30.11.2019 Crystal River, Florida

Wir mieteten uns Paddelboote und fuhren nochmal zu dem gestern bereits per Fußweg besuchten Three Sisters Spings State Park, um die Manatees nochmal aus kürzerer Entfernung zu sehen. Als wir dort ankamen, taten wir es vielen anderen Paddlern, Motorbootfahrern oder SUP'lern gleich und ließen uns ins Wasser gleiten, um den Tieren ganz nah zu sein. Nur Micha ging es heute nicht ganz so gut, sodaß er im Paddelboot blieb und sich später mit Kopfschmerzen ins Bett legte. Ökologisch gesehen, war unsere heutige Tour vielleicht nicht ganz unbedenklich, da es sich ja um wildlebende Tiere handelt, die wahrscheinlich besser ohne Touristen ihre Bahnen ziehen wollen. Aber die ganze Zeit überwachten Parkranger, daß man den Tieren in besonders gekennzeichneten Gebieten nicht zu nahe kam und sich entsprechend der zuvor erklärten Verhaltensregeln bewegte. Felix und Johanna waren bereits die ganze vorangegangene Nacht aufgeregt ob dieses Schnorchelabenteuers und hatten kaum geschlafen.

Es ist ein unglaubliches Erlebnis, wenn ein solches Tier von ca. 3m Länge neben einem her schwimmt bzw. wenn man von gleich zwei solcher Tiere direkt angesteuert wird.

Bevor wir in das Quellgebiet eintauchten, hatte ich mich x-mal bei verschiedenen Einheimischen versichert, dass dort wir dort unter Wasser keinem Alligator begegnen. Die Antwort lautete jede Mal: "In 9 von 10 Fällen wird hier kein Alligator gesichtet und wenn, sind diese sehr klein und haben eher vor den Menschen Angst. Aber: Ihr seid hier in Florida, versprechen können wir nichts, daß sich hier nicht doch ein Alligator befindet."

Kurz nachdem die Kinder und ich dann im Wasser waren, berührte mich etwas leicht kratziges in der Kniekehle - ich erstarrte. Puh, es war nur ein Laubblatt!

29.11.2019 Crystal River, Florida

Nach langem Ausschlafen fuhren wir zur Three Sisters Quelle, um Manatees zu beobachten. Manatees sind Seekühe, die sich während der Wintermonate in die stetig mit gleicher Temperatur (ca. 22 Grad Celsius) aus dem Erdboden kommenden Quellen von Florida zurückziehen. Wir sahen in einem unglaublich tollen Park mehrere dieser großen, sanften Tiere.

28.11.2019 (Thanksgiving) Daphne, Alabama -> Crystal River, Florida

Fahrtag

Thanksgiving ist hier ein Nationalfeiertag, an dem nahezu alle Restaurants, Geschäfte und selbst die Touristeninfos geschlossen haben. Außer Walmart - dieser Supermarkt hat geöffnet. Wir waren kurz nach 17.00 Uhr in einem dieser Märkte und wollten Frühstückszutaten für unsere morgige Selbstversorgerküche einkaufen. Im ganzen Walmart verteilt standen riesige Menschenschlangen vor eingestrechten Containern. Auf meine Frage, worauf die Menschen hier warten, erhielt ich die Antwort, daß ab 18.00 Uhr der Black Friday-Einkauf für die noch in den Containern verpackten Güter beginnt. Um dann mögliche tätliche Übergriffe der Kunden untereinander zu verhindern bzw. zu entzweien waren selbst Polizisten in kompletter Montur anwesend. Da dachten wir bisher, Thanksgiving wäre das Familienfest schlechthin, wofür die Familie aus allen Teilen der USA zusammenkommt um gemeinsam zu feiern. Aber nun sahen wir diese wirklich vielen Menschen vor den Regalen warten und mussten an unserer bisherigen Annahme zweifeln.

Nahezu die gesamte Fahrt durch Alabama und den Norden Floridas verlief wieder mal entlang schnurgerader Straßen, welche gesäumt waren von Mischwäldern in Sumpfgebieten. Ob da wohl überall Alligatoren leben? Jedenfalls waren wir froh, nicht am Straßenrand anhalten zu müssen. Irgendwann wollen wir schon mal diese Tiere aus der Nähe sehen. Uns wäre das aber im Rahmen einer geführten Tour lieber. 

27.11.2019 Vidalia, Mississippi -> Daphne, Alabama

Fahrtag

Eigentlich wollten wir auf einer Swamp (Sumpf)-Tour im Großraum New Orleans Alligatoren sehen, kamen jedoch für die heutige Tour zu spät und morgen ist aufgrund Thanksgiving alles geschlossen, also entschieden wir uns noch einige Meilen in Richtung Florida zu fahren. Daphne liegt im Süden von Mobile, Alabama. 

