte uns gegenüber nach einem ganz speziellen Aufenthalt für unsere Kinder im Sea Aquarium. Wir hatten Johanna zum Geburtstag das Schwimmen oder Schnorcheln mit Delfinen geschenkt. (Geschenke zum Anfassen und Spielen sind dieses Jahr eher schwierig, da alles von Packmasse und -maßen bestimmt wird.) Was Sie machen wollte, durfte sie mit Felix gemeinsam aussuchen. Da nun heute Weihnachten ist und unser Festtag komplett anders ausfällt als alle anderen Weihnachten zuvor, dachten wir, es wäre genau der richtige Tag, um Johannas Geburtstagsgeschenk einzulösen.

Nach mehrfachem Verfahren kamen wir irgendwann auch dort an, wo wir hin wollten. Zuerst organisierten wir das Schnorcheln mit Delfinen für unsere Beiden, dann begann auch schon die Seelöwenshow. Kurz danach saßen wir noch in einem zum Unterwasserobservatorium umgebauten Boot, sahen Flamigos und eine Haifütterung. Ständig fragte Johanna, wann es denn endlich soweit sei, zur Dolphin Academy zu gehen.

Zur Einführung des Schnorchel-Erlebnisses zeigte man uns einen kleinen Film, während die Kinder sich schon umzogen und mit dem Trainer trafen:

Die Verschmutzung der Meere nicht nur mit Plastik sondern auch mit Lautstärke hat seit 2005 expotentiell zugenommen. Die Meeressäuger benötigen zur Kommunikation und Futtersuche ihre Echoortung, die von den Geräuschen der Schiffsmotoren, Marinesonaren oder Erdölortungssystemen drastisch gestört wird, sodaß dadurch die Population der Meeressäuger stark reduziert wurde. Auch sorgen diese starken Geräusche, welche nicht zum natürlichen Umfeld gehören, zur Zerstörung verschiedener Organe der Meeressäuger und damit zu deren Tod. Um dem entgegenzuwirken, wurden bislang kleine Ozeambereiche als stille Zonen abgegrenzt.  - Wahrscheinlich ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein Anfang. (Vor längerer Zeit las ich den Reisebericht einer Ruderin, welche über den Atlantik ruderte, um auf die starke Geräuschverschmutzung der Meere hinzuweisen.) Gestern sahen wir in einem Supermarkt eine Plakataktion zum Thema Plastikverschmutzung der Meere. Danach werden 2050 die Ozeane aus mehr Plastikabfällen als aus Fischen bestehen. Eine kleine Insel im karibischem Meer, ein dritte Weltland - aber eine vielfache Sensibilisierung der Einwohner und Touristen bezüglich der Umweltveschmutzung gegenüber den Aktivitäten der USA.

Beim Delfinschnorcheln an sich hatten wir ein Riesenglück. Die normale Gruppenstärke bestand aus 6 Teilnehmern und drei Delfinen. Die Gruppe unserer Kinder bestand aus 3 Menschen und 3 Delfinen. Beide waren komplett begeistert, sich, umgeben von diesen lieb wirkenden Meerestieren, zu bewegen. Nun ist es einfach nur die Physiognomie, welche die Tiere lächeln und lieb wirken läßt. Ob sie wirklich Spaß haben, merkt man erst daran, wie sie mit den Schnorchlern interagieren. Es lief wunderbar. Uns, als Eltern war schon ein bißchen mulmig zumute, als die Beiden ins Wasser glitten und die Delfine sie scheinbar in ihre Mitte nahmen. Tauchte einer der Delfine ab, sah man seine Schwanzflosse in die Höhe zeigen. Kurz darauf zeigten ebenso die Flossen von Johanna und Felix nach oben. 

- einfach ein gelungener Ausflug-

 

16.00 Uhr fuhren wir wieder in unser Ferienhaus, um den alljährlichen Weihnachtskartoffelsalat (dieses Mal ohne schlesische Weisswürstchen) zuzubereiten und 19.00 Uhr in Westpunt einen Gottesdienst zu besuchen. Das war die einzige Information, die ich dem Internet nach längerer Recherche nach einem möglichen Kirchgang abgewinnen konnte. 30 min Fahrzeit nach Westpunt - und wir standen vor einer leeren Kirche. Aufgrund der Christnacht findet der heutige Gottesdienst erst 23.00 Uhr statt. Also machten wir unverrichteter Dinge kehrt, führten unsere kleine Bescherung mit Gegenständen aus dem Nossener Paket durch und geniessen derzeit einen ruhigen Weihnachtsabend bis wir gegen 22.30 Uhr erneut in Richtung Kirche aufbrechen wollen.

Wow, es ist 0.49 Uhr und wir kommen gerade vom GoDi. Nachdem wir zunächst wiederholt vor verschlossener Kirche standen, zeigte uns eine Dame den Weg zu einer weiteren Kirche, wo wir tatsächlich zur rechten Zeit ankamen. Die Kirche war stockduster, wir nahmen nur wahr, daß viele Menschen anwesend waren. Als auf karibische Art das Lied "in excelsis deo", begleitet von einer Band, erklang, ging das Licht an. Wir mußten feststellen, dass wir unter ca. 250 sich rhythmisch mitswingenden Menschen die einzigen Weißen waren. Alle waren im feinsten Zwirn gekleidet. Wir kamen uns mit der diesbezüglich mäßigen Ausbeute unserer  Koffer etwas underdressed vor. Es folgte ein Feuerwerk an Lebensfreude und Glaubensbekennung auf Papiamento oder Spanisch. Nur das "Papa nos" (Vater unser) konnten wir mitsprechen. Zwischendurch wurde viel geklatscht und gelacht. Der Gottesdienst bestand aus einer einzigen Abfolge von Aufstehen, Hinsetzen, Aufstehen, Abendmahl, Aufstehen, Hinsetzen, ... Gegen Ende wurde sogar noch von jungen Mädels eine Tanzdarbietung aufgeführt. Es war fantastisch und ein echtes Highlight unserer Reise - Gottesdienst einmal anders, karibisch!

