31.10.2019 Wickenburg, Arizona

Endlich/ Leider mal wieder ließen Kälte und Campgroundmöglichkeiten home schooling zu. Nach einem kampf- und arbeitsreichen Vormittag entdeckten wir am Nachmittag Wickenburg - die Rodeo-Hauptstadt schlechthin. Wickenburg entpuppte sich als eine für uns echte Western-Stadt, wie es westernmäßiger kaum vorstellbar ist.

30.10.2019 Clarkdale, Arizona -> Wickenburg, Arizona

Fahrtag durch grüne oder steppenartige Gebirge mit einer Paßhöhe bis ca. 2300 m, bei zunehmender Vielfalt großer Kakteenpflanzen (incl. Saguaro, dem Wahrzeichen Arizonas)

29.10.2019 Tusayan, Arizona -> Clarkdale, Arizona

Aufgrund der deutlichen morgendlichen Kälte beschlossen wir, flinke Füße in Richtung Süden zu bekommen und nicht noch einmal in den Grand Canyon NP zu fahren. Die Strecke führte durch den grünen, europäisch anmutenden Oak Creek Canyon nahe Sedona, wo wir ein wunderbares Kaffee mit heißer Schokolade und frisch gebackenen Cookies fanden. Davor hielten wir in Flagstaff, um uns das Museum of Northern Arizona mit Artefakten der unterschiedlichen Indianerstämme  anzuschauen. 

In Sedona hätten wir gern genauer angeschaut, fanden aber leider für unser WoMo mal wieder keinen Parkplatz. Also fuhren wir noch bis hinter Clarkdale weiter, wo wir jetzt in einem RV-Resort stehen. Gesäumt wird das Resort bereits von den verschiedensten Kakteen, die jedoch noch recht klein und jung sind.

Die Nacht soll hier minimal 0 Grad Celsius aufweisen. 

28.10.2019 Monument Valley, Grenze Utah/ Arizona -> Tusayan, Arizona

Schnee! Beim ersten Blick aus dem Fenster stellte ich fest - es hat geregnet. Ab warum laufen die Regentropfen nicht am Fenster runter, sondern sammeln sich am Rahmen zu einer ca. 10 cm dicken Schicht? Meine Familie rebelliert! Micha hielt mir soeben einen auf Papier gemalten Pinguin vor die Fensterscheibe. Eigentlich wollten wir heute in Monument Valley bleiben, aber der Schnee treibt uns südlicher. Zur Zeit beginnt der Himmel, sich blau einzufärben, die Sonne kämpft und es sieht fantastisch aus - rote Felsen von einer zarten Schneedecke überzogen.

Unser Wasseranschluß war eingefroren. Ein Nachbar half uns beim Lösen desselben vom WoMo. Den stocksteif gefrorenen Schlauch bugsierten wir dann samt vereistem Inhalt in die WoMo-Dusche zum Auftauen. Im Campground-Office wurden heiße Getränke und Cookies ausgeschenkt. Wir bauten noch schnell einen Minischneemann und starteten den Motor.

In einem Ruck fuhren wir bis zum Grand Canyon durch. Wir wußten zwar, daß es auch dort geschneit haben soll, konnten jedoch nicht ohne diesen Höhepunkt Arizonas den Westen der USA verlassen. Heute Nacht schlafen wir wieder in einem Motel vor dem Grand Canyon, in Tusayan, da die Nacht -10 Grad Celsius bringen soll. 

Von Daheim wurden wir heute früh nach unserer Schneemeldung ständig über die hier in der Nähe herrschenden Temperaturen informiert. Vielen Dank! In den nächsten Tagen wird es uns nun noch südlicher treiben. 

27.10.2019 Moab, Utah -> Monument Valley, Grenze Utah/ Arizona

Vor unserer Abreise fragte mich eine liebe Freundin zu Hause, ob ich auch Wintersachen einpacke. Meine Antwort war: "Ja, für kalte Nachtwachen." Heute brauchten wir die komplette Ausstattung über Skisachen bis Schals und Handschuhe. Wir standen 06.00 Uhr auf, um uns 08.30 Uhr mit unserem Guide zu treffen und unser UTV zu übernehmen. 

Ein UTV ist ein Allradfahrzeug ohne Fenster und Türen, bestehend nur aus Holmen, einer extrem starken Federung und 4 Schalensitzen. Die Insassen müssen Helme und Brillen tragen (um den Staub des Vorgängerfahrzeuges nicht in die Augen zu bekommen). Nach einer ca. 10 minütigen Einweisung schwang sich Eric (der Guide) auf sei Quad (ATV) und fuhr los - wir hinterher.

Es ging über Felsen, welche wir eigentlich nur als Wanderwege kannten, und wo man eventuell schon als Mensch Schwierigkeiten hat, diese zu erklimmen, über Sandpisten und durch Wasserstellen - wir hinterher. Manchmal sah ich, wie das Quad vor uns von Sandhügel zu Sandhügel kurz abhob bzw. wie sich Eric auf Sandpisten wie ein Bobfahrer bei der Winterolympiade in die Kurven legte - wir hinterher. Bei einem UTV kann sich aufgrund der besonderen Radaufhängung und starken Federung das Chassee von den Rädern abheben - so auch bei uns, allerdings mit dem Ergebnis: Bruch der rechten hinteren Radaufhängung. Trotzdem ging es mit unverminderter Fahrweise und Geschwindigkeit weiter. Das waren 2,5 h auf 25 mi Adrenalinschübe pur.

Da wir aufgrund der kalten Jahreszeit die einzigen Tourbucher waren, konnten wir auch die Fahrzeiten und Stopps bestimmen. Nach kurzen Anfangsängsten trieben wir bei jedem Halt Eric zur Weiterfahrt an.