26.11.2019 Vidalia, Mississippi

Und wieder geht ein ruhiger Schultag dem Ende entgegen. Obwohl es auch mein Ellbogen diesen wiederholt ruhigen Tag dankt, gingen wir heute zu einem Arzt - einem HNO-Spezialisten für Micha. Nachdem Micha vor 3 Tagen mit den Kindern im Pool gebadet hatte, fing sein Ohr an zu schmerzen. Heute hatten wir uns nun endlich dazu durchgerungen und einen Spezialisten aufgesucht. Während der Behandlung zeigte uns der Arzt ganz stolz sein deutsches Untersuchungsgerät. Nach erfolgter Behandlung gingen wir anschließend noch durch Natchez. Bei unserem ersten Besuch vor ca. einer Woche beschrieb ich Natchez als nicht allzu lebendige Stadt, nun muß ich zugeben, daß ein gewisser Charme besteht und das wohl eine Stadt ist, in die man sich erst auf den zweiten oder gar dritten Blick verliebt. Viele Antebellumvillen in großen parkähnlichen Vorgärten säumen die Straßen. Die sogenannten Geschäftsstraßen sind zwar nicht mehr belebt, zeugen aber dennoch von vergangener Schönheit und Eleganz. Morgen wollen wir nun Natchez definitiv verlassen und unser Abenteuer weiterführen.

25.11.2019 Vidalia, Mississippi

Home schooling wieder ausführlich - so bekam auch mein Ellbogen wieder Ruhe, denn die Kamera blieb nahezu unangetastet

24.11.2019 Vidalia, Mississippi

Home schooling wieder am Mississippiufer mit Blick auf die großen Schubverbände (6 Verbandsglieder in der Breite mit je 8 langen Prahmen hintereinander) - mal die ausführliche Variante

Derzeit bin ich aufgrund einer Entzündung im rechten Ellbogengelenk (wahrscheinlich vom vielen Fotographieren) ein bißchen behindert beim Bloggen und muß das Schreiben mit links testen.

23.11.2019 Vicksburg, Mississippi -> Vidalia, Mississippi

Da wir die tägliche Zuckeraufnahme im Motel (genannt Frühstück) heute verschlafen hatten, tingelten wir durch die allgegenwärtigen Fastfoodketten, um eine nach der anderen nach dem Blick auf die immergleichen Speisekarten sofort rückwärts wieder zu verlassen. Irgendwann entschieden wir uns für: Augen zu bzw. Geschmacksnerven nur mit Einschränkung arbeiten lassen und durch.

Danach sahen wir uns den Natl. Military Park Vicksburg per sehr langsamem drive through an - ein Nationalpark zum Durchfahren. Aufgrund einer blauen und roten Beschilderung und unzählig vieler Büsten und Standbilder waren das Schlachtfeld und der Belagerungsring um die Südstaatenstadt Vicksburg, durch die Unionsarmeen, sehr verständlich und eingehend dargestellt. Vicksburg stellte im amerikan. Bürgerkrieg eine entscheidende Position aufgrund seiner Lage am Mississippi dar. Die blauen Schilder standen für die Positionen bzw. für die Linie der Unionsarmeen, während die roten Schilder die Standorte der Konförderation darstellten. Auch ehemalige Schützengräben und Kanonenstellplätze waren zu erkennen. Wir alle 4 empfanden die Aufbereitung dieses Schlachtfeldes als extrem eindrucksvoll und anschaulich. Als dann auch noch ein Nationalfriedhof, der im Bürgerkrieg gefallenen Soldaten, in unermeßlichem Ausmaß an das Gelände anschloß, fing selbst Johanna an, die Ausmaße und Gräuel eines Krieges zu verstehen. 

Sehr ergriffen und voller Wissen über die Zeit des amerikan. Bürgerkrieges legten diese Mal beide Kinder den amerikan. Eid zum Junior Park Ranger ab.

Abends begannen wir, "Fackeln im Sturm" ein zweites Mal zu sehen, da wir ja jetzt aufgrund verschiedener Plantagenbesuche und eines Bürgerkriegsschlachtfeldes einen direkten Einblick in die von Hollywood dargestellt Zeit bekommen hatten.

22.11.2019 Vidalia, Louisiana -> Vicksburg, Mississippi

Eigentlich wollten wir heute wie gestern den Tag mit Home schooling starten, da uns aber die Baumwollplantage von gestern anbot, nur wegen uns und einem frz. Paar nochmal ihre Tore 10.00 Uhr zu öffnen, entschieden wir uns für die Baumwolle. Trotz das es anfing leicht zu nieseln, machten wir uns erneut auf den Weg nach Frogmore. Wir bekamen ein dt.-sprachiges Heftchen in die Hand und durften selbst die Plantage und ihre ehemaligen Sklavenunterkünfte erkunden. Es war nach 4 Zuckerrohrplantagen die erste Baumwollplantage, die wir kennenlernten. Uns schien die Aufbereitung der Plantagenzeit, trotz vor Kurzem abgebranntem Haupthaus, am authentischsten und wir waren sehr dankbar, dieses Erlebnis zu haben. Als wir uns jedoch auf dem Grund und Boden der Plantage bewegten, kamen Sturzbäche vom Himmel, sodaß wir innerhalb von wenigen Minuten trotz Regenbekleidung völlig durchnäßt waren. Leider hing nun auch die Baumwolle, die wir gestern noch bewundern konnten, die Blütenköpfe.