23.12.2019 Fontein, Curacao

Die Hitze macht uns einfach faul. Nach einem ausführlichen Frühstück mit Poolbad davor und danach, schauten wir uns nochmal Willemstad an. Die Stadt ist einfach kunterbunt und wunderschön. In den 3 Stunden, die unser Parkticket anzeigte, waren wir zwar wieder in den gleichen Straßen und Sträßchen wie schon vor zwei Tagen unterwegs, hörten aber dieses Mal noch viel karibische Straßenmusik dabei. Zwei Kreuzfahrtschiffe hatten angelegt und schon erwachte Willemstadt zu einem bunten Treiben. Hatte uns die Stadt schon vor zwei Tagen gefallen, heute gefiel sie uns noch mehr.

Am Abend suchten Micha und ich noch eine Kirche in der Umgebung von Fontein, um für morgen Gottesdienstzeiten herauszubekommen. Leider standen wir jedoch vor verschlossenen Türen und kein Mensch war in der Nähe, um Fragen zu stellen. Schon seit zwei Tagen versuchen wir eine Antwort auf diese Frage zu erhalten und schaffen es nicht. Auch das Internet bietet keine Lösung. Dafür sahen wir aus der Ferne, während unserer Fahrt zur Kirche, ca. 20-30 Flamingos. Da unsere Kinder nicht mit dabei waren, fuhren wir nicht näher heran - diese Tiere wollen wir gemeinsam entdecken. 

Wir wünschen allen Bloglesern ein besinnliches und wunderschönes Weihnachtsfest!

22.12.2019 Fontein, Curacao

Noch schnell eine Geburtstagstorte für Johanna gezaubert und ab damit in den Kühlschrank, damit die Schlagsahne bei morgendlichen 28 Grad Celsius nicht ganz wegläuft. Als dann Johanna endlich aufwachte, war die Freude über ein Päckchen der Großeltern von daheim und die Torte groß. Die Hälfte davon verputzten wir noch vor dem Frühstück. Felix drängelte schon arg, endlich an einen der vielen und wohl wunderschönen Strände zu kommen, da er für Johanna noch eine Unterwasserschatzsuche vorbereitet hatte. Doch zunächst brauchten wir erstmal die Hilfe unseres Hausnachbarn Klaus, da ich uns aus dem Bad ausgesperrt hatte und es keine andere Möglichkeit gab, wieder hinein zu gelangen, als die Klinke komplett abzumontieren. Zum Glück hatte Klaus den benötigten Imbusschlüssel. Naja, wir fahren eben mit Räuchermännchen und BackCD in den Urlaub, andere eben mit einem Imbusschlüsselsatz. Danach kamen wir endlich los zum Strand Grote Knip. Türkisblaues Wasser, bunte Vögel und Fische sowie unzählige Korallenstücke fanden wir an diesem Strand vor.

Felix's Unterwasserschatzsuche sah vor, je eine Wasserflasche mit dem Teil einer Schatzkarte zu ertauchen, um danach am Strand den endgültigen Schatz auszugraben. Leider war die Brandung aber so groß, daß unsere vorbereiteten Flaschen mit den Kartenausschnitten nicht am Boden verblieben, sondern weggespült wurden. Also baten wir 5 Badegäste um Hilfe, die die Flaschen einfach unter Wasser in der Hand hielten, damit Johanna diese im Wasser finden konnte. 

Bild: Dieser kleine Kerl (ca. 1 m lang) huschte 3-4 m neben uns über den Strand, um sich dann einen Felsen fürs Sonnenbad zu suchen. 

Beim anschließenden Schnorcheln sahen wir die ersten kleinen bunten Fische und sogar eine rote Koralle. Als Micha nochmal mit Felix ins Wasser ging, erblickte er eine weiße Seeschlange. In Vorbereitung auf unsere geplante Reise mit der Triton hatten wir gelesen, daß wohl alle Seeschlangen giftig sind. Danach war uns ein bisschen mulmig, nochmal in blaue Nass abzutauchen. Wir packten unsere sieben Sachen, um den von Klaus besorgten Thunfisch im Ferienhaus zuzubereiten.

21.12.2019 Fontein, Curacao

Endlich mal wieder ausschlafen, ohne auf die Zuckeraufname- (Frühstücks-) zeiten der Motels achten zu müssen. Allerdings knurrte uns der Magen nach einem morgendlichen Sprung in den Pool mächtig. Wir schafften es ja nicht mehr, gestern noch etwas einzukaufen, also machten wir uns gleich danach mit unserem Hausnachbarn Klaus auf, einen Supermarkt zu suchen. Da Klaus schon eine ganze Weile hier lebt und schon fast ein richtiger Insular ist, fuhr er voraus und wir hinterher. Bei einem Supermarkt der französischen Kette Carrefour fanden wir dann das Frühstück, was wir suchten. 

Gestärkt begaben wir uns später auf Erkundungstour durch Willemstad und gingen auch endlich wieder einmal zu einem Friseur. Lange mußten wir uns durchfragen, bis wir diesen fanden. Unter sämtlichen Anwesenden waren wir die einzigen Weißen. Dem Friseur selbst machte es sichtlich Spaß die in den letzten 2,5 Monaten gewachsene Haarpracht von 3 Mitgliedern unserer Familie wieder zu zähmen. Anschließend fühlten wir uns bei der gefühlten Hitze mächtig erleichtert.

Willemstad werden wir noch einmal besuchen. Es ist eine wundervolle quirlige und bunte Karibikstadt (mit leckeren eisgekühlten Smoothies).

Heute mußten wir unbedingt nochmal zum Carrefour, um den Großeinkauf für unsere Selbstversorgerküche zu erledigen. Mit einem total überfüllten Einkaufswagen voll verlockender europäischer und spezieller Inselschmankerln fuhren wir schnell wieder nach Fontein. Die Klimaanlage voll aufgedreht und das Gaspedal durchgetreten, damit uns der Fischeinkauf während der Fahrt nicht schlecht wird. Während die Kinder im Pool badeten und ich unser Essen mit kleinen gekochten Curacao-Gurken und Fisch zubereitete, suchte Micha in einem Paket der Großeltern von Zuhause nach einer ganz bestimmten Weihnachtsplätzchenback-CD. Als wir die ersten Töne per Laptop erklingen ließen, waren unsere Beiden so schnell aus dem Pool heraus, wie wir es gar nicht für möglich gehalten hätten. Das war eine Freude! Derzeit schreibt Micha wieder der Familie, ich blogge und unsere Zwei backen Weihnachtsplätzchen in Badebekleidung - bei Weihnachsmusik und Räuchermännchenduft.

