30.09.2019 Bar Harbour, Maine

Und wieder sollte es ein Wandertag werden. Rundweg Jordan Pond mit Aufstieg auf die Bubble Mountains. Der Rundweg um den Jordan Pond (kleinerer See) hatte so das Niveau eines wunderschönen Sonntagsspazierganges, aber der Aufstieg auf einen der Bubble Mountains war der Hammer. Die Bubbles sind zwei gleich hohe Berge in unmittelbarer Nachbarschaft. Eigentlich wollten wir den Weg nehmen, der zwischen den Beiden als Höhenweg verläuft. Wir fanden jedoch nur den Auftsieg zum Gipfel des Einen: Große runde Felsbrocken auf einem Weg, der zwar nur ca. 600 m lang war, aber ein Entfernungsmeter entsprach fast einem Höhenmeter. Das Ende des Weges bildete ein ganz schmaler Aufstieg durch einen Felsspalt. Der Ausblick war jedoch wieder phänomenal!

Nach der Rückfahrt zum Campground erhielten wir Nachricht von Ellen und Bob, dass wir uns morgen früh 08.00 Uhr zum gemeinsamen Frühstück im Frühstücksrestaurant treffen wollen. 

29.09.2019 Bar Harbour, Maine

Wir erlebten die bislang schönste Wanderung unseres Lebens! Die Tour bestand nahezu ausschließlich aus Felsenkraxelei mit berauschenden Ausblicken auf Atlantik und Waldgebiete. Als wir über den North Ridge Trail den Gipfel der Cadillac Mountain erreichten, verschnauften wir kurz bei Blueberry Muffins. Danach stiegen wir über den South Ridge Trail wieder ab, während über uns Adler kreisten. Das mag vielleicht etwas kitschig klingen, aber es war einfach nur wunderschön. 

Obwohl am Visitor Center und sämtlichen Bushaltestellen bärensichere Mülltonnen standen, definierten wir einfach mangels sonst so stets präsentem "You are in bear country"-Schild, dass es hier keine Bären gibt. Deshalb trauten wir uns auch zu wandern. Diese Tour war das absolute Highlight unserer bisherigen Neuenglandreise.

Ab 2/3 des Abstieges gaben wir dann ganz schön Gas, um vom Berg noch bei Tageslicht runterzukommen. Völlig geschafft standen wir in der Dämmerung dann auf der Straße und suchten die naheliegende Bushaltestelle, um wieder zum Visitor Center und von da aus zum Campground zu gelangen. Als wir keinerlei Anzeichen eines noch stattfindenen Busverkehres finden konnten (letzter Bus 16.55 Uhr auf dieser Strecke), bot uns eine Frau an, dass sie uns in Ihrem Privatauto dorthin mitnimmt und das gleich als Ausrede nutzt, um nahe dem Visitor Center Eis zu essen. Sie war anfangs etwas unfreundlich zu uns, da sie bei mir einen New Yorker Akzent (?) feststellte, und aufgrund ihres täglichen Umgangs mit New Yorker Tagestouristen auf diese nicht ganz so gut zu sprechen war. Als wir uns jedoch als Deutsche outeten, hörte sie gar nicht mehr auf, uns Tipps für weitere Ausflüge zu geben.

28.09.2019 Bar Harbour, Maine 

Auf zum Acadia-NP! Wir nahmen den NP-Bus und fuhren bis Sand Beach, um von da aus bis Otter Point über die Steilküstenfelsenfelsen zu klettern. Was für Ausblicke! 

Auf der Rückfahrt sahen wir uns noch im Touri-Städchen Bar Harbour um. Oh, das war nach dem wunderschönen Naturerlebnis doch eher enttäuschend. Das Städchen lebt nur vom Kreuzfahrttourismus und bietet bis auf wenige Ausnahmen nur Kitsch zu überhöhten Preisen an. 

Am Abend wechselten wir noch den Campground, da wir entschieden, noch länger in dieser traumhaften Naturkulisse zu verweilen. Morgen soll ein Wandertag sein!

Zu später Stunde erhielten wir noch eine Email von Ellen und Bob, unseren Nachbarn aus Bath. Sie sind ebenfalls gerade in der Acadia-Gegend angekommen und wollen uns treffen. Das war vielleicht eine Überraschung!