Während dieses strömenden Regens fuhren wir im Anschluß noch nordwärts durch Louisiana, vorbei an abwechselnd abgeernteten Zuckerrohr- und Baumwollfeldern. Nur an ein bißchen Restbewuchs konnte man die Bepflanzung noch erkennen. Im Mississippidelta um New Orleans gab es während der Plantagenblütezeit nahtlos aneinander angrenzend Zuckerrohrplantagen, weiter nordwärts ab ca. Natchez/ Mississippi wechselte die Plantagenbewirtschaftung von Zuckerrohranbau teilweise auf Baumwolle und noch weiter nordwärts wurde dann nur noch Baumwolle angepflanzt.

Unser Ziel war Vicksburg, Mississippi. Nach längerer Belagerung dieses Südstaatenortes durch die Nordstreitkräfte kam es im Juli 1863 zu einer entscheidenden Schlacht, welche den Kriegsverlauf drastisch veränderte. Das Schlachtfeld und viele Informationen zum Kriegsverlauf sind in Vicksburg zu erforschen. Die Innenstadt von Vicksburg, welche wir uns am Spätnachmittag noch anschauten, zeigte ein ähnliches Bild wie gestern Natchez - die Blütezeit war schon lange vorbei. 

21.11.2019 Vidalia, Louisiana

Endlich versuchten wir es mal wieder mit Home Schooling. Da unsere Unterkunft eine Terrasse mit Blick auf den Mississippi hat, setzten wir uns dort an zwei Tische und versuchten es mit Mathematik. Wenn dann aber die Groß- oder kleinere Schifffahrt oder ein Mississippi-Dampfer auf dem Fluß unterwegs sind, haben in der Regel die Schiffe gegenüber den Matheaufgaben den Vorzug bekommen. Dennoch schafften wir wieder kleine Erfolge.

Irgendwann nach der Mittagszeit machten wir uns auf, Natchez/ Mississippi am gegenüberliegenden Ufer zu erkunden. Durch den amerikan. Bürgerkrieg und die anschließende Sklavenbefreiung konnten ja bekanntlich die Plantagen ihre Preise nicht mehr halten bzw. wurden während des Krieges geplündert, sodaß sie nicht mehr am Markt bestehen konnten. Aber ebenso hat auch der Internethandel der Neuzeit den kleineren Städten zugesetzt und nahezu restlos die Geschäftsgrundlage entzogen. Wir beobachten diesen Verfall der Innenstädte überall schon seit Deutschland (nicht nur während dieser Auszeit, sondern schon seit einigen Jahren). So sind auch hier ehemals blühende Innenstädte, wo Baumwoll- und Zuckerrohrplantagenbarone Stadtvillen erbauten, leer, vermüllt und leblos. Um aus dieser Tristess zu fliehen, fuhren wir zu einer ehemaligen Baumwollplantage in der Nähe auf der Flußseite von Louisiana. Von der Frogmore Cotton Plantation brannte vor einigen Monaten das Haupthaus (Big House) ab, nur noch sämtliche Nebenhütten stehen. Als wir die Plantage erreichten, wurde uns gesagt, daß jetzt geschlossen sei und erst morgen ab 10.00 Uhr wieder geöffnet wäre. Wenigstens Baumwolle als Restbestände am Feldrand durften wir noch kurz fotographieren.

20.11.2019 Donaldsonville, Louisiana -> Vidalia, Louisiana

Am Morgen besuchten wir die Houmas Plantation mit wunderbarer Führung durch das Big House, wo Felix sogar an einem Steinway-Klavier spielen durfte. Danach setzten wir uns wieder ins Auto und starteten einen Fahrtag durch Louisiana und Mississippi, um direkt gegenüber von Natchez, Mississippi in Vidalia, Louisiana zu landen. Direkt vor unserem Fenster fließt der Mississippi und am Ufer von Natchez sehen wir zwei Mississippi-Schaufelraddampfer, die auf die Tagestouristen warten.

Unterwegs stoppten wir an der Myrtels Plantage in Francisville/ Louisiana, um noch durch einen komplett verwunschenen Park zu laufen, dessen alte Bäume komplett von spanischem Moos überzogen sind. Diese Plantage hatte den Untertitel "wo Geheimnis und Intrige zu Hause sind" - leicht vorstellbar.

Eigentlich hätte heute mal wieder home schooling an der Reihe sein sollen, aber die stark rauchenden Chemieanlagen der Umgebung vertrieben uns dann doch schnellstmöglich. 

Übrigens das in den Motels oder Hotels eingebundene Frühstück hat sich in Louisiana auch nicht geändert - wir gehen täglich zur Zuckeraufnahme. Mittlererweile kauften wir im Supermarkt etwas Käse und Salami, um neben dem morgendlichen Zucker noch ein bisschen Abwechslung zu bekommen. Allerdings ist uns der gestrige abendliche Einkauf nach einem Tag in der südlichen Wärme (ca. 24 Grad Celsius) schon schlecht geworden. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit, eine bessere Lösung zu finden.

19.11.2019 Donaldsonville, Louisiana

Wieder auf den Spuren des Plantagenlebens besuchten wir heute die wohl schönste und größte Zuckerrohrplantage der Umgebung: Oak Alley Plantation. Diese konnten wir sogar ohne Führung besichtigen. Nur das "Big House" - das große Haus des Plantagenbesitzers war nur mit Führung zugänglich. Diese fand immer aus Sicht der Hausherrin und aus Sicht ihrer Haussklavin statt. Über dem großen Esstisch befand sich ein riesiger Fächer aus Holz. Dieser Fächer stellte wunderbar die zwei Sichten dar: "erstens sind da die, die die kühle Brise geniessen und zweitens gibt es die, die für die kühle Brise sorgen."