20.12.2019 Miami Springs, Florida - > Fontein, Curacao

Ja, ein neuer Abschnitt unseres Abenteuers beginnt. Wir sind schon ein bißchen USA-müde. Die Natur der USA war atemberaubend und wundervoll zugleich. Auch die Menschen begegneten uns alle zu 100% freundlich und hilfsbereit und wir haben die Zeit seit Mitte September hier sehr genossen. Und dennoch ...

Die Menschen gehen in unseren Augen mit ihrem wunderschönen Land nicht allzu nachhaltig um. Der Gedanke einer kleinsten Umweltorientierung, und mag es auch nur der der Mülltrennung oder gar -verminderung sein ist seit langem nahezu nicht vorhanden. Ganz zu schweigen von dem Einsatz alternativer Energien. Ist man in den Nationalparks unterwegs, erscheint es fast als Farce oder gar eine komplett andere Welt. Wenn man allerdings kurz darauf wieder in die Welt der Verschwendung eintaucht, glaubt man, zwei Gesichter dieses eigentlich wunderschönen Landes zu erkennen. Dazu kommt ein extrem krasser Gegensatz von Armut und Reichtum. Wir sahen ärmliche, ja ich mag es schon fast Behausungen nennen, in allen besuchten Landesteilen, die wir in diesem wirtschaftlich hochentwickelten Land nicht erwartet hätten. Armut und Reichtum sind hier oftmals nicht mal einen Straßenzug voneinander entfernt, sondern leben in unmittelbarer Nachbarschaft.

Wir lernten aber auch den starken Freiheitsgedanken der USA zu schätzen. Auch wurden wir überall mit offenen Händen empfangen und genossen die hiesige Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Kurzum wir wollen die Zeit in den USA nicht missen, trotzdem freuen wir uns erstmal auf neue Ufer und Erlebnisse.

Mit der Triton wollten wir zu dieser Zeit des Jahres ursprünglich in der Karibik sein. Unsere Johanna freut sich seit den ganzen Jahren der Planung und Diskussion auf einen Geburtstag bei bunten Fischen. Also galt ein Abstecher in die Karibik während der Weihnachtszeit als ungeschriebenes Gesetz. Wir hatten aber nicht den Mut dazu, karibische Inseln zu besuchen, die zu unserer Triton-Route gehört hätten. Deshalb suchten wir die Inseln unter dem Winde - die ABC-Inseln, welche unmittelbar der venezuelanischen Küste vorgelagert sind und weit südlich unserer Triton-Tour gelegen hätten. Nach einigen Recherchen entschieden wir uns für Curacao. Nach ca. 2h reiner Flugzeit landeten wir 16.00 Uhr auf dieser Insel bei bewölktem Himmel und 32 Grad Celsius. Eigentlich wollten wir nach der Ankunft gleich noch einen Supermarkt aufsuchen, was wir jedoch wegen der schnellen aufkommenden Dunkelheit und einer langen Warteschlange bei der Immigration unterließen. Wir mieteten hier ziemlich kurzentschlossen für ca. 14 Tage ein kleines Ferienhaus. Entscheidend für die Auswahl der Unterkunft war das Vorhandensein eines Backofens, da beide Kinder unbedingt Weihnachtsplätzchen in den kommenden Tagen backen wollen.  Ein Segelfreund von Micha empfahl uns diese Ferienhaussiedlung direkt in der Mitte der Insel. Nun hoffen wir hier ein kleines "Zuhause" nach den wechselnden Motelaufenthalten der letzten 5 Wochen zu finden.

Die Fahrt vom Flughafen hierher war gesäumt von karibischem Flair, einer Vegetation bestehend aus Palmen und Kakteen, und unzähligen Hunden, welche kein Zuhause haben. Mit gähnend leerem Magen suchten wir uns am späten Abend noch ein Restaurant und genossen neben einem herrlichen Essen unseren ersten Mojito.

19.12.2019 Miami Springs, Florida

Home schooling an einem verregneten Tag in Miami an dem nichts weiter passierte 

Mittag beim Honduraner ums Eck

18.12.2019 Miami Springs, Florida

Am Vormittag wollten wir per Taxi nach Little Havana fahren, als wir unser Ziel jedoch erreichten, baten wir den Taxifahrer gleich zum Bayside Market weiterzufahren. Leider war Little Havanna keinesfalls vergleichbar mit dem richtigen cubanischen Havanna, sondern glich einer normalen amerikan. Großstadtstraße bis auf einen kleinen Park, worin ältere Herren Domino spielten. Dazu kam, daß der Taxifahrer uns signalisierte, dass hier eine hohe Kriminalitätsrate herrscht. Der Bayside Market war eine Einkaufsmall Zentrum Miamis am Ufer des Atlantiks mit viel Trubel. Wir liefen noch ein bißchen nach links und nach rechts, um dann schnellstmöglich aufgrund Kopfschmerzen von Micha wieder ins Hotel zu fahren. Miami ist für uns eher enttäuschend. Öffentliche Verkehrsmittel für Individualtouristen sind nahezu nicht vorhanden, Hop on Hop off-Busse lassen incl. Hotelabholung nur 5h Zeit für eine Miami-Erkundung, wovon allein 3h reine Fahrzeit sind. Wenn man dann noch die restlichen 2h zum Teil wartend auf die Folgebusse verbringt, sind diese 2h wirklich sehr wenig. Insofern sahen wir darin kein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Selbst zu fahren kam für uns heute nicht infrage, da das Fahren in amerikan. Innenstädten sehr anstrengend ist und zudem noch unser Mietauto einen Ölwechsel-Bedarf ankündigt. Da wir das Auto aber am 20.12. abgeben müssen, wollen wir nicht wirklich einen Ölwechsel durchführen lassen.