27.09.2019 Naples, Maine -> Bar Harbour, Maine

Am Vortag hatten wir unseren Kühlschrank komplett geleert. Nicht mal für ein weiteres Notfallfrühstück waren noch Zutaten vorhanden. Insofern brachen wir nach dem morgendlichem Paddelausflug auf dem Sebago Lake auf, um ein Frühstücksrestaurant zu suchen. Fälschlicherweise dachten wir, dass wir bei Appelbee's ein solches gefunden hatten. Aber Appelbee's stellte sich eher als Diner statt als Frühstücksrestaurant heraus. Damit bestand unsere erste Mahlzeit am Tag in Spare Ribs, Burger und Nudeln mit Käsesauce. Gekrönt wurde dieses doch recht ausgewöhnliche Frühstück noch von Eiscreme mit Oreo.

Nach langer Fahrt erreichten wir in den Abendstunden unseren bislang häßlichsten Stellplatz. Während nahezu sämtliche vergangen Stellplätze in Neuengland bisher im Wald mit ausreichend Freiraum und wenigen Nachbarn lagen, sind wir hier regelrehct eingekeilt zwischen anderen Wohnmobilen und Wohnwagen. Morgen werden wir herausfinden, ob der Acadia NP hält, was er auf Bildern verspricht und sich damit dieser Platz lohnt. Übringens standen bereits an der Straße in "Imbissrestaurants" und hier auf dem Platz die Lobster-Kochtöpfe. Uns tun die Viecher einfach leid.

Der Acadia NP liegt direkt am Atlantik. Wir standen bereits heute Abend an dessen Ufer. Das war eigentlich genau unser Ziel seit Beginn dieser Reise: Am anderen Ende des Atlantiks anzukommen - nur eben durch eigene Kraft. Wir hadern nach wie vor mit unserer Entscheidung, insbesondere wenn weitere Statusmeldungen von Segelfreunden, welche weiterhin unterwegs sind, eintreffen. Irgendwann werden wir es vielleicht noch einmal probieren, aber bis dahin wird die Triton Ostseewasser unter ihren Kielen haben. 

26.09.2019 Naples, Maine

Wir entschieden, noch einen Tag im Sebago Lake State Parc zu bleiben und die Seele baumeln zu lassen. (Zumindest soweit das nach erfolgtem Lernprogramm möglich war.) Gleich früh am Morgen badeten meine Drei im See, während ich frierend in die Fleece Jacke eingehüllt, die Handtücher aufhielt.

25.06.2019 North Conway, NH -> Naples, Maine

Eigentlich sollte die heutige Fahrt bis zum Acadia National Park gehen. Aber wir hatten tatsächlich nicht mit Naples in Main gerechnet. Dieser wunderschöne Ort lud uns zum kurzen Zwischenstopp ein. Als wir dann so in Richtung Christmas Shop gingen, fiel uns eine Werbung "Seaplanes" ins Auge. Kurzer Blick zwischen uns allen Vieren: Oh ja, das machen wir! Es war fantastisch! Wir schwebten, mit Kopfhörern und Mikrofonen untereinander und mit dem Piloten verbunden, 18 kurze Minuten über der Seenlandschaft rund um Naples. Als und der Pilot dann den Sebago-Lake samt State Parc-Campground zeigte, war sofort klar, daß wir dort die Fahrt zum Acadia-NP unterbrechen.

Der Ort lockte zum Aufbau von Hängematte und Kajak. 

24.09.2019 North Conway, NH

Seit einigen Tagen herrscht hier eine Art Föhn vor, welcher die Tage und Nächte warm werden lässt. So nahmen beide Kinder noch vor dem Frühstück ein Bad im kalten Saco River.

So langsam finden wir auch in amerikanischen Supermärkten einige ausgewählte Frühstückszutaten, die uns einen vielversprechenden Tagesstart zusichern. An Wurst- und Käsetheken, welche nur über eine äußerst schmale Auswahl verfügen, werde ich beim Kauf von jeweils 3-5 Scheiben statt der hier gewöhnlichen 30-50 Scheiben jedoch ein bißchen scheel angeschaut. Das Essen als Selbstversorger kann in den USA für uns Europäer schon zur Gratwanderung werden. Man kann wählen zwischen süß oder fettig, aber immer ohne Geschmack. Wir freuen uns immer, wenn wir italienischen Käse oder Schinken sowie frz. Baguette finden. 

Da wir bei beiden Kindern gestern heftige Verständnisprobleme bei den jeweiligen Schulthemen hatten, galt der Vormittag heute wieder komplett dem home schooling. 