Nachdem wir wirklich ausführlichst auf Oak Alley umherwanderten, machten wir uns daran, die bekannte Cajun Küche zu testen. Nur haben wir dabei, seit wir hier im Süden sind, ein Problem: Johanna hat große Angst vor Alligatoren jeglicher Art. Wenn nun aber nahezu jedes Geschäft und jedes Restaurant oder Imbiss mit ausgestopften Alligatoren oder Gebissen/ Köpfen dieser Tiere zu hunderten wirbt, um Gäste anzulocken, schaffen wir mit Johanna den Weg nicht durch die Eingangstür. Heute fanden wir zum Glück ein Restaurant, welches vor dem Eingang Stehtische hatte - welch ein Glück. In Neuengland waren es die Schwarzbären, die uns nur vorsichtig wandern ließen, im Wilden Westen waren es die Klapperschlangen, und hier sind es nun die Alligatoren, welche zumindest Johanna in die Flucht schlagen.

Auf den gestrigen Plantagen durften wir die tragenden Apfelsinen- und Grapefruitbäume nach Herzenslust abernten, was uns ein wundervolles Mittag auf der Laura Plantage bescheerte. Da wir aufgrund von Johanna derzeit in kein Restaurant gehen können, kauften wir unser Mittag als Take away und genossen es mit den selbst gepflückten Früchten.

18.11.2019 New Orleans, Louisiana -> Donaldsonville, Loisiana

Taxifahrt zur Autovermietstation in einem total verkeimten Taxi, wo wir uns doch tatsächlich überlegten nicht wirklich einzusteigen. Zumindest trauten wir uns noch nicht einmal die Anschnallgurte zu nutzen. Erleichtert erreichten wir ca. 15 min später unsere Mietstation und konnten den fahrbaren Untersatz wechseln. Sofort setzten wir uns in Bewegung in Richtung Plantation Road. Im kompletten Land Louisiana befanden sich vor dem Ende des Bürgerkrieges (1861-1865) entlang des Mississippi Zuckerrohrplantagen. Der Bereich, in dem wir uns aufhielten galt als German Coast, da hier besonders viele ehemalige Deutsche und Franzosen die Plantagen ihr eigen nannten. Heute sind noch einige davon als Museen zu besuchen. Unser erster Stopp war die Laura-Plantage, gefolgt von der Whitney Plantage. In Beiden nahmen wir an einer Führung teil, um intensivere Kenntnisse über das Leben der Sklavenkinder (Whitney) und der Plantagenbesitzerfamilie (Laura) zu bekommen. Da wir bereits auf unserer Ost- und Westtour durch die USA die Serie "Fackeln im Sturm" ansahen, erlebten wir nun in unserem Kopfkino die wahren Umstände dieser Serie. Zumindest auf der Whitney Plantage waren viele Kurzepisoden aus dem Leben von Sklaven und deren Kindern auf Stelen aufgeschrieben und teilweise bildhaft dargestellt. Wir verglichen immer wieder mit unseren Erinnerungen an Filmsequenzen. Besonders eindrucksvoll waren auch die Suchanzeigen für entlaufene Sklaven in damaligen Zeitungen und Buchhaltungsübersichten mit den jeweilen Preisen/ Werten der Sklaven.

Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit fanden wir ein Ziel in der Nähe einer Art Bitterfeld-Umgebung. Heute werden die Ufer des Mississippi eben von großen Raffinerien und Chemieanlagen gesäumt.

17.11.2019 New Orleans, Louisiana

Stadtrundgang durch den Garden District

Während das gestern besuchte French Quarter eher das hippe Viertel von NOLA (New Orleans Louisiana) ist, befanden wir uns heute im eher noblen Südstaatenbereich dieser Stadt: weiße Villen mit Säulenvorbau in Straßenzügen, welche von ausladenden Bäumen, teilweise mit spanischem Moos überzogen, beschattet werden. Das entsprechende Kopfkino konnte nach der Serie "Fackeln im Sturm" ablaufen. 

16.11.2019 New Orleans, Louisiana

Stadtrundgang durch das French Quarter und Mississippi-Fahrt mit Steamboat Natchez

New Orleans ist eine total ausgeflippte Stadt mit Musik jeglicher Art auf Straßen und Plätzen des French Quarter. So erklingen in den Straßen aus nahezu jeder geöffneten Tür andere Töne. Draussen spielen Bands oder Percussionsübende. Am Jackson Square sind alle Zäune, die einen kleinen Park umgeben, mit Bildern von Straßenmalern behangen. Vor dem Park sitzen Wahrsagerinnen, und Gaukler zeigen ihre Künste. Dazwischen spielen unterschiedlichste Bands oder einzelne Musiker auf verschiedensten Instrumenten von Geige, über Gitarre und Keyboard bis zu Percussionsinstrumenten - und das alles zeitgleich! Dazu preisen die Geschäfte Assessoires und Bekleidung für Mardi Gras (eine Art Karneval), Waffen aus dem amerikan. Bürgerkrieg oder Gemälde und Drucke an.

