17.11.2019 New Orleans, Louisiana

Stadtrundgang durch den Garden District

Während das gestern besuchte French Quarter eher das hippe Viertel von NOLA (New Orleans Louisiana) ist, befanden wir uns heute im eher noblen Südstaatenbereich dieser Stadt: weiße Villen mit Säulenvorbau in Straßenzügen, welche von ausladenden Bäumen, teilweise mit spanischem Moos überzogen, beschattet werden. Das entsprechende Kopfkino konnte nach der Serie "Fackeln im Sturm" ablaufen. 

16.11.2019 New Orleans, Louisiana

Stadtrundgang durch das French Quarter und Mississippi-Fahrt mit Steamboat Natchez

New Orleans ist eine total ausgeflippte Stadt mit Musik jeglicher Art auf Straßen und Plätzen des French Quarter. So erklingen in den Straßen aus nahezu jeder geöffneten Tür andere Töne. Draussen spielen Bands oder Percussionsübende. Am Jackson Square sind alle Zäune, die einen kleinen Park umgeben, mit Bildern von Straßenmalern behangen. Vor dem Park sitzen Wahrsagerinnen, und Gaukler zeigen ihre Künste. Dazwischen spielen unterschiedlichste Bands oder einzelne Musiker auf verschiedensten Instrumenten von Geige, über Gitarre und Keyboard bis zu Percussionsinstrumenten - und das alles zeitgleich! Dazu preisen die Geschäfte Assessoires und Bekleidung für Mardi Gras (eine Art Karneval), Waffen aus dem amerikan. Bürgerkrieg oder Gemälde und Drucke an.

Am Rande der Stadt fließt der braune Mississippi, worauf sich die Pelikane tummeln. 

15.11.2019 LAX, California -> New Orleans, Louisiana

Raus aus LA - und zwar mit dem Flugzeug in Richtung Süden, in Richtung Wärme: New Orleans war unser Ziel. Aber was erwartet uns hier: Nachtfrost.

Der Taxifahrer, der uns dieses Mal in die Unterkunft brachte, kannte zwar auf Anhieb den Weg, muß jedoch im ersten Leben aggressivster Rennfahrer gewesen sein. Trotz das er uns zielsicher vor der entsprechenden Tür ablud, waren wir froh, die Fahrt heil überstanden zu haben. 

Frohen Mutes meldeten wir uns an der Rezeption an und hofften bald Essen gehen zu können. Jedoch fand die Empfangschefin des Hotels unsere Vorbestellung nicht, woraufhin einige Klärung mit dem Internetanbieter der Buchung anstand. Ca. 1,5 Stunden nach Ankunft im Hotel konnte alles noch geregelt werden. Unsere Mägen knurrten bereits gewaltig, denn von der morgendlichen Zuckeraufnahme in den Motels werden wir weder satt noch froh. Auf der Bourbon-Street erlebten wir dann einen kulinarischen Hochgenuß der Cajun-Küche. Endlich mal was anderes als diese immer präsenten Burger- und Pommes-Angebote!

Obwohl New Orleans mit einem reichhaltigen Nachtleben lockt, sind wir doch etwas geschafft von den kurzen Nächten der letzten zwei Tage. 

Exkurs Motelfrühstück in den USA: Das tägliche Frühstück besteht generell aus mehr technischen Geräten als Lebensmitteln - Toaster, Saft-, Milch-, Kaffee- und Heisswasserautomat (sieht aus wie eine Schuhputzmaschine), Mikrowelle, Waffeleisen bzw. Pancakemaschine, Müslihalbautomat sowie Kühlschrank und Eiswürfelautomat. Nicht fehlen darf die ständige laute Beschallung per Radio bei mindestens 3 laufenden Fernsehgeräten mit unterschiedlichen Programmen. Die Lebensmittel sind gerade mal Toastscheiben, Pancake-/ Waffelteigmischung, portionierte Butter und Marmelade und mit viel Glück Yoghurt, Rührei aus Tetrapaks und Muffins oder Donuts. In Boston lernten wir noch eine Art extrem fettigen und klebrigen "Frisch"käse aus der Aluminiumtüte kennen. Seitdem ist dafür unser geflügeltes Wort: Sikaflex (ein Abdichtungsmittel, welches wir auf der Triton verwendeten). Auch diese essbare "Sikaflex"-Variante finden wir oft im Angebot, kommen aber nicht umhin, den Vergleich zu dem uns bekannten Klebstoff herzustellen. Generell wird an extrem kleinen Tischen von Plastik- bzw. Styroporgeschirr und -besteck gegessen. Und allgegenwärtig stehen neben dem eben beschriebenen Buffet die riesengroßen Mülleimer für die Geschirr- und Besteckentsorgung bereit. Über dem Ganzen hängt dann ein Plakat: Super Breakfast! 