Derzeit bauen die Beiden wieder unser Kajak auf, um damit gleich den Saco River entlangzupaddeln. Micha döst in der Hängematte vor sich hin und ich nutze den hier anliegenden Internetanschluss, um zu bloggen.

23.09.2019 Twin Mountains, NH -> North Conway, NH

Schultag am Bergsee umgeben von sich langsam bunt färbendem Laub und der Gewissheit, dass wir im Schwarzbärengebiet sind (zumindest weisen allgegenwärtige Hinweisschilder stets darauf hin)

Anschließende Fahrt vorbei an Bretton Woods, mit dem Hotel, wo der Gold Standard als Gegenwert für das Geld aufgegeben wurde.

Und später ging die Weiterfahrt durch die Crawford Notch nach North Conway. 

22.09.2019 Twin Mountains, NH

Home schooling wieder am Morgen. Der Lehrerberuf ist bestimmt nicht einer der Einfachsten.  Unsere Schulzeit läuft bislang so ab: Micha und Felix sowie Johanna und ich verteilen uns auf je einen Picknicktische. (Wie es bei Regen oder noch kühleren Temperaturen aussieht, wissen wir derzeit noch nicht.)

Wir versuchen möglichst immer zwei Sachgebeite zu bearbeiten. Zwischendurch fallen uns ab und zu Laubblätter oder Raupen auf die Arbeitsblätter. Und sobald die Moral ganz tief sinkt, erbarmt sich ein Streifenhörnchen (chipmunk) und huscht bei uns vorbei. Diese kurze und absolut niedliche Ablenkung hebt dann die Stimmung wieder etwas. Aber wenn dann irgendwann bei beiden Kindern Verständnis für das soeben durchgesprochene Sachgebiet eintritt, ist der Familienfrieden wieder hergestellt.

Am Nachmittag fuhren wir mit einer ziemlich schrägen (im Sinne von wirklich steil/ schräg) Bahn den Mount Washington hinauf und überblickten bei wunderschönem Wetter die komplette Presidential Range (sämtliche Berge sind hier nach Präsidenten der USA benannt). Oben fegte allerdings ein kalter Wind.

21.09.2019 North Woodstock, NH -> Twin Mountains, NH

Eigentlich sollte der Tag heute wieder mit home schooling beginnen. Da wir jedoch den Campingplatz wegen kompletter Auslastung für diesen Tag verlassen mussten (wir konnten nur noch eine Nacht verlängern), starteten wir mit einem Picknick am Wegesrand in den Tag und erkundeten danach die Flume Gorge.

Am Nachmittag fuhren wir dann noch per Gondel auf einen Berg im Gebiet Franconia Notch und hatten einen richtig guten Rundumblick mit ca. 50 km Fernsicht in alle Rcihtungen: Wald, Wald, Wald.

Das sich hier die Schwarzbären wohlfühlen, können wir uns nur allzu gut vorstellen. Bislang haben wir außer der geschnitzten und der plüschigen Variante noch keinen entdeckt. Wir sind allerdings noch einige Zeit im Schwarzbärengebiet unterwegs. Derzeit sollen die Bären häufig an den Straßenrändern anzutreffen sein, um nach Nahrung zu suchen. 

20.09.2019 North Woodstock, NH

Wenn hier schon das alljährliche Ereignis des Jahres stattfindet, wollten wir es uns auch anschauen. Also fuhren wir zum Parkplatz und ließen uns per Shuttle zum Festgelände bringen. Dort sahen wir mehr Kiltträger und andere schottische anmutende Menschen als wir je in Schottland bislang gesehen hatten. Jeder Clan hatte sein eigenes Präsentationszelt. Zudem gab es schottische Spezialitäten, wozu allerdings auch Bavarian cakes und Nippes aus Skandinavien zählten. Schottland? 

Um dem ganzen schottischen Gewusel dann doch noch zu entfliehen, fuhren wir durch Franconia Notch (Notch = Tal) zum Echo Lake, um dort endlich unser rotes Paddelboot aufzubauen und gemeinsam mit diesem und einem zusätzlich gemieteten Kanu auf dem See unterwegs zu sein. 

Abends kauften wir im Supermarkt von Lincoln/ Woodstock gemeinsam mit vielen "Schotten" im Kilt noch unser Frühstück für den nächsten Tag ein. 