Am Rande der Stadt fließt der braune Mississippi, worauf sich die Pelikane tummeln. 

15.11.2019 LAX, California -> New Orleans, Louisiana

Raus aus LA - und zwar mit dem Flugzeug in Richtung Süden, in Richtung Wärme: New Orleans war unser Ziel. Aber was erwartet uns hier: Nachtfrost.

Der Taxifahrer, der uns dieses Mal in die Unterkunft brachte, kannte zwar auf Anhieb den Weg, muß jedoch im ersten Leben aggressivster Rennfahrer gewesen sein. Trotz das er uns zielsicher vor der entsprechenden Tür ablud, waren wir froh, die Fahrt heil überstanden zu haben. 

Frohen Mutes meldeten wir uns an der Rezeption an und hofften bald Essen gehen zu können. Jedoch fand die Empfangschefin des Hotels unsere Vorbestellung nicht, woraufhin einige Klärung mit dem Internetanbieter der Buchung anstand. Ca. 1,5 Stunden nach Ankunft im Hotel konnte alles noch geregelt werden. Unsere Mägen knurrten bereits gewaltig, denn von der morgendlichen Zuckeraufnahme in den Motels werden wir weder satt noch froh. Auf der Bourbon-Street erlebten wir dann einen kulinarischen Hochgenuß der Cajun-Küche. Endlich mal was anderes als diese immer präsenten Burger- und Pommes-Angebote!

Obwohl New Orleans mit einem reichhaltigen Nachtleben lockt, sind wir doch etwas geschafft von den kurzen Nächten der letzten zwei Tage. 

Exkurs Motelfrühstück in den USA: Das tägliche Frühstück besteht generell aus mehr technischen Geräten als Lebensmitteln - Toaster, Saft-, Milch-, Kaffee- und Heisswasserautomat (sieht aus wie eine Schuhputzmaschine), Mikrowelle, Waffeleisen bzw. Pancakemaschine, Müslihalbautomat sowie Kühlschrank und Eiswürfelautomat. Nicht fehlen darf die ständige laute Beschallung per Radio bei mindestens 3 laufenden Fernsehgeräten mit unterschiedlichen Programmen. Die Lebensmittel sind gerade mal Toastscheiben, Pancake-/ Waffelteigmischung, portionierte Butter und Marmelade und mit viel Glück Yoghurt, Rührei aus Tetrapaks und Muffins oder Donuts. In Boston lernten wir noch eine Art extrem fettigen und klebrigen "Frisch"käse aus der Aluminiumtüte kennen. Seitdem ist dafür unser geflügeltes Wort: Sikaflex (ein Abdichtungsmittel, welches wir auf der Triton verwendeten). Auch diese essbare "Sikaflex"-Variante finden wir oft im Angebot, kommen aber nicht umhin, den Vergleich zu dem uns bekannten Klebstoff herzustellen. Generell wird an extrem kleinen Tischen von Plastik- bzw. Styroporgeschirr und -besteck gegessen. Und allgegenwärtig stehen neben dem eben beschriebenen Buffet die riesengroßen Mülleimer für die Geschirr- und Besteckentsorgung bereit. Über dem Ganzen hängt dann ein Plakat: Super Breakfast! 

Bei diesem reichhaltigen Angebot sehnen wir uns nach der Selbstversorgerküche unserer Wohnmobile. Hier im Süden fand ich jedoch keinen geeigneten One-Way-Anbieter. Deshalb entschieden wir uns dieses Mal, wie bereits in der letzten Woche in Kalifornien, für ein Mietauto. Wir sind gespannt, ob sich die Frühstücksangebote der Motels in dieser Region ändern oder wir werden Plan B der erneuten Selbstversorgung, nur dieses Mal ohne Kücheneinrichtung oder Kühlmöglichkeit, entwerfen.

Noch eine kurze Ergänzung: Wenn wir auf der Triton Pinguine sahen (auf Hafenmolen, als Kunstwerke in Städten oder im Sealife Center), hieß es, ich hätte gesteuert. Naja, die Pinguine verfolgen uns allgegenwärtig: an Eiswürfelschränken in Supermärkten selbst als geschnitzte Figuren im Indianermuseum Flagstaff. So auch heute: als die Bildschirme im Flugzeug aufgrund des Landeanfluges in den Ruhezustand gingen, erschienen Pinguine darauf. Im Flughafen von New Orleans wurden wir ebenfalls von einer großen Werbung mit diesem Tierchen begrüßt. Also ja, ich plane die jeweiligen Stationen unserer Reise, auch wenn Micha sie dann hinter Lenk- oder Steuerrad ansteuert. 

14.11.2019 Anaheim, California -> LAX, California

Fahrtag zum Flughafengelände LAX

Dieses Mal schafften wir ca. 35 mi quer durch LA in ca. 1,5 h. LA hat kein eigenes Stadtzentrum - LA ist eine Ansammlung verschiedenster Ortsteile, die ineinander übergehen und jeweils über Freeways und Highways untereinander verbunden sind. Für uns besteht LA nur aus unglaublich großen Blechkolonnen, die sich bis zu 10 spurige Highways (10 Spuren allein in eine Richtung) in teilweise mindestens 5 Etagen entlangquälen.