Obwohl auch die Stopps zu Kurzwanderungen und zum Fotographieren phänomenal waren: ein 150 m langer natürlicher Felsentunnel oder echte Dinosaurierspuren, die Millionen von Jahren in Schlamm (heute zementartig) konserviert waren.

Übrigens das UTV verfügt nur über 2 Rad- oder Allradantrieb und dabei jeweils über die low oder high - Gangart. Dazwischen gab es nur noch das komplett durchgedrückte Gaspedal. Welche Variante anzuwenden ist, zeigte uns Eric während der Fahrt per Handzeichen. Wir nutzten lediglich die Version 2 oder 4 high.

Danach stiegen wir wieder in unser WoMo um und wollten am liebsten die gleiche Tour nochmal mit diesem Gefährt fahren. Aber wahrscheinlich hätte uns das der WoMo-Vermieter sehr übel genommen. Also entschieden wir uns doch für den Highway nach Süden in Richtung Monument Valley. In Bluff, Utah legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp ein und schauten uns ein teilweise original erhaltenes und teilweise nachgebautes Fort der ersten Siedler von 1880 in dieser Gegend an. In einen Kurzfilm erfuhren wir, daß die damalige Wagenkolonne für den Weg von Cedar City (Nähe Hurricane) bis Bluff auf dem kürzesten Wege 6 Monate brauchte. Wir absolvierten die Strecke mit Umwegen und Genießen in mehr als einer Woche. 

Zur Zeit befinden wir uns auf unserem Campground mit Blick zum Monument Valley im Abendrot. Die Nacht soll statt Minusgraden 6 Grad Celsius aufweisen, sodaß wir endlich mal wieder die Wasserleitung angeschlossen lassen.

26.10.2019 Moab, Utah

Und wieder ist eine Nacht vorbei, wo wir uns wie Fischstäbchen von Käpt'n Iglo fühlen. Die eigentliche Kälte kriecht immer erst gegen 6.00-7.30 Uhr unter die Decken. Sobald die Sonne dann wieder am Himmel erscheint, wärmt sie die Tage bis über 20 Grad Celsius. Nach dem Frühstück, wenn unsere Lebensgeister wieder aufgetaut sind, werden wir entscheiden, ob wir noch einen Tag hier in dieser wundervollen Landschaft verbringen oder endgültig den Weg nach Süden einschlagen.

Wir entschieden uns doch, noch bis morgen in dieser Gegend zu verweilen. Der Nationalpark Canyonlands lockte.

25.10.2019 Moab, Utah

ultimative Wanderung zum Delicate Arch

Zu Beginn des Weges waren überall um den gesamten Parkplatz herum Warnschilder aufgestellt, daß man mindestens 2 l Wasser pro Person mit sich führen sollte, da die Strecke ohne Schatten und mit relativ steilem, kraftraubenden Anstieg verläuft. Unsere gesamten bisherigen Wanderungen in den USA gingen wahrlich durch grandiose Gegenden und über wunderbare Trails. So gestaltete sich auch diese Tour wieder: dieses Mal über durchgängig roten Felsen und endgültig entlang eines Abgrundes, um noch um ein weiteres Felsmassiv zu umrunden. Phänomenal! Und dann war er da, der meistfotographierte Blick auf den Delicate Arch, das Wahrzeichen Utahs.

Nach dem Abstieg hielten wir wieder an dem Sand Dunes Arch, worin gestern Johanna bereits einen wunderbaren natürlichen Kletterspielplatz entdeckte. 

Als wir wieder kurz vor der Einfahrt des Campgrounds waren, entschieden wir zwei Großen, heute mal Essen zu gehen, statt WoMo-Küche. Gesagt, getan! Wir hielten beim erstbesten Anbieter und wurden zur letzten diesjährigen Canyonlands by night-Bootsfahrt eingelanden. Nach einem rustikalen Cowboy-Dinner mit Dutch-Oven-Gerichten, startete die Bootsfahrt in die Abenddämmerung hinein. 2 h fuhren wir durch die Nacht den Colorado entlang. Neben einer Lichtershow, die aus indianischen und Cowboy-Erzählungen bestand, wobei die Felsen des Colorado angestrahlt wurden, um das Kopfkino anzuregen, fanden wir bei Dunkelheit einen wahnsinnigen Sternenhimmel. Ganz deutlich konnten wir die Milchstraße erkennen. Wir hatten noch nie zuvor so viele Sterne gesehen. Dazu leise Westernmusik und abgeschaltete Bootsmotoren.

24.10.2019 Moab, Utah

Moab ist die Ausgangsbasis um den Arches NP zu erleben, zu erwandern und zu erklettern. So auch für uns. Wir fuhren los und schon in der Windows Section fanden wir perfekte "Kletter"möglichkeiten. Danach schauten wir uns noch den berühmten Delicate Arch aus der Ferne an und fuhren noch die gesamte Strecke über den Sand Dunes Arch bis zu Devils Garden ab. Und wieder verblüffte uns diese wunderbare Landschaft aufs Neue. 

Mit Schwimmen im beheizten Pool des Campgrounds bei einer Außentemperatur von unter 10 Grad Celsius beendeten wir den Tag. Und wieder frieren wir weiter. Wir wünschen uns alle in südlichere  Gefilde. Aber wenn wir uns schon die Nationalparks des Westens anschauen gehörte der Arches als nördlichster Punkt einfach dazu. Danach geht es nur noch in den Süden nach Arizona und dort in hoffentlich wärmere Gegenden. Micha und Felix kamen gerade von den Sanitärräumen zurück und warnten, dass wohl gerade der Pool oder ein Tank bewußt oder unbewußt abgelassen wird, sodaß wir morgen früh aufpassen sollten, nicht eventuell auf einer Eisfläche vorm WoMo auszurutschen. 2 bis 3 Tage planen wir noch in Moab zu bleiben und dann ab nach Süden!