17.12.2019 Key Marathon, Florida - Miami Springs, Florida

Ein letztes Selbstversorgerfrühstück mit Brötchen (!) im Motel - und schon starten wir in Richtung Miami. Da die heutige Fahrstrecke mal "nur" 110 mi betrug, gestalteten wir die Strecke, indem wir auf Grassy Key beim Dolphin Research Center anhielten und dort unsere erste Delfinshow erlebten. Es war fantastisch, diese Tiere, die wir bislang nur in der Ferne am Horizont aus dem Ozean oder vor in den Hafen einlaufenden Schiffen springen sahen nun so nah zu erleben. Einfach schön! Das Dolphin Research Center auf Grassy Key war, soweit ich das verstand, auch Filmort für den Film "Flipper".

Nun sind wir gerade im Hotel in Miami angekommen und ziemlich geschafft nach dem Fahren auf wiederholt 9 bis 10 spurigen Highways. Dieses Mal ließ uns unser Navi aber immer schön rechts abbiegen, während wir ja in LA ständig von der ganz rechten auf die ganz linke Fahrbahn wechseln mußten.

16.12.2019 Key Marathon, Florida

Home schooling und Pooltag

15.12.2019 Key Marathon, Florida

der 3. Advent 2019 - für uns ein Tag in Key West

Neben dem Haus von Ernest Hemigway und dessen Stammbar sahen wir uns noch die quicklebendige Innenstadt von Key West an. Lange unterhielten wir uns mit einem ehemals österreichischen Straßenmaler, der seine Bilder feilbot. 

In den frühen Abendstunden fuhren wir wieder nach Marthon zurück, um dort noch den Sonnenuntergang am Sombrero Beach zu erleben. Felix und Johanna schnorchelten noch, während ich am Strand auf eine portugiesische Galeere traf, deren Gift bei Hautkontakt tödlich sein kann. Aber wunderschön sah sie dennoch aus. 

14.12.2019 Key Marathon, Florida

und wieder nur ein fauler Tag am Pool mit home schooling

Allerdings war es heute Schülern und Lehrern einfach zu warm zum Mathematik und Deutsch pauken. Als in der "großen Pause", die dann auch gleichzeitig das Ende des heutigen home schooling bedeutete, ein Poolbad angesagt war, erblickte Felix vom Rand aus, einen Leguan in ca. 5 m Entfernung. Später half er noch einem Anglerboot fachmännisch beim Anlegen am Steg, welcher zur Motelanlage gehört.

Am Nachmittag kauften wir bei einem Fruchtstand Früchte der Region ein. Vorher genossen wir aber erstmal frische Kokosnuss.

Mit einem gebratenen Huhn, Brötchen aus dem Supermarkt und diesen Früchten hatten wir ein wunderbares Abendessen in der Unterkunft. Von den Anglern, welchen Felix heute früh geholfen hatte, bekamen wir noch frischen gebratenen Fisch. Lecker!

Zusatz: Wie bereits erwähnt, reisen drei kleine Erzgebirgsräuchermännchen von Johannas Patenonkel mit, um ein bißchen Weihnachtsstimmung in unsere diesjährige Adventszeit zu zaubern. Nun bemerkten wir am 01. Adevnt, als wir sie in der Unterkunft auspackten, daß von einem Männlein der Arm durch etwas unsanften Transport abgebrochen war. Gestern fand ich in der derzeitigen Motelanlage einen Hausmeister, der in mir den Eindruck erweckte, daß er Holzleim zur Verfügung hätte. Er guckte mein Räuchermännchen ein bißchen unverständlich an und fragte mich, was das sei. Ich: "A little smokeman." Er: " Ah, for Marihuana!" Ups, da hatte ich aber schnell etwas richtig zu stellen. Mich verwunderte, mit welcher Selbstverständlichkeit hier über Drogenkonsum gesprochen wird. In den USA ist in manchen Staaten der Drogengenuß legalisiert. 

13.12.2019 Homestead, Florida -> Key Marathon, Florida

Fahrtag entlang der Keys, die wir uns komplett anders vorgestellt hatten

12.12.2019 Naples, Florida -> Homestead, Florida

Endlich war es soweit - auf zur Alligatorsafari. Wir fuhren zunächst entlang der US 41, auch Alligator Alley genannt, und vermuteten hinter jeder Biegung einen die Straße querenden Alligatoren. Aber auf den den ersten 500 m nach der letzten größeren menschlichen Ansiedlung lagen zig tote Schlangen am Straßenrand. Vielleicht waren auch nicht alle tot, sondern nur am Straßenrand unterwegs. Auf jeden Fall war es sehr eigenartig an dieser riesigen Menge von Schlangen auf einer relativ kurzen Strecke vorbei zu fahren. Die ca. 100 mi lange Alligator Alley verläuft nicht nur durch die Everglades, sondern auf dem wesentlich größeren Streckenaschnitt durch das Big Cypress National Preserve. Als wir bereits von einem ca. 1 m erhöhten Plankenweg hinter dem ersten Visitor Center des Big Cypress schon die ersten zwei Alligatoren sahen, waren wir beeindruckt und erschrocken zugleich. Im Visitor Center gab man uns den Tipp, noch drei weitere Plankenwege entlang der Straße zu erlaufen. Schon beim zweiten Weg hörten wir auf, die gesichteten Alligatoren zu zählen. 