In diesem Moloch machten wir abends noch eine Stadtrundfahrt, die jedoch aufgrund des großen Stauvolumens zwischen Venice Beach, Santa Monica, Beverly Hills und Hollywood ziemlich ermüdend war. 

LA ist in unseren Augen definitiv keinen zweiten Besuch wert.

13.11.2019 Anaheim, California

Was macht man mit Kindern in Anaheim? Anaheim ist die Heimat von Mickey Mouse & Co. - also besuchten auch wir heute Disneyland und ließen uns in Disney-Weihnachtsstimmung versetzen. Denn seit dem 08.11. herrscht hier Weihnachtsvorfreude. 

Als wir nach ca. 11 h Parkbesuch ziemlich fußlahm wieder im Motel landeten, genossen wir noch vom allgemeinen Balkon aus das tägliche Feuerwerk in Disneyland. Unsere Unterkunft liegt 15 Laufminuten außerhalb des Parkgeländes, bot jedoch einen fantastischen Ausblick auf das pyrotechnische Geschehen. Johanna spielt nun noch überglücklich mit ihren kleinen neuen Disney-Figuren, denn seit unserem Aufbruch von der Triton hatte sie aufgrund von Platzmangel kein Spielzeug mehr.

12.11.2019 Laguna Woods, California -> Anaheim, California

Nach einem langen Frühstück mit einem Hamburger Paar im Hotel ging es durch das erstmals neblige Laguna Woods wieder zum Strand, um den Surfern bei Dana Point zuzuschauen. Das Tagesziel war heute Anaheim, ebenfalls ein Element des Molochs LA. Da der direkte Weg zwischen Laguna Woods bis Anaheim jedoch gerade mal eine halbe Stunde gedauert hätte, ließen wir uns noch einige Zeit auf dem Pacific Coast Highway bis Newport Beach nach Norden treiben, um dann von da aus nach Anaheim abzubiegen. In Newport Beach nahmen wir die Autofähre und setzten nach Balboa Island über, um wieder bei wunderbar hohen Wellen am Strand zu sein und auch hier den Surfern zuzusehen. Auch hier zogen die Pelikane wieder ihre Kreise über uns. 

Der anschließende Weg nach Anaheim verlangte uns aber noch mehr als drei Stunden Fahrzeit ab, obwohl es nur eine Strecke von 19 mi war. Stau im Großraum LA - und das auf beidseitig bis zu 10 Fahrspuren! Natürlich mutet uns das Navi bei diesem Straßenwirrwarr auch immer noch den erhöhten Schwierigkeitsgrad zu, indem wir stets zwischen der äußersten rechten Spur auf die äußerst Linke oder anders herum beim Abbiegen zu wechseln haben. Nun gut. Als uns das Navi schlußendlich kurz vor der Unterkunft noch um einen "U-Turn if possible" und das auf einem sechsspurigen Highway bat, lagen die Nerven aber dann doch etwas blank. 

11.11.2019 Laguna Woods, California

erneuter Strandtag am Pazifik

10.11.2019 Laguna Woods, California

Strandtag am Pazifik mit über uns fliegenden Pelikanen - dennoch hängt uns eine gewisse Schwermut an, denn heute wäre Start der ARC auf den Kanaren in Richtung Kapverden gewesen. Trotz all der wundervollen Erfahrungen, die wir hier in den USA machen dürfen, freuen wir Vier uns schon wieder auf die Zeit, wo wir auf 2 Kielen unterwegs sein werden. Aber bis dahin wollen wir noch unsere kleinen privaten Abenteuer erleben.

09.11.2019 Barstow, California -> Laguna Woods (Großraum LA), California

Fahrtag mit Outlet-Shopping und anschließendem Poolaufenthalt

08.11.2019 Las Vegas, Nevada -> Barstow, California

09.00 Uhr übernahmen wir unser Mietauto und packten alle Sachen aus dem WoMo um. Micha und Johanna fuhren mit dem WoMo voraus, Felix und ich im Auto bis zur WoMo-Vermietstation hinterher. Eine Woche werden wir jetzt im Mietauto in Kalifornien unterwegs sein. Auf dem Weg entlang der scheinbar endlosen Mojave-Wüste nach Barstow hielten wir noch kurz in Callico, einem weiteren Ghost Town. Dieser war nicht ganz so lebendig und touristisch wie vor einigen Tagen Oatman. Vor ca. 25 Jahren war ich mit einer Freundin bereits hier und wir schlenderten allein auf sandigen Straßen durch die verlassene Stadt. Heute enthält jedes Gebäude einen Souvenirshop oder Imbiss. Schade! In der Dämmerung erreichten wir dann Barstow, unser Tagesziel.

Wir beobachten schon einige Zeit, daß sich hier im Südwesten der USA (ich weiß gerade nicht welcher Breitengrad) die Sonnenauf- und -untergänge dramatisch verkürzen. Wir hatten davon in Vorbereitung unserer Segeltour schon oft gelesen. Je mehr man sich dem Äquator nähert, umso kürzer werden diese Zeiten, nun bekommen wir schon eine Ahnung davon. Es ist abends in weniger als einer halben Stunde tiefschwarz bzw. morgens schnell taghell. Für ein Glas Wein in dieser Phase blieb bislang trotzdem fast immer Zeit im WoMo.