Bei diesem reichhaltigen Angebot sehnen wir uns nach der Selbstversorgerküche unserer Wohnmobile. Hier im Süden fand ich jedoch keinen geeigneten One-Way-Anbieter. Deshalb entschieden wir uns dieses Mal, wie bereits in der letzten Woche in Kalifornien, für ein Mietauto. Wir sind gespannt, ob sich die Frühstücksangebote der Motels in dieser Region ändern oder wir werden Plan B der erneuten Selbstversorgung, nur dieses Mal ohne Kücheneinrichtung oder Kühlmöglichkeit, entwerfen.

Noch eine kurze Ergänzung: Wenn wir auf der Triton Pinguine sahen (auf Hafenmolen, als Kunstwerke in Städten oder im Sealife Center), hieß es, ich hätte gesteuert. Naja, die Pinguine verfolgen uns allgegenwärtig: an Eiswürfelschränken in Supermärkten selbst als geschnitzte Figuren im Indianermuseum Flagstaff. So auch heute: als die Bildschirme im Flugzeug aufgrund des Landeanfluges in den Ruhezustand gingen, erschienen Pinguine darauf. Im Flughafen von New Orleans wurden wir ebenfalls von einer großen Werbung mit diesem Tierchen begrüßt. Also ja, ich plane die jeweiligen Stationen unserer Reise, auch wenn Micha sie dann hinter Lenk- oder Steuerrad ansteuert. 

14.11.2019 Anaheim, California -> LAX, California

Fahrtag zum Flughafengelände LAX

Dieses Mal schafften wir ca. 35 mi quer durch LA in ca. 1,5 h. LA hat kein eigenes Stadtzentrum - LA ist eine Ansammlung verschiedenster Ortsteile, die ineinander übergehen und jeweils über Freeways und Highways untereinander verbunden sind. Für uns besteht LA nur aus unglaublich großen Blechkolonnen, die sich bis zu 10 spurige Highways (10 Spuren allein in eine Richtung) in teilweise mindestens 5 Etagen entlangquälen.

In diesem Moloch machten wir abends noch eine Stadtrundfahrt, die jedoch aufgrund des großen Stauvolumens zwischen Venice Beach, Santa Monica, Beverly Hills und Hollywood ziemlich ermüdend war. 

LA ist in unseren Augen definitiv keinen zweiten Besuch wert.

13.11.2019 Anaheim, California

Was macht man mit Kindern in Anaheim? Anaheim ist die Heimat von Mickey Mouse & Co. - also besuchten auch wir heute Disneyland und ließen uns in Disney-Weihnachtsstimmung versetzen. Denn seit dem 08.11. herrscht hier Weihnachtsvorfreude. 

Als wir nach ca. 11 h Parkbesuch ziemlich fußlahm wieder im Motel landeten, genossen wir noch vom allgemeinen Balkon aus das tägliche Feuerwerk in Disneyland. Unsere Unterkunft liegt 15 Laufminuten außerhalb des Parkgeländes, bot jedoch einen fantastischen Ausblick auf das pyrotechnische Geschehen. Johanna spielt nun noch überglücklich mit ihren kleinen neuen Disney-Figuren, denn seit unserem Aufbruch von der Triton hatte sie aufgrund von Platzmangel kein Spielzeug mehr.

12.11.2019 Laguna Woods, California -> Anaheim, California

Nach einem langen Frühstück mit einem Hamburger Paar im Hotel ging es durch das erstmals neblige Laguna Woods wieder zum Strand, um den Surfern bei Dana Point zuzuschauen. Das Tagesziel war heute Anaheim, ebenfalls ein Element des Molochs LA. Da der direkte Weg zwischen Laguna Woods bis Anaheim jedoch gerade mal eine halbe Stunde gedauert hätte, ließen wir uns noch einige Zeit auf dem Pacific Coast Highway bis Newport Beach nach Norden treiben, um dann von da aus nach Anaheim abzubiegen. In Newport Beach nahmen wir die Autofähre und setzten nach Balboa Island über, um wieder bei wunderbar hohen Wellen am Strand zu sein und auch hier den Surfern zuzusehen. Auch hier zogen die Pelikane wieder ihre Kreise über uns. 