19.09.2019 Bath, NH -> North Woodstock, NH

Nach einem Kurzfrühstück und dem Verabschieden von Ellen brachen wir zur Lost River Gorge (Schlucht) auf. Dort verbrachten wir eine wunderschöne Zeit. Die Eiszeit schuf eine fantastische Schlucht und Felsauftürmungen, wo man nach Herzenlust durchkriechen und sich durchquetschen konnte.

Anschließend fuhren wir zum Lost River Campground, North Woodstock. Beim Check In erfuhren wir, daß sämtliche Campingplätze in der Umgebung gerade komplett ausgebucht sind und wir hier auch nur den letzten Platz für nur eine Nacht erhaschen konnten. Der Grund waren die Highland Games. Ok, bislang dachten wir, die Highland Games finden alljahrlich in Schottland statt. Später wurden wir eines besseren belehrt. Auch hier werden die schottischen Wurzeln der heutigen Amerikaner gehegt und gepflegt. Diese reisen für die Highland Games aus den ganzen USA an. Am Abend hörten wir noch zwei Dudelsackspieler auf dem Campingplatz. Als uns dann jedoch die Melodie "Die kleine Kneipe" als schottische Waise verkauft wurde, fanden wir das dann doch etwas kurios.

Bereits seit dem State Park Campground in Vermont zünden wir jeden Abend bei Anbruch der Dunkelheit ein Lagerfeuer direkt neben unserem Wohnmobil an. Eine Feuerstelle und ein Picknicktisch gehören grundsätzlich zu jedem Stellplatz.

18.09.2019 Bath, NH

Bereits gestern hatten die Kinder den hier angrenzenden Fluß zum Goldwaschen entdeckt. Da sie dabei soviel Spaß hatten, beschlossen wir nach der morgendlichen Schulzeit noch hierzubleiben und wieder Gold zu waschen. Unsere Ausbeute bestand allerdings nur in ganz wenig Goldstaub, kleinen Rubinen und einfach schönen Steinen. Spaß machte es auf jeden Fall! 

Anschließend fuhren wir mit Ellen zu zwei weiteren überdachten Brücken in der unmittelbaren Umgebung. 

17.09.2019 Bath, NH

Home schooling am Morgen und danach fuhren wir zum ältesten general store der USA, an dessen Rückseite sich auch eine der vielen überdachten Brücken befand.

Auf dem Rückweg legten wir wieder einen Stop bei Walmart ein. In dieser Art von Supermarkt kann man neben Lebenmitteln, komplettem Haushaltsbedarf, Elektronik und Inneneinrichtungsdinge auch noch sein Waffenarsenal aufbessern. Falls dann etwas schiefgeht, verfügt der Walmart auch gleich über die entsprechenden Medikamente.

Am Abend luden uns sehr nette Camplingplatznachbarn zu Marsh Mallows mit Crackers und Schokolade ein. Es war ein schöner geselliger Abend mit Ellen und Bob.

16.09.2019 Cooldidge, Vr - Bath, NH

Eigentlich wollten wir heute nur ein ganz kurzes Stück fahren, um an irgendeinem See endlich unser Paddelboot aufzubauen.

Da wir jedoch wieder in Vermont keinen Campingplatz finden konnten, der auf unserer geplanten Strecke liegt und über Stromanschluß verfügt, fuhren wir bis New Hampshire in das Gebiet der White Mountains. Hier fanden wir zwar ebenfalls im Campingplatzbüro eine Schwarzbärenwarnung vor, stehen jedoch mitten auf einer Wiese. 

Unterwegs hielten wir an einem kleinen Imbiss/ Grill, um Burger zu essen. An der Wand sahen wir mehrere unterschriebene DIN A4-Listen. Als wir nachfragten, was das sei, erklärte man uns, das diese ca. 80 Unterschriften alle geschossenen Schwarzbären seit letztem Sommer seien. Jeder, der hier in der näheren Umgebung einen Schwarzbären erlegt, muß diesen in den Imbiss bringen. Dort wird der Bär gewogen und ein Zahn entnommen. Dieser Zahn wird dann mit einem Formular bzgl. des Jagdortes und der Jagdbedingungen an die Universität Montana gesendet.

15.09.2019 Cooldidge, Vr

Nach einer weiteren frostigen Nacht in Neuengland, beschlossen wir, ab sofort für viel Geld zu frieren. Felix meinte: Was tut man nicht alles, um zu frieren! Das gilt derzeit bei uns als Motto des Tages, sollte einer von uns vieren kalte Hände oder Füße haben. 