Nachdem beide Kinder im zweiten Visitor Center des Big Cypress Preserve wieder die Prüfung zum Junior Park Ranger ablegten, fuhren wir in den angrenzenden Everglades Nationalpark weiter. Wieder hielten wir zunächst am Visitor Center, um uns über den Park und mögliche Wege zu informieren. Da es bereits 16.00 Uhr war und wir ziemlich hungrig nach dem steten sehr schmalen Frühstück waren, entschieden wir uns gegen eine 2 stündige Tramfahrt entlang einer 25 mi langen Strecke durch die Everglades. Wir wollten stattdessen wiederholt einen Plankenweg entlanglaufen. So starten wir. Um auf den Plankenweg zu kommen, galt es, ein Stück Asphaltstraße entlang zu gehen. Nach ca. 10 m sahen wir links am Straßenrand 6 Babyalligatoren und einen "jugendlichen" Alligator. Felix sagte ziemlich trocken: "Gehe nie zwischen Tierbabies und deren Mutter." Ein kurzer Verständigungsblick unserer 4 Augenpaare genügte und ich lief schnell zum Visitor Center zurück, um Tickets für die letzte Tramfahrt des Tages zu erwerben. Schnell noch 4 Muffins dazu gekauft und schon mahnte die Tram zur Abfahrt. Wieder passierten wir die Stelle der Babyalligatoren und sahen dieses Mal auch die Mutter, die soeben vom Grund auftauchte - dieses Mal von der scheinbar sicheren Tram aus. Puh, wir waren uns einig, daß wir den Weg doch lieber nicht zu Fuß gegangen wären. Im weiteren Verlauf der Tramfahrt sahen wir noch eine große Anzahl dieser Urtiere unmittelbar am Straßenrand bzw. mit dem Schwanz auf der Straße. Wir sind einem Alligator, ohne dazwischen liegender Glasscheibe, noch nie so nah gewesen. Die Tram war offen gestaltet, nur aus Sitzen auf einer Platform befestigt bestehend.  

Das nahezu Schönste an dieser Tramtour waren jedoch diese unglaublich majestätisch wirkenden Reiher, die großen durch die Lüfte kreisenden Raubvögel oder eine in Florida allgegenwärtige Komoranart und noch viele andere mehr.

Seit 21.00 Uhr sind wir nun in unserem neuen Motel und lassen den Abend ganz ruhig ausklingen: Micha schreibt an die Familie, Felix sitzt am Handy, ich blogge und Johanna bastelt sich aus Kartons eine kleine "Puppenstube" für ihre in Disneyland/ Anaheim gekauften Figürchen.

11.12.2019 Naples, Florida

einfach ein fauler Tag am Pool

10.12.2019 Fort Myers, Florida -> Naples, Florida

Und noch einmal besuchten wir die Winterhäuser der Familien Thomas A. Edison und Henry Ford und schlenderten ausgiebig durch den wunderschönen Park, der die beiden benachbarten Häuser bis zur Wasserkante umgab. 

(Bild: Gummibaum)

Anschließend führte unser Weg nach Naples an der Golfseite Floridas. Wir planten nur eine Nacht hierzubleiben. Als wir aber unser Motel erreichten, entschieden wir spontan aufgrund der momentan anliegenden sommerlichen (endlich warmen) Temperaturen von mind. 31 Grad Celsius eine weitere Nacht zu verlängern. Felix und Johanna erteilten uns beiden Großen Schnorchelunterricht, da Micha bei den Manatees in Crystal River aufgrund von Kopfschmerzten nicht mit dabei war und ich einige Schwierigkeiten mit dem Schnorcheln hatte, als der Boden unter den Füßen schwand und Wasser in die Brille kam. Am Ende eines ausgedehnten Strandspazierganges während der Sonnenuntergangszeit wollten wir noch etwas Essen, fanden allerdings keinen Parkplatz, da alle Straßen wegen eines Weihnachtsumzuges blockiert waren. Also kauften wir unser Abendessen im Supermarkt und setzten uns an den moteleigenen Pool, wo wir umgeben von riesigen Strelizien und Palmen verschiedenster Arten den Tag ausklingen ließen. Momentan sind beide Kinder nochmal im Pool verschwunden.

09.12.2019 Fort Myers, Florida

Home schooling am Anfang des Tages, Strandtag mit Muschelsuche bis uns die Mücken erwischten am Abend und dazwischen ein Besuch der ehem. Winterresidenzen (heute Museum) von Thomas Alva Edison und Henry Ford - so verlief unser heutiger Tag. Mit dem Ziel der Gummiherstellung für Autoreifen untersuchte Edison verschiedenste geeignete Pflanzen, die nun in einem botanischen Garten in der Nähe der Winterhäuser der beiden Erfinder/ Entwickler zu sehen sind. Es war beeindruckend neben dem Model T von Ford und z.B. Glühlampen, Batterien sowie Phonographen (Geräte zur Tonwiedergabe mittels Walzen) von Edison zu stehen und die beiden Freunde überall auf Fotographien zu finden.

Vor dem Museumsbesuch kauften wir noch im Supermarkt alles Notwendige für ein Strandpicknick ein. Allerdings hatten uns die Mücken und die schnelle Dunkelheit nach Sonnenuntergang fest im Griff und wir verzogen uns zum Picknick ins Motelzimmer. Schade!

08.12.2019 Fort Myers, Florida

Mit ausführlichem Home schooling in Mathematik starten wir für beide Klassen heute wieder in den Tag. Am Nachmittag fuhren wir zu den Stränden der zu Fort Myers gehörenden Muschelinsel Sanibel. 

Zur Essenszeit am Abend fanden wir ein absolut außergewöhnliches Strandrestaurant mit südlichem Floridaflair. Der diesjährige Weihnachtsstollen zum 2. Advent war dann ein zuckersüßer sehr gehaltvoller Coconut Lime Pie, den wir alle nur zu ca. 25% schafften. Der Rest wartet in der Styroporbox auf die nächstmögliche Hungermeldung.

07.12.2019 Cocoa Beach, Florida -> Fort Myers, Florida

Fahrtag quer durch Florida: von der Atlantik- zur Golfküste

Die Golfküste scheint ein bißchen "ruhiger" zu sein, als die Atlantikküste. Deshalb entschieden wir uns, quer durch Floridas Hinterland wieder die Seiten zu wechseln. Kaum waren wir den Hotel-, Einkaufscenter- und Fast Food Ketten - Hochburgen entflohen, führte unsere Straße scheinbar endlos geradeaus vorbei an Orangenplantagen und Rinderfarmen. An den Wasserläufen, die ganz Florida zu durchziehen scheinen, entdeckten wir auch wieder einen faul am Rand liegenden Alligatoren. 

06.12.2019 Cocoa Beach, Florida

In der Ferne sahen wir einen Weißkopfseeadler und unmittelbar neben der Straße dessen Horst. An den unzähligen Wasserläufen, an denen wir heute vorbeifuhren, konnten wir sogar einige Babyalligatoren und deren große Familienmitglieder erkennen.