23.10.2019 Torrey, Utah -> Moab, Utah

Weite, Unendlichkeit und eine unwirtliche Umgebeung - das waren heute die tagesbestimmenden Elemente. Zunächst waren wir noch im Capital Reef NP unterwegs. Torrey bildete den westlichen Eingang zum Park. Gegenüber der eher filigranen "Bauart" des Bryce Canyons wirkte der Capital Reef NP monumental. Nach Ausfahrt aus diesem NP ging es noch ca. 100 mi nordöstlich auf schnurgeraden Straßen durch wüsten- und steppenähnliche Umgebung bis Moab. Moab wird unser nordöstlichster Punkt der Reise durch den wilden Westen der USA sein.

22.10.2019 Tropic, Utah -> Torrey, Utah

09.00 Uhr wurden wir heute bereits wieder im Bryce Canyon erwartet - von 2 Pferden, welche unsere Kinder auf ihren Rücken durch den Canyon führen wollten. Johanna bekam Komantsche und Felix J.R. Auch hiervon kehrten Beide nach 1,5 h Ausritt wieder glücklich zurück.

Danach verließen wir das Gebiet des Bryce NP und fuhren am Rand des Grand Staircase Escalante NP auf der Route 12 entlang bis Torrey. Die Fotostops hörten auf dieser Strecke nicht auf. Zunächst verlief die Straße durch "steinerne Wellen", kurz darauf durch Nadel- und später durch gigantischen Birkenwald.

Die Natur entlang der Route 12 war wieder unglaublich. Wir konnten uns kaum sattsehen. Während wir in Maine an der Ostküste der USA eher Stachelscheine als Roadkill an der Straßenseite liegen sahen, fanden wir heute zwei tote Klapperschlangen auf der Straße.

21.10.2019 Tropic, Utah 

Bryce Canyon - was für eine großartige Natur! 

Wir begaben uns zum Visitor Center und erfuhren, daß seit heute der offizielle Park-Shuttle wegen Beginn der Wintersaison eingestellt wurde und man nur noch selbst durch den Park fahren konnte. Für uns als RV'ler (WoMo-Fahrer) beinhaltet das die Schwierigkeit, nicht immer Parkplätze zu finden. Nach dem dritten Anlauf hatten wir jedoch Glück und fanden bei unserem geplanten Wanderausgangspunkt einen Stellplatz. Start zur 4,5 km langen Canyontour entlang der Queens Garden Route über die Wall Street durch atemberaubende Felslandschaften. Den Namen erhielt die Route durch einen Felsen welcher der auf dem Thron sitzenden Königin Victoria ähnelte. Die Wall Street war ähnlich der Narrows im Zion Park (dieses Mal nur ohne Fluß), eine Felsenenge.

Als wir ziemlich geschafft diese kurze Wanderung beendet hatten, fuhren wir noch per WoMo sämtlich Aussichtpunkte bis zum Ende des Bryce NP ab. Obwohl wir heute wieder im Motel übernachten, fand unser Abendessen, wie gewohnt im WoMo statt. Derzeit hat Felix gerade Aufwaschdienst, Micha schaut seine Fotos des Tages an, Johanna kocht Micha einen Abendkaffee in der Kaffeemaschine und ich sitze auf dem Bett und blogge.

20.10.2019 Springdale, Utah -> Tropic, Utah

Bevor wir heute vom Campground in Springdale losfuhren, schlenderte zunächst noch eines dieser mules deer (Maultierrehe) über den Platz. An der Mautstation des Zion Park waren wir dann ein bißchen skeptisch, ob wir durch den Mt. Carmel Tunnel passen. Mir war nämlich komplett unklar, dass wir bei Bezahlung einer Extramaut für übergroße Fahrzeuge durch den Tunnel passen sollten, während ohne Zahlung es aufgrund unserer Höhe nicht gehen sollte. Das Ganze klärte sich direkt am Tunneleingang auf. Dort begutachtete uns ein Ranger und sprach etwas in sein Funkgerät. Kurz darauf wurden wir mit: "In der Mitte, bitte und Tschuss" losgeschickt. Wir mussten direkt auf dem Mittelstreifen entlangfahren, sodaß wir immer in der Mitte blieben. Der Tunnel wurde gebaut, als noch nicht von derart großen modernen Autos auszugehen war. Insofern wurde für große Autos gegen Zahlung der Extragebühr der Tunnel für den Gegenverkehr gesperrt. Alles klar!

Der Weg durch den Zion Park außerhalb des Tunnel war phänomenal.

Später fuhren wir über eine deutsche Bäckerei in Ordersville weiter in Richtung Bryce Canyon. Allerdings war ein Stop in der dt. Bäckerei Pflicht, um Mischbrot einzukaufen und Kuchen zu essen. 

Bereits im Vorfeld unseres Wildwest-Abenteuers wurden wir von verschiedensten Seiten darauf aufmerksam gemacht, daß die Gegend um den Bryce Canyon besonders kalt sein soll. Da unsere WoMo-Vermietstation fordert, bei unter -5 Grad Celsius komplett die Wassertanks und -leitungen zu leeren und wir so kein Wasser während der Nacht für Küchenbedarf oder Toilettenspülung zur Verfügung haben, entschieden wir uns, die nächsten zwei Nächte ein Motel zu beziehen. Wie wir vor den Motels in der Gegend erkennen können, sind wir nicht das einzige Womo, daß diese Entscheidung traf. 