07.11.2019 Lake Mead, Nevada -> Las Vegas, Nevada

Eigentlich wollten wir noch ins Valley of Fire fahren, verpassten jedoch die Abfahrt und waren schneller in Las Vegas als geplant. Naja, umkehren lohnte sich auch nicht, da die Valley of Fire Strecke eine 9h Tagestour incl. zweier kleinerer Wanderungen gewesen wäre. Also stellten wir uns auf den RV-Stellplatz, wo wir unsere letzte Nacht im RV verbringen sollten. Schnell noch die letzte Wäsche gewaschen und nochmal den Strip entlanggeschlendert. Aber Las Vegas hatte gegenüber dem Start unserer Westtour seinen goldenen Schimmer verloren. Dieses Mal empfanden wir die ständige Beschallung (selbst der Fußwege) und schnellen Beleuchtungswechsel eher als stressig und teilweise unangenehm. Auch betrachteten wir die Kehrseite dieser Stadt mit ihrer wahnsinnigen Verschwendung kritischer. 

Und wieder kam der Leitspruch unser WoMo-Tour durch den Wilden Westen von Johanna, wenn Sie mit Micha die jeweilige Verrohrung des WoMos mit den am Campground bereitgestellten Anschlüssen (Strom, Frisch- und Abwasser sowie Fäkalien) durchführte: "Wir gehen gemeinsam (gemeint Micha und Johanna) durch dick und dünn, auch wenn's die größte Sch... ist."

06.11.2019 Lake Mead, Nevada

Ein wieder so richtig schöner Tag! Er begann zunächst mit Packen und Home schooling. Gegen Mittag fuhren wir in die Marina, denn die Crew der Triton konnte es nicht lassen: wenn schon nicht Segel setzen, so wenigstens den Motor eines kleines gecharterten Bootes starten. Und so verbrachten wir wundervolle 2 Stunden bei doch eher ruhiger Fahrt auf dem Lake Mead. Schon bald nach dem Start übernahm Felix das Steuer, auf dem Rückweg saß dann auch Johanna mal auf dem Kapitänsstuhl. Aufgrund der Jahreszeit war nur wenig Verkehr auf dem See. 

Im Anschluß statteten wir dem Lake Mead Visitor Center noch einen Besuch ab. Die Nationalpark Visitor Center sind immer sehr gut und informativ gestaltet, sodaß es vor allem Johanna immer viel Spaß macht, sich die Ausstellungen anzusehen. Als Sie nun heute wieder beim Herumstöbern war, wurden wir von einem NP-Ranger angesprochen, ob wir das Junior Park Ranger Programm kennen und ob Johanna vielleicht ein Junior Park Ranger werden möchte. Als sie bejahte, bekam sie ein kleines Heftchen mit einigen Aufgaben, welche zu beantworten waren. Johanna und ich setzten uns auf eine Bank außerhalb des Visitor Centers und gingen das Heftchen durch, welches ebenfalls ein Interview mit einem NP Ranger enthielt. Als wir nach ca. 30 Minuten alle anderen Aufgaben gelöst hatten, kam zufällig ein Ranger vorbei, welchen wir uns gleich für das zu tätigende Interview schnappten. Er war total nett, machte mit und hatte sichtlich viel Spaß dabei. Schlußendlich ging Johanna ganz stolz mit komplett ausgefülltem Heftchen wieder ins Visitor Center. Dort wartete bereits wieder der vorher zufällig interviewte Ranger auf sie, um nach einer Kurzdurchsicht des Heftchens ihr das Amtsgelübde für Junior Park Ranger abzunehmen.

"As a Junior Ranger, I promise to do these things to respect, protect, enjoy, and explore Lake Mead National Recreation Area:

- I will leave rocks, plants and artifacts where I find them

- I will keep Lake Mead and other public lands clean

-I will not feed wildlife

-I will share what I learn with others."

05.11.2019 Lake Mead, Nevada

Am Vormittag gab es bei ca. 28 Grad Celsius wieder mal home schooling. Micha und Felix lernten im WoMo, während Johanna und ich am Picknicktisch die Sonne und Wärme genossen.

Danach schauten wir uns den Hoover Dam an und erlebten Physik live. Felix erklärte Johanna sehr anschaulich die Funktions- und Bauweise, schließlich hatten die Männer schon auf der Triton das Thema Wasserdruck (Physik Klasse 8) durchgearbeitet. Mich hatte ziemlich erstaunt, wie wenig Wasser im Vergleich zu ca. 20 Jahren vorher, noch im Lake Mead ist. Aus der Verwandschaft bekamen wir bei Start unserer Wild-West-Runde einen Bericht der FAZ über Las Vegas und die damit zusammenhängende Energieverschwendung nebst möglichem Zukunftsszenario. Darüber zu lesen ist das eine, es selbst zu sehen noch etwas anderes. Als ich einen Security-Mann auf das relativ wenige Wasser ansprach, wechselte er schnell das Thema. Zuvor gab er uns noch sehr selbstsicher zu verstehen, daß kein Anlaß zur Sorge bestünde, da die Schneeschmelze im Frühjahr den Lake Mead schon wieder auffüllen wird und er somit kein Problem sieht. Außerdem würde sich der Lake Mead noch so weit nach Osten erstrecken, da wäre schon genug Wasser da. Für uns war anhand des niedrigen Wasserstandes deutlich sichtbar, daß diese Art der Energiegewinnung endlich ist und wir diskutierten noch den ganzen Abend über die deutliche Ressourcen- und Energieverschwendung dieses Landes.