Der anschließende Weg nach Anaheim verlangte uns aber noch mehr als drei Stunden Fahrzeit ab, obwohl es nur eine Strecke von 19 mi war. Stau im Großraum LA - und das auf beidseitig bis zu 10 Fahrspuren! Natürlich mutet uns das Navi bei diesem Straßenwirrwarr auch immer noch den erhöhten Schwierigkeitsgrad zu, indem wir stets zwischen der äußersten rechten Spur auf die äußerst Linke oder anders herum beim Abbiegen zu wechseln haben. Nun gut. Als uns das Navi schlußendlich kurz vor der Unterkunft noch um einen "U-Turn if possible" und das auf einem sechsspurigen Highway bat, lagen die Nerven aber dann doch etwas blank. 

11.11.2019 Laguna Woods, California

erneuter Strandtag am Pazifik

10.11.2019 Laguna Woods, California

Strandtag am Pazifik mit über uns fliegenden Pelikanen - dennoch hängt uns eine gewisse Schwermut an, denn heute wäre Start der ARC auf den Kanaren in Richtung Kapverden gewesen. Trotz all der wundervollen Erfahrungen, die wir hier in den USA machen dürfen, freuen wir Vier uns schon wieder auf die Zeit, wo wir auf 2 Kielen unterwegs sein werden. Aber bis dahin wollen wir noch unsere kleinen privaten Abenteuer erleben.

09.11.2019 Barstow, California -> Laguna Woods (Großraum LA), California

Fahrtag mit Outlet-Shopping und anschließendem Poolaufenthalt

08.11.2019 Las Vegas, Nevada -> Barstow, California

09.00 Uhr übernahmen wir unser Mietauto und packten alle Sachen aus dem WoMo um. Micha und Johanna fuhren mit dem WoMo voraus, Felix und ich im Auto bis zur WoMo-Vermietstation hinterher. Eine Woche werden wir jetzt im Mietauto in Kalifornien unterwegs sein. Auf dem Weg entlang der scheinbar endlosen Mojave-Wüste nach Barstow hielten wir noch kurz in Callico, einem weiteren Ghost Town. Dieser war nicht ganz so touristisch wie vor einigen Tagen Oatman. Vor ca. 25 Jahren war ich mit einer Freundin bereits hier und wir schlenderten allein auf sandigen Straßen durch die verlassene Stadt. Heute enthält jedes Gebäude einen Souvenirshop oder Imbiss. Schade! In der Dämmerung erreichten wir dann Barstow, unser Tagesziel.

Wir beobachten schon einige Zeit, daß sich hier im Südwesten der USA (ich weiß gerade nicht welcher Breitengrad) die Sonnenauf- und -untergänge dramatisch verkürzen. Wir hatten davon in Vorbereitung unserer Segeltour schon oft gelesen. Je mehr man sich dem Äquator nähert, umso kürzer werden diese Zeiten, nun bekommen wir schon eine Ahnung davon. Es ist abends in weniger als einer halben Stunde tiefschwarz bzw. morgens taghell. Für ein Glas Wein in dieser Phase blieb bislang trotzdem fast immer Zeit im WoMo.

07.11.2019 Lake Mead, Nevada -> Las Vegas, Nevada

Eigentlich wollten wir noch ins Valley of Fire fahren, verpassten jedoch die Abfahrt und waren schneller in Las Vegas als geplant. Naja, umkehren lohnte sich auch nicht, da die Valley of Fire Strecke eine 9h Tagestour incl. zweier kleinerer Wanderungen gewesen wäre. Also stellten wir uns auf den RV-Stellplatz, wo wir unsere letzte Nacht im RV verbringen sollten. Schnell noch die letzte Wäsche gewaschen und nochmal den Strip entlanggeschlendert. Aber Las Vegas hatte gegenüber dem Start unserer Westtour seinen goldenen Schimmer verloren. Dieses Mal empfanden wir die ständige Beschallung (selbst der Fußwege) und schnellen Beleuchtungswechsel eher als stressig und teilweise unangenehm. Auch betrachteten wir die Kehrseite dieser Stadt mit ihrer wahnsinnigen Verschwendung kritischer. 