Oh nein, wir waren nicht in den Everglades, sondern wir besuchten das ca. 500 km² große Gelände der NASA und des Kennedy Space Centers, Cape Canaveral.

Dieser US-amerikanische Besuchermagnet war einfach genial organisiert und aufbereitet. Da gab es 3D-Kinos, interaktive Kinos, Simulatoren, viele gigantische Bilder aus dem Weltall sowie Raumfahrzeuge aller Art zum Anfassen und Erkunden. Am Ende erlebten wir in einem Raketensimulator den Start innerhalb einer bemannten Raumkapsel mit dem kompletten Programm an Geräuschen, Drehungen und Gerüttel. Als sich dann das "Dach" unseres Simulators öffnete und einen Blick auf die Erde und das umgebende All freigab, klammerte sich Johanna an Micha, da sie kurz glaubte, wir seien nun tatsächlich im Weltall. Wieder zurück auf der Erde sind wir nach 7h Kennedy Space Center völlig erschöpft und nicht mehr auffassungsfähig. 

Auch der Eingang zum letzten Space Shuttle "Atlantis" war bemerkenswert. Wir waren, per Kino rund um uns herum, Zeuge der Space Shuttle Entwicklung von der ersten Idee bis zum letzten Flug dieses mittlererweile aufgegebenen Programms. Am Ende flog "Atlantis" auf der Kinowand vor uns durch das Weltall und verschwand hinter einem Sternenvorhang. Als sich dieser Vorhang hob, stand vor uns die echte, nach mehreren Flügen auf die Erde zurückgekehrte "Atlantis". Wir konnten sie staunend betrachten, nahezu jedes verbliebene Element des Hitzeschildes und auch das Innere des Shuttles entdecken.

Im Apollo/ Saturn V-Zentrum berührten wir, wie wohl schon zig-tausende Besucher vor uns, ein winziges Stückchen Mondgestein und liefen an unzähligen Schaukästen mit dem Thema der verschiedenen Mondumrundungen bzw. -landungen vorbei, während über uns ein originalgetreuer Nachbau der Apollo 11 schwebte. Felix unterhielt sich mit einem amerikan. Ingenieur, welcher damals die Apollo 11 mit entwickelte und baute und während ihres Starts im Controll-Zentrum anwesend war. Direkt vor dem Apollo/ Saturn V-Gebäude war befand sich ein kleiner Park, dessen Bäume als Samen von Apollo 14 auf dem Mond ausgesetzt und von Apollo 15 als kleine Bäume wieder mit auf die Erde gebracht wurden. Wie diese Bäume wachsen konnten, ist mir völlig unklar. Als ich einen KSC-Mitarbeiter darauf ansprach, sagte er mir nur: Sie taten es.

Das ganze Gelände war immer und immer wieder auf das kommende Vorhaben und derzeitige Forschungsprogramm der NASA ausgerichtet: ein bemannter Flug zum Mars. Wir sahen Nachbauten unbemannter Marssonden, die bereits dort waren oder derzeit noch dort sind, flogen per Bildschirmsimulation dorthin und erfuhren viele interessante Details über einen zukünftig geplanten Marsflug. So soll beispielsweise in mehreren Stufen einen Art aufblasbarer Wohnraum für den Marsflug ins All geschossen werden. Der Flug zum roten Planeten wird nach Einschätzung der Experten ca. 6 Monate dauern. In diesen 6 Monaten werden die Astronauten in diesem aufgeblasenen Wohnraum essen, schlafen und vor allem Sport treiben, um die Muskulatur und Knochen zu erhalten. Erreichen die Astronauten nach den 6 Monaten den Zielplaneten, ist geplant 2 Jahre auf dem Mars zu leben und zu forschen bevor die Rückreise zur Erde beginnen soll. Da es zu aufwendig wäre, für diese lange Zeit Nahrungsmittel mitzunehmen, forscht die NASA auch daran, wie es gelingen kann, Nahrungsmittel an Bord der Raumfahrzeuge selbst zu züchten.

Ich muß ehrlich gestehen, wir warten schon gespannt darauf, Zeuge dieses ersten bemannten Marsfluges am heimischen Radio, per Zeitung oder per Internet zu werden.

Auch diesen Tag ließen wir wieder, wie jeden vorherigen ebenfalls, bei "unserem" Italiener in Cocoa Beach ausklingen. 

05.12.2019 Cocoa Beach, Florida

Ganz leise und unauffällig stieg heute die Rakete SpaceX Falcon 9 pünktlich zum geplanten Starttermin 12:29:21 Uhr am Horizont empor. Erst als sie bereits in großer Höhe war, hörte man im mehr als 10 mi entfernten Jettypark auch ein starkes Startgeräusch. 

Der gestrige abgebrochene Start war auf heute 12:29:21 Uhr verschoben. Wir kannten nun schon den Weg zum Jetty Park. Unterwegs querten noch etliche Pfaue die Straße. Wir fuhren kurz rechts ran, um erstaunt ein paar Fotos zu schießen. Um möglichst frühzeitig am geplanten Aussichtspunkt für den Raketenstart zu sein, frühstückten wir in dem parkeigenen Cafe. Nach ein bißchen Home schooling und einiger Aufregung von zu Hause konnten wir direkt von unserem Autostellplatz aus den Start am klaren Himmel beobachten bis die Rakete nach weniger als 10 Minuten nicht mehr sichtbar war. Es war unglaublich und atemberaubend den Start einer Rakete ins Weltall auf dem Weg zur ISS mitzuerleben. 

Zwei unserer Beobachtungsnachbarn hatten sich eine App auf Ihre Handys geladen, wodurch sie die genauen GPS-Daten der Rakete erhielten und somit ihre großen Kameraausstattungen genau ausrichten konnten. Auch Felix ließ sich diese App sofort geben. Ich hatte mich mit einem Hobbyfotographen unterhalten, dessen Frau bei der NASA auch heute arbeitete und die Ihrem Mann die konkreten Abschussdaten nennen konnte, damit er gute Aufnahmemöglichkeiten hatte. Wir hatten insofern, mit ein bißchen Glück, den perfekten Standplatz. Nun galt es nur noch voller Spannung zu warten. Da wir aufgrund der Packmaße mein Stativ von der Triton nicht mitnehmen konnten, diente mir die Autotür als Ablagemöglichkeit.