Beim Abendessen buchten wir heute ein Mietauto im Anschluß an unsere WoMo-Miete, um damit noch durch Kalifornien bis zum Flughafen zu fahren. Wohin es danach allerdings geht, ist derzeit noch offen, obwohl es schon einige konkrete Wunschvorstellungen gibt.

04.11.2019 Needles, California -> Lake Mead, Nevada

Home schooling noch eine Stunde vor Verlassen des RV-Parks

Fahrtag über Oatman (einen allzu lebendigen Ghost Town mit ausschließlich touristischen Nippes)

Kurz vor Oatman erlebten wir eine Straßensperrung durch Esel. Auch ein beherztes Hupen und langsames Rückwärtsfahren brachten erst nach mehrmaligen Wiederholungen der erwünschten Erfolg.

Nach Oatman fuhren wir wieder meilenweit gerade aus (die bislang längste Strecke ging ca. 22 mi (35 km!) einfach nur geradeaus), um von einer Kreuzung zur Nächsten zu kommen. Als wir uns dann irgendwann schon im Dunklen unserem Tagesziel, dem Lake Mead näherten, fanden wir keine Ausfahrt vom Highway und mußten wieder 13 mi auf einer Landstraße zurückfahren.

03.11.2019 Wickenburg, Arizona -> Needles, California

Fahrtag über Lake Havasu

Felix entdeckte am Abend im RV-Resort unseren ersten Kolibri! Ja, richtig gelesen - in der Wüste lebt eine Kolibriart.

02.11.2019 Wickenburg, Arizona

Ich muß mich berichtigen: In einem der vorherigen Blogs schrieb ich, daß Wickenburg die Rodeo-Hauptstadt sei. Das ist falsch! Rodeo gilt in dieser Gegend als eine Ansammlung verschiedenster Techniken, um als Reiter ein Rind/ Bullen zu fangen. Eine dieser Techniken ist das Team-Roping. Wickenburg gilt als Team-Roping-Hauptstadt der Welt. In dieser "Disziplin" kommen zwei Reiter zeitgleich mit einem Bullen auf den Reitplatz gestürmt. Zunächst muß einer der Reiter (Header) den Bullen per Lasso an den Hörnern fangen, woraufhin der zweite Reiter (Heeler) mit seinem Lasso die beiden Hinterbeine fängt. Es war unglaublich toll, das live zu erleben. Natürlich konnten auch Felix und Johanna ihre Lassokünste üben. Felix wurde dabei sogar schon nach seiner Startnummer gefragt. 

Die ganze Athmosphäre der Arena war einfach toll. Wir kamen uns wie Zuschauer aus einer anderen Welt vor. Überall standen Pferdewagen, worin die Besitzer samt ihrer Tiere wohnen, echte! moderne Cowboys standen oder ritten über den Platz und Verkaufsstände boten alle Arten von Lasso (wie heißt eigentlich die Mehrzahl von Lasso - Lassi?), Sporen und Zaumzeug feil. Wir unterhielten uns mit verschiedensten Teilnehmern, die uns dann mit glänzenden Augen berichteten, wieviele Jahre Sie bereits diesen Sport betrieben und wieviele Stunden sie täglich üben, um das Lasso richtig und gezielt zu schwingen. Anfangs taten uns noch die Jungbullen leid, die sich immer und immer wieder einfangen lassen mussten und schon scheinbar völlig selbständig den Weg aus der Arena kannten. Aber von mehreren Seiten wurde uns immer wieder bestätigt, daß es denen besser als auf der Weide ginge, da sie nicht den Weg zum Schlachter antreten müssten. Zumindest trugen alle Bullen eine Art Bandage um die Hörner, um den Zug des Lassos abzumildern. 

01.11.2019 Wickenburg, Arizona

Was macht man in einer echten Westernstadt? Narürlich einen Ausritt durch Kakteenlandschaft auf einer Ranch. Da Micha und ich jedoch nicht so reit- und pferdeaffin sind, gönnten wir nur unseren beiden Kindern dieses Vergnügen, während wir Zwei die Lodge der Ranch und das unmittelbar an die Lodge angrenzende Außengelände erkundeten. Über 90 km² Ranchgelände! Felix und Johanna sind mittlererweile schon gut erprobt im Westernreiten und hatten so wieder einen wunderbaren Ausritt mit Tom, ihrem Guide.

Den Nachmittag verbrachten wir bei warmen 27 Grad Celsius Außentemperatur am Pool des RV-Parks und warteten auf den Beginn des First Monthly Friday Night Specials - ganz Wickenburg war schon aufgeregt, weil heute Abend hier der Bär steppen sollte. Als wir uns dann dem Trubel anschließen wollten, fehlte nur einer - nämlich der steppende Bär. Also Straßenfeste zu Hause oder in den Niederlanden sind da wesentlich ausgelassener als hier, aber wenigstens die Live-Westernmusik fehlte nicht.