06.11.2019 Lake Mead, Nevada

Ein wieder so richtig schöner Tag! Er begann zunächst mit Packen und Home schooling. Gegen Mittag fuhren wir in die Marina, denn die Crew der Triton konnte es nicht lassen: wenn schon nicht Segel setzen, so wenigstens den Motor eines kleines gecharterten Bootes starten. Und so verbrachten wir wundervolle 2 Stunden bei doch eher ruhiger Fahrt auf dem Lake Mead. Schon bald nach dem Start übernahm Felix das Steuer, auf dem Rückweg saß dann auch Johanna mal auf dem Kapitänsstuhl. Aufgrund der Jahreszeit war nur wenig Verkehr auf dem See. 

Im Anschluß statteten wir dem Lake Mead Visitor Center noch einen Besuch ab. Die Nationalpark Visitor Center sind immer sehr gut und informativ gestaltet, sodaß es vor allem Johanna immer viel Spaß macht, sich die Ausstellungen anzusehen. Als Sie nun heute wieder beim Herumstöbern war, wurden wir von einem NP-Ranger angesprochen, ob wir das Junior Park Ranger Programm kennen und ob Johanna vielleicht ein Junior Park Ranger werden möchte. Als sie bejahte, bekam sie ein kleines Heftchen mit einigen Aufgaben, welche zu beantworten waren. Johanna und ich setzten uns auf eine Bank außerhalb des Visitor Centers und gingen das Heftchen durch, welches ebenfalls ein Interview mit einem NP Ranger enthielt. Als wir nach ca. 30 Minuten alle anderen Aufgaben gelöst hatten, kam zufällig ein Ranger vorbei, welchen wir uns gleich für das zu tätigende Interview schnappten. Er war total nett, machte mit und hatte sichtlich viel Spaß dabei. Schlußendlich ging Johanna ganz stolz mit komplett ausgefülltem Heftchen wieder ins Visitor Center. Dort wartete bereits wieder der vorher zufällig interviewte Ranger auf sie, um nach einer Kurzdurchsicht des Heftchens ihr das Amtsgelübde für Junior Park Ranger abzunehmen.

"As a Junior Ranger, I promise to do these things to respect, protect, enjoy, and explore Lake Mead National Recreation Area:

- I will leave rocks, plants and artifacts where I find them

- I will keep Lake Mead and other public lands clean

-I will not feed wildlife

-I will share what I learn with others."

05.11.2019 Lake Mead, Nevada

Am Vormittag gab es bei ca. 28 Grad Celsius wieder mal home schooling. Micha und Felix lernten im WoMo, während Johanna und ich am Picknicktisch die Sonne und Wärme genossen.

Danach schauten wir uns den Hoover Dam an und erlebten Physik live. Felix erklärte Johanna sehr anschaulich die Funktions- und Bauweise, schließlich hatten die Männer schon auf der Triton das Thema Wasserdruck (Physik Klasse 8) durchgearbeitet. Mich hatte ziemlich erstaut, wie wenig Wasser im Vergleich zu ca. 20 Jahren vorher, noch im Lake Mead ist. Aus der Verwandschaft bekamen wir bei Start unserer Wild-West-Runde einen Bericht der FAZ über Las Vegas und die damit zusammenhängende Energieverschwendung nebst möglichem Zukunftsszenario. Darüber zu lesen ist das eine, es selbst zu sehen noch etwas anderes. Als ich einen Security-Mann auf das relativ wenige Wasser ansprach, wechselt er schnell das Thema. Zuvor gab er uns noch sehr selbstsicher zu verstehen, daß kein Anlaß zur Sorge bestünde, da die Schneeschmelze im Frühjahr den Lake Mead schon wieder auffüllen wird und er somit kein Problem sieht. Außerdem würde sich der Lake Mead noch so weit nach Osten erstrecken, da wäre schon genug Wasser da. Für uns war anhand des niedrigen Wasserstandes deutlich sichtbar, daß diese Art der Energiegewinnung endlich ist und wir diskutierten noch den ganzen Abend über die deutliche Ressourcen- und Energieverschwendung dieses Landes.

Beim Abendessen buchten wir heute ein Mietauto im Anschluß an unsere WoMo-Miete, um damit noch durch Kalifornien bis zum Flughafen zu fahren. Wohin es danach allerdings geht, ist derzeit noch offen, obwohl es schon einige konkrete Wunschvorstellungen gibt.