Schon kurz beim Aussteigen am Zwischenstop Red Canyon merkten wir, wie empfindlich kühl es in dieser Gegend ist - und da war es noch früher Nachmittag! Plötzlich ragte aus der weiten Landschaft mit eher weißen Sandsteinbergen in der Ferne eine rote Bergschlucht - der Red Canyon - empor.

Atemberaubend!

Ansonsten war die heutige Fahrt gesäumt von riesigen Ranches mit Rindern, Pferden und auch Büffeln.

19.10.2019 Hurricane, Utah -> Springdale, Utah

ausführliche Wanderungen im Zion NP: Eigentlich wollten wir durch die Narrows gehen, was eine ca. 6 stündige Flusswanderung gewesen wäre. Als wir beim Ausrüstungsverleih jedoch erfuhren, dass die derzeitige Wassertemperatur gerade mal 3 Grad Celsius ist, fanden wir das doch trotz Neoprensocken und speziellen Wasserschuhen etwas zu kalt. Deshalb unternahmen wir einen zweiten Versuch, von einer anderen Seite aus zu den Upper Emerald Pools zu kommen. Der Kayenta Trail und der anschließende Upper Emerald Trail führte uns hin. Es lohnte sich!

Nach dieser ca. 3 stündigen Tour gelangten wir per Shuttle noch zum Temple of Sinawa, als Ausgangspunkt der Narrows Tour. Obwohl wir uns gegen die Flußvariante entschieden hatten, wollten wir wenigstens bis zum Startpunkt der Flußwanderung gehen und den sogenannten Riverwalk laufen.

Nun sind wir ziemlich k.o. und hatten das Glück noch den letzten Stellplatz in Springdale, dem Ausgangspunkt des Zion Nationalpark und dem Zugang zum Bryce Canon zu erhalten. 

18.10.2019 Hurricane, Utah

Home schooling, Minigolf und Poolnutzung auf dem Campingplatz.

In der Nacht zum Folgetag hatten wir tatsächlich wieder Frostgrade. Der Temperatursturz von Tag zu Nacht ist wirklich unglaublich!

17.10.2019 Hurricane, Utah

Zion NP: kurze Wanderung zu den Lower Emerald Pools 

Ich habe gelernt, wenn sich Menschen auf einem Weg in den Nationalparks stauen, sollte man nach Tieren Ausschau halten. Insofern taten wir das auch dieses Mal, als wir Menschenansammlungen sahen. Zunächst entdeckten wir Rehe mit ganz langen Ohren - Mule Deer. Später war es eine Schlange am Wegesrand. Irgendwann sagte Johanna ganz leise aber vehement Papa, Papa, ... Da Micha gerade fotographierte und dieses leise "Papa" nicht sofort wahrnahm, schrie ich auf, denn unmittelbar hinter ihm schlich sich eine Tarantel an. 

Der weiterführende Wanderweg von den Lower Emerald Pools zu den Upper Pools war leider aufgrund eines Erdrutsches geschlossen. Die Natur empfanden wir aber auch auf diesem kurzen Weg einfach als atemberaubend!

Da wir unsere geplante längere Wanderung wegen der Wegschließung nicht unternehmen konnten, war noch viel Tag am Himmel übrig, als wir zum Ausgangspunkt zurückkehrten. Auf dem Hinweg hatte ich Schilder bzgl. eines Rittes entlang des Sand Bench Trail gesehen. Johanna wünscht sich schon lange, endlich wieder zu reiten. Gesagt, getan. Kurzerhand meldeten wir beide Kinder zu einem 1h-Ritt an. Die Cowboys, die das Reiten organisierten und führten, lernten unsere Beiden als Top-Team kennen: einer (Felix) verstand die Sprache und der andere (Johanna) wußte zu reiten. Nach dem Ritt durch einen Bach/ Fluß und vorbei an Kakteen (Johanna mit nackten Beinen, da wir nicht auf den Ausritt vorbereitet waren) kehrten beide glücklich wieder zurück. Johanna ritt Moki und Felix Strawberry.

16.10.2019 Hurricane, Utah

Home schooling und kurze Fahrt nach Hurricane entlang des Quail Lake

15.10.2019 Las Vegas, Nevada - Hurricane, Utah

24 Tage haben wir das WoMo angemietet. Wohin es uns ab am 8.11. verschlägt, wissen wir noch nicht. Aber bis dahin wollen wir die Weiten und Naturwunder des Westens erfahren und durchwandern.

WoMo-Übernahme und Verproviantierung im Walmart. (Übrigens erklärte uns der WoMo-Vermieter, daß in Nevada bereits 12-Jährige eine Waffe tragen dürfen. Diese ist natürlich im Walmart in allen Ausführungen incl. Munition erhältlich. Die Flasche Wein, welche wir für uns kauften, durften unsere Kinder jedoch nicht von der Kassiererin übernehmen, sondern nur wir durften diese aus ihrer Hand empfangen.)

Danach ging es in die Wüste! Die Straße führte endlos durch Nevada geradeaus, bis an die Vegas umgebenden Berge heran. Durch die Berge hindurch folgten wir einer Schlucht und nach ca. 4h Fahrt, u.a. auch durch Arizona, kamen wir an unserem Campingplatz in Hurricane, Utah an.

Ich hatte schon viel über die Wüste und deren kalte Nächte gelesen. Aber das uns hier von Tag zu Nacht ein Temparatursturz von mehr als 25 Grad Celsius erwartet, war schon extrem. Am Tag empfanden wir die Hitze als fast erdrückend, während wir in der Nacht wieder mal mit Frostgraden zu kämpfen hatten. Aber zum Glück sind, nach Aussage der Campingplatzleitung, wenigstens die Klapperschlangen schon im Boden verschwunden.