Als alles perfekt vorbereitet war, lag das Handy mit dem Countdown der NASA, sofort für uns alle einsehbar, auf dem Fahrersitz. In dem Moment als die Anzeige auf 00:00:00 stand, sahen wir auch schon am Horizont eine weiße schlanke Rakete mit Feuerschweif empor steigen. Kein Laut war zu hören. Minutenlang waren ausschließlich die Klickgeräusche der umgebenden Kameras wahrzunehmen. Dem Feuerschweif folgte auch erst in großer Höhe ein Kondensstreifen, welcher dann immer mehr zunahm. Irgendwann, kurz bevor die Rakete unser Blickfeld verließ, war nur noch der Kondensstreifen und kein Feuerschweif mehr sichtbar. Erst als überhaupt nichts mehr zu sehen war, unterhielten sich die versammelten Beobachter über das eben Erlebte wieder. Immer noch suchte aber jeder Anwesende den Himmel ab, um die Rückkehr der Boosters zu erkennen. Felix meldete irgendwann das Eintreffen dieser auf einem Schiff als Meldung in der App. 

Ein gigantisches Erlebnis!

Und wieder ließen wir den Tag am Strand, dieses Mal ohne spezielle Tiersichtungen, ausklingen. 

PS: Den Film zum Start (selbst gedreht und das offizielle Startvideo der NASA) gibt es auf Felix' Youtube-Kanal "Tritonreisen".

04.12.2019 Cocoa Beach, Florida

Pünktlich 2h vor geplantem Raketenstart befanden wir uns mit vielen anderen Wartenden im öffentlichen Jetty Park, Cape Canaveral. Nahezu jeder der Anwesenden stand mit seinem Handy in der Hand da und starrte auf eine spezielle InformationsApp der NASA bzw. auf den Handy-Countdown bis zum Start. Wir unterhielten uns mit Schweden, Schweizern und Niederländern, welche aufgrund des Raketenstarts ihre Urlaubsplanung gestaltet hatten. Auf dem Parkplatz sah man viele Autos mit kanadischen und unterschiedlichsten USA- Nummernschildern. Die Luft knisterte förmlich vor Spannung. Je näher die Startzeit kam, umso größere Kameraausstattungen wurden angeschleppt. Auch ein scheinbar kleinerer lokaler Fernsehsender war vertreten.

Während der Wartezeit auf einem etwas erhöht gebauten Steg für NASA-Beobachtungen oder Angler zog unter uns eine Wasserschildkröte ihre Bahnen.

Und dann kam, ca. 35 Minuten vor dem geplanten Starttermin, die ernüchternde Information als Sprachnachricht in der NASA-InformationsApp: der heutige Raketenstart muß aufgrund des Wetters abgesagt werden. Überall sah man die Menschen, wie sie wieder und wieder diese Sprachnachricht abhörten und irgendwann mit enttäuschten Gesichtern verschwanden. Auch wir warteten noch etwas und entschieden dann, zum unmittelbar benachbarten Strand zu gehen.

Bald schon ließ eine schöner Strandtag im kalten Florida die Enttäuschung vergessen. Micha und Felix entdeckten sogar einen Hai in Strandnähe, nachdem sie bei lokal aufgewühltem Wasser etwas genauer hinsahen. Als wir so gegen 16.00 Uhr den Strand verließen, konnten wir am Horizont drei springende Delfine erkennen. Auf dem Weg zum Parkplatz entlang eines Kanals zum Hafen von Cape Canaveral sah Felix noch spielende Delfine vor dem Bug eines einlaufenden Kreuzfahrtschiffes. So endet wieder ein schöner Tag in Florida.

Abends bestätigte mir eine Ortsansässige, daß die momentan herrschenden Temperaturen weit unter den normalen erwarteten Werten für diese Jahreszeit liegen. Da wollten wir doch nur endlich mal in die Wärme und selbst Florida umfängt uns mit kalten Werten! Irgendwann werden wir wahrscheinlich wieder unsere Fleeceschlafsäcke rausholen. Zumindest die Heizung läuft bereits auf Hochtouren.

03.12.2019 Clearwater, Florida -> Cocoa Beach, Florida

Vor ca. einer Woche fragte Felix einfach so während einer Autofahrt, ob wir nicht zu einem Raketenstart in Cape Canaveral sein könnten. Ok, ich versuche schon so einiges hinzubekommen, aber einen Raketenstart bei der NASA zu organisieren, hielt ich dann doch für unmöglich. Dennoch schaute ich mal im Startkalender derselben für 2019 nach und erschrak fast, als ich einen Starttermin für den 04.12.2019 12.51 Uhr entdeckte. Damals waren wir noch in Natchez. Also wurde kurzerhand die komplette Planung umgestellt, die eigentlich besagte, in Ruhe die nördliche Golfküste von Florida entlang zu trudeln. Micha überredeten wir zu einer 600 mi-Fahrt von Natchez, Mississippi über Alabama nach Crystal River, Florida innerhalb von 2 Tagen. Nur den Alligatoren aus den Sümpfen um New Orleans mußten wir absagen und fuhren los. Nun sind wir tatsächlich am Vorabend zum Start einer unbemannten Versorgungsrakete zur ISS in Cape Canaveral angekommen. 

Morgen hoffen wir, den Start von einem öffentlichen Park oder Strand in Cocoa Beach aus zu sehen und sind schon mächtig gespannt. Wir erkundigten uns heute noch im Kennedy Space Center nach guten Aussichtspunkten in der Umgebung und waren dadurch schon mal in dessen Eingangsbereich. Schon allein der Vorplatz des Kennedy Space Centers war großartig gestaltet. Die Zufahrt ist als Entfernungscountdown ausgeschildert. Kurz hinter dem Eingang sah man bereits ein Space Shuttle und mehrere Raketen auf dem Gelände stehen. Von einem morgigen Besuch des Space Centers selbst, riet uns allerdings eine Dame am Empfang ab, da morgen mit mehreren tausenden Besuchern gerechnet wird, und dadurch nahezu keine Chance besteht, die Ausstellungen und 3D-Kinos zu sehen. Sämtliche Plätze, wovon der Raketenstart direkt vom Gelände des Kennedy Space Centers zu sehen ist, seien sowieso schon seit langem ausgebucht oder morgen mit einer mindestens 5 stündigen Wartezeit verbunden.