04.11.2019 Needles, California -> Lake Mead, Nevada

Home schooling noch eine Stunde vor Verlassen des RV-Parks

Fahrtag über Oatman (einen allzu lebendigen Ghost Town mit ausschließlich touristischen Nippes)

Kurz vor Oatman erlebten wir eine Straßensperrung durch Esel. Auch ein beherztes Hupen und langsames Rückwärtsfahren brachten erst nach mehrmaligen Wiederholungen der erwünschten Erfolg.

Nach Oatman fuhren wir wieder meilenweit gerade aus (die bislang längste Strecke ging ca. 22 mi (35 km!) einfach nur geradeaus), um von einer Kreuzung zur Nächsten zu kommen. Als wir uns dann irgendwann schon im Dunklen unserem Tagesziel, dem Lake Mead näherten, fanden wir keine Ausfahrt vom Highway und mußten wieder 13 mi auf einer Landstraße zurückfahren.

03.11.2019 Wickenburg, Arizona -> Needles, California

Fahrtag über Lake Havasu

Felix entdeckte am Abend im RV-Resort unseren ersten Kolibri! Ja, richtig gelesen - in der Wüste lebt eine Kolibriart.

02.11.2019 Wickenburg, Arizona

Ich muß mich berichtigen: In einem der vorherigen Blogs schrieb ich, daß Wickenburg die Rodeo-Hauptstadt sei. Das ist falsch! Rodeo gilt in dieser Gegend als eine Ansammlung verschiedenster Techniken, um als Reiter ein Rind/ Bullen zu fangen. Eine dieser Techniken ist das Team-Roping. Wickenburg gilt als Team-Roping-Hauptstadt der Welt. In dieser "Disziplin" kommen zwei Reiter zeitgleich mit einem Bullen auf den Reitplatz gestürmt. Zunächst muß einer der Reiter (Header) den Bullen per Lasso an der Hörnern fangen, woraufhin der zweite Reiter (Heeler) mit seinem Lasso die beiden Hinterbeine fängt. Es war unglaublich toll, das live zu erleben. Natürlich konnten auch Felix und Johanna ihre Lassokünste üben. Felix wurde dabei sogar schon nach seiner Startnummer gefragt. 

Die ganze Athmosphäre der Arena war einfach toll. Wir kamen uns wie Zuschauer aus einer anderen Welt vor. Überall standen Pferdewagen, worin die Besitzer samt ihrer Tiere wohnen, echte! moderne Cowboys standen oder ritten über den Platz und Verkaufsstände boten alle Arten von Lasso, Sporen und Zaumzeug feil. Wir unterhielten uns mit verschiedensten Teilnehmer, die uns dann mit glänzenden Augen berichteten, wieviele Jahre Sie bereits diesen Sport betrieben und wieviele Stunden sie täglich üben, um das Lasso richtig und gezielt zu schwingen. Anfangs taten uns noch die Jungbullen leid, die sich immer und immer wieder einfangen lassen mussten und schon scheinbar völlig selbständig den Weg aus der Arena kannten. Aber von mehreren Seiten wurde uns immer wieder bestätigt, daß es denen besser als auf der Weide ginge, da sie nicht den Weg zum Schlachter antreten müssten. Zumindest trugen alle Bullen eine Art Bandage um die Hörner, um den Zug des Lassos abzumildern. 

01.11.2019 Wickenburg, Arizona

Was macht man in einer echten Westernstadt? Narürlich einen Ausritt durch Kakteenlandschaft auf einer Ranch. Da Micha und ich jedoch nicht so reit- und pferdeaffin sind, gönnten wir nur unseren beiden Kindern dieses Vergnügen, während wir Zwei die Lodge der Ranch und des unmittelbar an die Lodge angrenzende Außengelände erkundeten. Über 90 km² Ranchgelände! Felix und Johanna sind mittlererweile schon gut erprobt im Westernreiten und hatten so wieder einen wunderbaren Ausritt mit Tom, ihrem Guide.

Den Nachmittag verbrachten wir bei warmen 27 Grad Celsius Außentemperatur am Pool des RV-Parks und warteten auf den Beginn des First Month Friday Night Specials - ganz Wickenburg war schon aufgeregt, weil heute Abend hier der Bär steppen sollte. Als wir uns dann dem Trubel anschließen wollten, fehlte nur einer - nämlich der steppende Bär. Also Straßenfeste zu Hause oder in den Niederlanden sind da wesentlich ausgelassener als hier, aber wenigstens die Live-Westernmusik fehlte nicht.