14.10.2019 Las Vegas, Nevada

und wieder: Reizüberflutung pur

Heute bekamen wir auch die Bestätigung des WoMo-Vermieters. Ab morgen haben wir wieder ein kleines Zuhause, leben nicht mehr aus Koffern und auch das home schooling läßt sich wieder in den Tagesablauf integrieren. 

Morgens brachte uns der Stadtbus bis zum Excalibur, von wo aus wir den Strip nordwärts liefen. Las Vegas  - ein Meer an Exzessen jeglicher Art - mitten in der Wüste! Felix sagte: "Wenn man eine Weltreise machen will, braucht man doch nur nach Las Vegas zu fahren, und hat schon viel gesehen." Nun, zumindest konnten wir hier die Freiheitsstatue und den Eiffelturm aus der Nähe sehen, was uns am jeweiligen Original nicht gelang. In Las Vegas gibt es alles, und zwar im Überfluß. Abends erhielten wir aus der Verwandtschaft noch zufällig einen aktuellen Artikel aus der FAZ bezüglich dieser Stadt. Wie lange kann diese Ausreizung von Ressourcen noch gut gehen? Zumindest die FAZ beschrieb ein Endszenario.

Die Kinder hielten diesen Licht-, Reklame- und Überschußreizen nur bis Mittag stand, sodaß wir den Rest des Tages einfach nur am Hotelpool (!) verbrachten. Allerdings stießen wir hier wieder auf den extremen Sicherheitsgedanken der US-Amerikaner: Neben unendlich vielen Verbotsschildern saßen an einem doch recht kleinen Pool mindestens zwei Lifeguards, die ständig pfiffen oder den Zeigefinger erhoben, sobald ein Badegast nicht aufrecht oder waagerecht im Wasser stand/ lag. Jegliches einander Bespritzen, Kampeln, Springen oder Tauchen wurde sofort per schrillem Pfiff geahndet. Dazu kam, daß Kinder unter 12 Jahren nur max. 10 Minuten ohne zugehörigen Erwachsenen im Wasser sein durften. Dennoch tat es gut, einfach nur die Seele auszuruhen. 

13.10.2019 New York, NY -> Las Vegas, Nevada

Lange haben wir gegrübelt, wie wir unsere Reise nach dem Kurzstopp in New York fortführen. Definitiv wollten wir erstmal nicht mehr frieren. Also sollte es ab in die Südstaaten gehen, die ja auch eine logische Verbindung nach New York darstellen. Dennoch lockten auch die Nationalparks des Westens. Durch Internetrecherchen und Gespräche mit Stellplatznachbarn erfuhren wir, daß einige Nationalparks Ende Oktober bis Ende März ihre Aktivitäten (Campingplätze, Shuttlebusse, ...) einschränken und die Temperatur in den Nächten bereits bis zum Gefrierpunkt absinken können. Also entschieden wir doch, möglichst schnell in den Westen zu kommen. Im April wollten wir ja schon wieder auf der Triton sein. Also statt Wärme zu empfinden, entscheiden wir uns weiterhin unserem Motto "Wir frieren für viel Geld" treu zu bleiben.

Der Flughafen mit der besten Anbindung an die Nationalparks ist Las Vegas. Um jedoch das Jetlag in den Griff zu bekommen, planen wir einen Tag Las Vegas als Zwischenstopp.

Nun zunächst aber noch New York: Wir hatten nur bis 12.30 Uhr Zeit und erkundeten noch zu Fuß das Gebiet zwischen Times Square und Rockefeller Center.

12.10.2019 New York, NY

Heute wollten wir es etwas ruhiger angehen, um die Reizüberflutung nicht noch mehr zu steigern. Deshalb war unser Tagesziel eine Fährfahrt zu Liberty und Ellis Island. Leider war die Fährwarteschlange einfach unglaublich lang und wir verlegten unseren Weg wieder zum World Trade Center und dem 9/11 Memorial sowie später in Richtung Central Park. Nur bei der U-Bahn hatten wir da wohl etwas falsch verstanden. Unsere geplante Haltestelle wurde nämlich einfach ausgelassen. Also fuhren wir ein bißchen hin und her, um kurz darauf doch noch den Central Park zu erreichen. Auf dem Rückweg flanierten wir noch über die 5th Avenue - naja, eher ließen wir uns von den hier sich unentwegt bewegenden Menschenmassen mitschieben.

Später wollten beide Kinder unbedingt wieder stundenlang einfach am Times Square sitzen und die Atmosphäre geniessen, was wir auch ausführlich taten. Eine total verrückte Stadt!

Auf unserem Weg lag heute ein M&M-Geschäft, wo das Merchandising den M&M-Verkauf zum echten Event macht. Auf drei (!) Etagen wird der Kaufrausch für kleine bunte Schokolinsen angefacht. Selbst die Freiheitsstatue grüßte in Form einer überdimensionalen grün ummantelten Schokomurmel. Um dem Ganzen aber noch eins drauf zu setzen, war im Nachbargeschäft, einem Christmas Shop, der Baumbehang in politisch korrekter Ausführung erhältlich (Weihnachtsbaumbehang mit dem Konterfei des Präsidenten oder New-Yorker-Symbolen und der Landesflagge). 

11.10.2019 New York, NY

Sobald Johanna heute die Augen aufschlug, sagte sie: "Jetzt habe ich New York bei Nacht gesehen, jetzt will ich wissen, wie New York bei Tage aussieht." Und los gehts ...

Reizüberflutung pur! Über New York gibt es schon unzählige Berichte und Bilddokumentationen, was bleibt da noch zu beschreiben - die Stadt ist einfach unglaublich. 