Entlang der Zufahrtsstrasse zum Kennedy Space Center entdeckten wir Schilder, daß Schlangen und Alligatoren die Straße queren könnten und man vorsichtig fahren sollte. Das NASA-Gebiet befindet sich auf einer Insel inmitten einer sumpfigen Gegend. Sicherlich wurde allein aus Sicherheitsgründen diese Umgebung für die NASA-Basis gewählt, um so ungebetene Besucher abzuhalten, ohne Nutzung der offiziellen Zufahrtswege in das Gelände zu kommen. Wir werden zumindest keinesfalls freiwillig anhalten, um zu fotographieren oder kurz die Beine zu vertreten.

02.12.2019 Clearwater, Florida 

So sieht die Notaufnahme eines Krankenhauses in Clearwater, Florida aus.

Ja, wir besuchten heute das Clearwater Marine Hospital. Unzählige Male schauten wir zu Hause den Film "Mein Freund der Delfin" und dessen Teil 2. Es sind einfach zwei herzerwärmende Filme, die auf wahren Begebenheiten des Clearwater Marine Hospital beruhen. So wird im ersten Teil ein gestrandeter Delfin eingeliefert, dem aufgrund einer starken Verletzung durch eine Fischerreuse die Schwanzflosse amputiert werden muß. Dem Clearwater Marine Hospital gelingt es, dem Delfin "Winter" eine Prothese anzupassen, womit diesem Tier das Leben gerettet wird. 

Nun, wenn unser Weg schon nach Florida führte, wollten wir unbedingt auch "Winter" besuchen:

Auch andere tierische Helden der Filme, welche aufgrund zu starker Verletzungen oder Einschränkungen nicht mehr ausgewildert können, sahen wir. Wir durften sogar bei einem täglichen Training für "Winter" zuschauen und "Nicholas", einen anderen Delfin-Patienten, springen sehen. Nicholas wurde mit 6 Monaten von seiner Mutter getrennt und kam aufgrund eines sehr starken Sonnenbrandes ins Clearwater Marine Hospital. Delfine benötigen aber die Anwesenheit der Mutter in den ersten 7 Jahren, um alle überlebenswichtigen Techniken zu erlernen. Nicholas hatte diese Möglichkeit nicht. Nun lebt er als gesunder Delfin im Clearwater Marine Hospital. Da er für seine tägliche Ernährung nicht auf Jagd gehen muß, sondern einfach von den Tierpflegern und Volontären gefüttert wird, muß er zur Erhaltung seiner Muskulatur Sprungvorführungen für Touristen, wie uns, absolvieren.

Aber besonders hatte es uns "Rufus" angetan - ein Pelikan. Rufus ist in Wirklichkeit der weibliche Pelikan Ricky, kommt aus Südafrika und ist damit in Florida aufgrund der anderen Umwelt nicht überlebensfähig. Auch ist er bereits als junger Vogel von Menschen aufgezogen worden und hat es verlernt, sich in der Wildnis um Nahrung zu kümmern. Heute interagiert er oft mit den Tierpflegern im Hospital.

Es war ein sehr schöner Tag, welcher uns die Arbeit von einer solchen Tierrettungsstation näher brachte. 

Anschließend verbrachten wir noch eine wundervolle Stunde in nahezu eisiger Kälte am stürmischen Strand von Clearwater, sammelten Muscheln und liefen einfach an der Golfküste (Golf von Mexiko) entlang.  

01.12.2019 Crystal River, Florida -> Clearwater, Florida

Nach langer Suche sind wir vor drei Tagen endlich fündig geworden: Auch unsere beiden Kinder konnten an diesem 1. Dezember einen Schokoladenadventskalender  öffnen. Auf die Triton hatte ich zwei kleine Räuchermännchen von Johannas Patenonkel mitgenommen, um auf dem Atlantik ein bißchen Weihnachtsathmosphäre zu zaubern. Nun begleiten uns diese Beiden auch hier in Florida und wollten endlich qualmen. Aber in den Motels und Hotels müssen wir immer die Androhung einer Reinigungsgebühr unterschrieben, falls wir rauchen sollten und dadurch die Rauchmelder anspringen. Ergo, unser beiden Räuchermänner müssen noch etwas warten, bis wir sie mit Räucherkerzen füllen dürfen.

Nach unserem Selbstversorgerfrühstück im Hotelzimmer starteten wir in einen weiteren Fahrtag mit kurzer Unterbrechung im Hommossassa Wildlife State Park.

Dieser State Park dient dem Schutz und der Erhaltung von Floridas unsprünglicher Tierwelt, wovon heute bereits einige Exemplare vom Aussterben bedroht sind, w.z.B. der Florida Panther. Das schönste Erlebnis an diesem Parkbesuch war die 20 minütige Bootsfahrt vom Parkplatz bis zum Parkeingang. Unterwegs säumten viele Wasserschildkröten den Weg. Ein Otter schwamm uns voraus, während wir gemächlich unter Bäumen, behangen mit spanischem Moos, dahinglitten. 

Uns verwunderten die Heerscharen an Autos, die hier selbst am 1. Advent wieder in Bewegung waren. Dieses Land USA scheint nie zu schlafen. Da überall alles ohne ersichtliche Stadtplanung in die Breite gebaut wurde und wird, erstecken sich die Städte über viele Meilen. Einkaufszentren, Fast Food Ketten, riesige Pharmazie- und Supermärkte sind ausschließlich entlang der Highways angesiedelt und die Innenstädte von kleineren Orten sind nahezu leer bzw. nicht existent. Insofern wird von jedem das Auto bewegt, um selbst die kleinste Besorgung zu machen. Die Kolonne rollt weiter ...

Allen Bloglesern wünschen wir eine schöne Adventszeit 2019!