Nach einem Frühstück irgendwo in der Nähe des Times Square suchten wir den Weg zum Empire State Building und fuhren/ stiegen bis zur 86. Etage. Schon allein die Gestaltung der Warteschlange und der Fahrstuhlfahrt waren sensationell. Der Rundblick über Down- und Uptown war es nicht minder. Im Anschluß verbrachten wir noch eine lange Zeit am 9/11 Memorial World Trade Center. Vor knapp 20 Jahren standen Micha und ich noch auf einem der beiden Zwillingstürme. Heute befindet sich dort ein sehr sehr eindrucksvolles Memorial. 

Nach kurzem Verweilen auf der Wall Street schlugen wir dann den Rückweg ein. Johanna freute sich wahnsinnig auf das 19.00 Uhr beginnende Musical Aladdin. Für beide Kinder war dieses Feuerwerk an Farben und Kostümen ein absolutes Highlight unserer New York - Zeit.

10.10.2019 Plymouth, MA -> New York, NY

Kaum hatten wir unser WoMo in Lakeville abgegeben, mieteten wir uns einen gut gefederten Subaru, womit wir zum La Guardia -Airport New York fuhren, um von dort per Taxi zum Hotel zu kommen. Auf diese Weise erreichten wir New York zwar nicht auf eigenen Kielen, aber auf kurzzeitig eigenen Rädern.

Natürlich ging es abends noch zum Times Square, um New York "zu fühlen". Felix' erstes Wort, nachdem er aus dem Hotelfenster sah: "Guck Dir mal den Mist an!" Wobei er mit "Mist" nichts Negatives meinte, sondern einfach nur überwältigt war. Johanna war nach einer Stunde völlig platt und konnte nicht mehr.

09.10.2019 Plymouth, MA

Packtag, da wir morgen bereits 10.00 Uhr das WoMo im ca. 45 min entfernten Lakeville abgeben müssen. Nachdem wir 2 Koffer (incl. Paddelboot und Hängematte) sowie die Paddel im US Post Office abgaben, um mit etwas weniger Gepäck fortan unterwegs zu sein, erkundeten wir bei massivem Dauerregen noch die Pilgrims Plantation. Dort konnten wir viel über das Leben der ersten Siedler aus England sowie das der Natives/ Indianer erfahren.

Da es tatsächlich Sturzbäche vom Himmel goß, waren wir nahezu allein unterwegs und konnten so die widrigen Umstände, mit denen die ersten Siedler hier zu kämpfen hatten "hautnah" kennenlernen. Anschließend waren wir trotz Regenjacke und -hose bis auf die Haut durchnäßt. 

Und draussen tobte der Ozean!

Es war trotz der Nässe ein wunderschöner und informativer Tag. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, sich mit echten Nachkommen des hier früher ansässigen Indianerstammes zu unterhalten. Denn das waren sie tatsächlich - echte Nachkommen der Natives.

Um abends unsere durchweichten Sachen zu trocknen, beschäftigten wir den Trockner des Campingplatzes im Dauerlauf.

Seit ca. 2 Wochen schauten wir uns an den Abenden im WoMo, je nach Internetverfügbarkeit, Daniel Boone - Filme an, um dass Leben der Siedler in dieser Gegend durch Hollywood kennenzulernen. Dadurch waren natürlich auch beide Kinder extrem gespannt auf die Pilgrims Plantation und konnten in diesem Interaktivmuseum viele Parallelen zu den Filmabenden finden.

08.10.2019 Plymouth, MA

Gleich früh baten wir die Rezeption des Campingplatzes um einen Anruf bei der hiesigen Whale Watching Gesellschaft, ob heute Whale Watching angeboten wird. (Ja, wir müssen die Rezeption um einen Anruf bitten, da wir quasi telefonisch von der Außenwelt abgeschnitten.) Als uns dies bestätigt wurde, buchten wir diesen Ausflug auf den Atlantik. Nach ca 1,5 h Fahrt bei ca. 20 kn (Wir schafften mit der Triton gerade mal 1/4 dieser Geschwindigkeit!) sahen wir das erste Blas. Insgesamt konnten wir einige Male 3 unterschiedliche Humpback Whales (Buckelwale) sehen, wovon 2 stets als "älteres" Pärchen unterwegs waren. Wie uns im Nachhinein der Kapitän erklärte, wurde dieses Paar erstmals 1978 gesichtet. Es war fantastisch zu sehen, wie erst das Blas auf das jeweilige Tier aufmerksam machte, dann sah man die Rückenlinie und einen weißen Schimmer der Unterseite im Wasser und irgendwann erhob sich die Schwanzflosse, um anzukündigen, dass das Tier wieder majestätisch in die Tiefe abtaucht. 

Wir waren alle 4 völlig begeistert. Wir wollten eine derartige Tour eigentlich bereits in Gloucester, Neuenglands Hauptstadt des Waltourismus, durchführen. Dort wurde uns die Buchung allerdings aufgrund zuviel Wind und Welle abgesagt. Deshalb waren wir richtig froh, nun einen zweiten Versuch starten zu können.

Es mag komisch klingen, aber endlich scheinen wir in unserer Auszeit, die ja mit ziemlich viel Pleiten, Pech und Pannen anfing, anzukommen. Seit den Wanderungen im Acadia-NP kehrt etwas Ruhe und Entspannung ein. Es ist aber schon ein bißchen komisch, momentan ohne jegliche Vorbereitung unterwegs zu sein. In New York, habe ich mir fest vorgenommen, für die nächste Etappe einen Reiseführer im Buchgeschäft zu kaufen. Bisher misslang mir dieses Vorhaben, da Reiseführer im Papierformat scheinbar als überholt gelten. Da wir jedoch nur beschränkt Internetzugang haben, sind wir auf örtlich ausliegende Prospekte und Hinweise der Visitor Center angewiesen. Es klappt, obwohl jeglich Planung damit nur sehr begrenzt möglich ist. Zum Glück erhielten wir auch von Ellen und Bob und Freunden zuhause ein paar Informationen. 

07.10.2019 Gloucester, MA -> Plymouth, MA

Fahrtag nach Plymouth, MA 

06.10.2019 Gloucester, MA

Wir wollten nach Schularbeiten und Koffer packen den Küstenweg entlang nach Rockport fahren. Dieses Vorhaben mußten wir jedoch unverrichteter Dinge beenden, da wir mit unserem WoMo nirgends einen geeigneten Parkplatz fanden. 

Exkurs Camping in den Neuenglandstaaten: Die Dichte der Campingplätze ist recht hoch, scheint doch diese Art von Outdoor-Aktivität ein Volkssport in diesem Teil der USA zu sein. Die Amerikaner selbst fahren in der Regel mit riesigen Wohnmobilen (in Reisebusgröße) oder Wohnanhängern herum. Die Wohnanhänger sind auf die Pritschen der Pickups angedockt, oder hinter den WoMo's werden die eigenen Pkws per Anhängevorrichtung hinterhergezogen. Die neueren Modelle der Behausungen selbst lassen sich auf alle nur erdenklichen Arten "stretchen". Bis zu 5 ausfahrbare Erker haben wir gezählt. Da jeder WoMo-Camper auf diese Weise stets über eine Auto verfügt, sieht man außer den Touristen, die in der Regel mit veralteten, nicht ausziehbaren Modellen unterwegs sind, kein WoMo auf Erkundungstour. Die Straßenbreite und die Besitzverhältnisse der Grundstücke lassen ein einfaches kurzes Parken am Straßenrand nicht zu. Die Straßen selbst sind teilweise in sehr desolatem Zustand. Überall bieten Schilder "Adopt a Highway" auf Kauf eines 2 Meilen-Straßenabschnittes an. Hat man dann den Campingplatz erreicht, meldet man sich in dessen Büro an und bekommt einen Platz zugewiesen. Zu dem entsprechenden Platz wird man dann durch einen Begleitservice im Golfcaddy geleitet, obwohl der einfache Hinweis auf einer Papierkarte völlig ausreichend ist. Da sämtliche Amerikaner per eigenem Auto auf dem Campingplatz flexibel sind, fahren hier einige auch mit diesem zu den Sanitärräumen. Wir haben es auch schon oft gesehen, dass aus Anhängern oder integrierten Klappen im WoMo ein eigenes Golfcaddy herausgeholt wird. Auf jedem Platz gibt es für diese Golfcaddies eigene Regeln. 

05.10.2019 Ashland, NH -> Gloucester (Cape Ann), MA

Fahrtag nach Gloucester in Cape Ann, Massachusetts. Unterwegs hielten wir noch am Science Center Squam Lake, um endlich Schwarzbären zu sehen. Da wir in 3 Wochen im Schwarzbärengebiet (allein in NH gibt es ca. 6000 Tiere) keinen sahen, konnten wir nun endlich in einer Art Reha-Klinik für Tiere 2 Exemplare sehen. Wir hätten so ziemlich auf jedem Campground die Chance gehabt, Schwarzbären zu begegnen. Dazu wäre nur nötig gewesen, den Müll über Nacht draussen zu lassen und zu beobachten, was passiert. Dieses Vorhaben wurde jedoch stets über Verbotsschilder wegen Lebensgefahr strikt untersagt. Die Bären wären nämlich geradewegs nach erfolgter Mahlzeit ins WoMo eingebrochen. So zumindest erklärte es uns ein Campwart in den White Mountains. 

Nun sind wir an der Küste, wieder in MA. Das WoMo müssen wir am 10.10. südlich von Boston abgeben. Damit wir anschließend nicht ohne Dach überm Kopf und ohne fahrbaren Untersatz dastehen, buchte ich heute bis 13.10. ein Hotel in New York. Wie wir allerdings nach New York kommen sollen, ist noch unklar.

04.10.2019 Ashland, NH

Nach einem ausführlichen Frühstück (dieses Mal im WoMo) und home schooling eroberten wir die Polar Caves. Das sind Höhlen, welche durch Felsverschiebungen und Stapelungen während der Eiszeit entstanden. Nachdem wir uns durch diese Höhlen quetschten, können wir uns nun auch vorstellen, wo Bären Winterschlaf halten. 

Apropos Eiszeit: erneut Frostgrade. Natürlich hat unser WoMo auch eine Heizung. Aber diese ist erstens extrem laut, sodaß wir uns stets zwischen Wärme und Schlaf entscheiden müssen. Und zweitens funktioniert sie auf Gasbasis. Wir sind dann doch etwas ängstlich, sie nachts laufen zu lassen. 

03.10.2019 North Conway, NH -> Ashland, NH

Die erste Frostnacht ist überstanden. Der Leitspruch unseres Neuenglandaufenthaltes wurde reaktiviert: Wir frieren für viel Geld! Irgendwann haben wir uns dennoch am Morgen aus unseren Fleeceschlafsäcken geschält. Nach der täglichen Haushaltsarbeit incl. Wäsche waschen rangen wir uns dann zu einem Frühstück im Freien, bekleidet u.a. mit Mützen und Handschuhen, durch.

Aus dem heute geplanten home schooling wurde aufgrund der Kälte und der beengten Verhältnisse im WoMo wieder nichts. Wir starten bei blauem Himmel und endlich gefärbtem Laub erneut auf den Kancamagus Highway. Dies ist eine Paßstrasse durch die südlichen White Mountain. Um das nun tägliche Wandern beizubehalten liefen wir den Lovequist Trail um einen Bergsee. Zum ersten Mal lernten wir einen Wanderweg entlang eines Waldweges, und nicht über Felsen, kennen.

Bevor wir dann über den Kancamagus-Pass (2855 ft - 87m) fuhren, stoppten wir noch zu einer erneuten kurzen Wanderung an den Sabbaday Falls. 

Als wir den Kancamagus Hwy. in Lincoln/ Woodstock beendeten, suchten wir (Micha, Felix und ich) dringend einen Friseur. In Lincoln fanden wir einen und parkten voller Erwartung. Wir verließen das WoMo und mußten feststellen, dass unser Fäkalientank ausläuft. Da wir diesen Zustand nicht so akzeptierten, suchten wir einen Campingplatz, um den Tank zu leeren und fuhren nach Ashland weiter. Die Dame im Campground Office vermittelte uns sogar noch einen 13 mi entfernten Friseur in Meredith. Gegen 20.15 Uhr erreichten wir unseren Stellplatz wieder. Felix entdeckte, daß es ganz leicht schneit ... Aktuell regnet es zwar wieder, aber die Temperaturen liegen erneut um den Gefrierpunkt.

Exkurs WoMo: Unser WoMo muß im ersten Leben eine Kutsche gewesen sein. Es hat nahezu keine Federung. Bei den hier in den USA vorherrschenden doch eher schlechten Straßen, geht während der Fahrt laufend irgendein Schrank oder der Kühlschrank auf. Sitzt man unterwegs im hinteren Bereich, befürchtet man, daß das Fahrzeug jeden Moment auseinander fällt. 

Immer wieder erhalten wir teilweise unerwartete und auch regelmäßige wunderbare Zuschriften von Bloglesern, welche uns sehr viel Freude bereiten. An dieser Stelle möchten wir uns dafür einfach mal bedanken.

02.10.2019 Naples, Maine -> North Conway, NH

Als wir heute früh aufwachten, mußten wir feststellen, hier nahezu allein zu sein. Wieder im Bärengebiet!

Und es regnet weiter. Die Kinder und ich versuchten heute früh, nochmal im See zu baden. Wir stellten den Versuch jedoch schnell wieder ein. Inzwischen sind die Nächte sehr sehr kalt geworden und wir sind mächtig froh, uns in Bath mit Fleeceschlafsäcken ausgestattet zu haben. Aber der Anblick des ruhigen Sees in der Morgendämmerung hatte uns die Kälte der Nacht tatsächlich vergessen lassen. Nur, als die kleinen Zehen das Wasser berührten, legten wir den Rückweg ein. Nur Felix wagte sich wesentlich weiter.

Ziel des Tages war heute eigentlich seit längerem mal wieder ein ausgiebiger home schooling-Tag, aber wie wir das in einem engen WoMo bei Regen durchführen sollen, ist uns nicht so ganz klar. Insofern packen wir gerade wieder unsere 7-Sachen zusammen und werden nochmal in die White Mountains fahren.

Wir fuhren den Kancamagus-Highway ein Stück entlang und wanderten wieder (dieses Mal im Bärengebiet). Als wir zum Start der Wanderung entlang des Boulder Trails aus dem WoMo ausstiegen wurden wir mit Plong, Plong, Plong von jeder Menge Eicheln "überfallen. Ja, es ist eben Herbst. Als das überstanden war, wanderten wir einen 3 mi Rundweg. Hier verlaufen wirklich alle uns bislang bekannten Wanderwege über Felsen bzw. über durchaus anspruchsvolle Strecken. Kurzum, wir brauchten für 3 mi fast 3 Stunden und waren völlig erledigt - aber schön war es dennoch. Und wieder einmal rannten wir der nahenden Dämmerung förmlich davon, da wir für einen 3 mi-Weg nun wirklich nicht mit derart viel Zeit gerechnet hatten.

Heute Nacht soll zum ersten Mal Frost herrschen. Wir packten vorsichtshalber schon mal unsere Wintersachen aus, welche wir für kalte Nachtwachen auf der Triton generell mit eingepackt hatten und die wir nun hier im Winter zu nutzen dachten. So wird es eben bereits der 3. Oktober, an dem wir mit Mütze, Schal und Handschuhen den Tag als "Wintercamper" verbringen werden. 

In North Conway, New Hampshire suchten wir wieder den Campground auf, den wir vor ca. 1 Woche verlassen hatten. Wir wollten in den Abendstunden den Kancamagus Highway nicht weiterfahren, um dieses Highlight der White Mountains doch in vollem Umfang lieber bei Tageslicht am nächsten Tag geniessen zu können. 

01.10.2019 Bar Harbour, Maine -> Naples, Maine

Nach einem schönen Frühstück im Log Cabin Restaurant zu sechst, verließen wir das Acadia-Gebiet, um entlang der Küste südwärts zu fahren. Unser erstes Ziel sollte Camden sein. Allerdings regnete es den ganzen Tag. Irgendwann musste das ja auch mal passieren. Ich habe den letzen Regen auf dem Ijsselmeer, NL in Erinnerung. Seitdem regnete es, wenn überhaupt nur in den Nächten.

Wir stoppten dennoch in Camden und schauten uns Hafen und Hauptstrasse an. Das war nun ein wirklich schönes Neuengland-Küsten-Städtchen.

Da wir danach den angepeilten Campground in der Nähe des Nachbarortes Rockford verpaßten, entschieden wir, diesen Regentag zum reinen Fahrtag zu machen. Also sollte unser Ziel wieder der Sebago Lake bei Naples werden. Wir hatten diesen State Parc Campground einfach in richtig guter Erinnerung. 

Ich vergaß bislang: Auf den Straßen Maines sahen wir jede Menge Stachelschweine als Roadkill. Schade, wir hätten sie lieber lebend mal in der Wildnis gesehen.