Als Beginn des Tages fotographierten Johanna und ich die gesamte Gegend um das Wohnmobil und die vorherrschende Flora. Nach dem Frühstück im Grünen beschlossen wir, heute einen ausgiebigen Schultag einzulegen. Aus einer geplanten Wanderung am Nachmittag wurde dann wegen der in unseren Augen zu hohen Schwarzbärenfrequenz nur ein kurzer Spaziergang den Berg hinunter zu einem ausgiebigen Frisbeespiel.

14.09.2019 Contoocook, NH - Cooldidge, Vr

Eigentlich wollten wir unser Paddelboot an dem See in Contoocook aufbauen, um den Tag hier zu verbringen. Aber die der hiesige Halloween-Zeitplan des gesamten Wochenendes ließ uns dann doch das Paddelboot nicht auspacken und stattdessen das Wohnmobil zusammenpacken, um nach Vermont zu fahren. Vermont gilt als grüner Staat und unsere Papierkarte wies viele überdachte Brücken auf.

Kurz nach Passieren der Staatsgrenze nach Vermont hielten wir an einem wirklich außergewöhnlichen general store. Hier gab es neben dem allgegenwärtigen Toastbrot auch ein paar lokale Schmankerl, sowie karierte Flanell-Outdoorhemden und Waffen aller Art. Die damit zu jagenden Tiere hingen ausgestopft an den Wänden. Auch ein stattlicher Indianerschmuck fehlte nicht.

Es sollte jedoch ziemlich schwierig werden, in Vermont einen Campingplatz zu finden. In den USA dürfen Wohnmobile nur ausschließlich auf Campingplätzen über Nacht stehen. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit half uns noch ein Verkäufer eines Outdoorladens einen State Park mit Campingplatz zu finden. Hier hatten wir allerdings nur einen Stellplatz ohne Strom, Wasser und WLAN. Dennoch war dieser Platz wunderschön. Ein Höhepunkt unserer bisherigen Reise! Wir standen mitten in den Green Mountains, um uns herum in jede Richtung nur Wald und ... - Schwarzbären! Ja, auch der Park Ranger versicherte uns, dass es zwar äußerst selten zu Bärenbegegnungen käme, aber dennoch das hier Schwarzbärengebiet sei. Oh, der Weg zu den Sanitäranlagen war im Dunklen schon mächtig weit.

13.09.2019 Dover, NH - Contoocook, NH

Eigentlich wollten wir in Dover einen Tag bleiben, als uns jedoch früh am gegenüberliegenden Camper eine Schaufensterpuppe entgegenschaute und auch sonst für unseren Geschmack etwas zuviel Müll rumlag, packten wir unsere 7 Sachen und zogen weiter. Mittlererweile verfügten wir über eine New Hampshire Papierkarte. In einem Walmart besorgten wir noch ein Navigationsystem. Unsere Handys funktionierten hier nämlich nicht. Wir hatten und haben immer noch keinen Zugriff auf mobile Daten und sind insofern vom Internet abgeschlossen. Und das in einer Welt, wo man bei der Frage nach Papierkarten schon ziemlich schief angeguckt wird und der Gegenüber glaubt, er hätte grüne Marsmännchen vor sich. 

Auf dem Weg nach Contoocook, NH fand ich in der Papierkarte einen Hinweis auf ein Shaker-Museumsdorf. Kurz den Umweg gefahren, um mit Canterbury und dem Shakerdorf endlich ein Ankommen in den USA für uns zu erreichen. Ja, physisch sind wir nun schon ein paar Tage in diesem Land. Unsere Seele weilt aber noch in Frankreich. 

Die Shaker waren eine mittlererweile ausgestorbene Glaubensgemeinschaft, die in einigen Orten in NH lebte. Sie glaubten an gemeinnütziges Eigentum, Gleichberechtigung, Gewaltfreiheit und gottgefälliges Handeln. Für Johanna war das eine Lektion Sachunterricht live, da wir in Boston gerade das Sachunterrichtskapitel "Schule, Arbeiten und Leben früher" durcharbeiteten.

In Contoocook erwartete uns dann die erste überdachte Brücke, wovon wir noch viele weitere in Neuengland sehen wollten. Allerdings erwartete uns auch ein Campingplatz, welcher sich gerade auf Halloween intensiv vorbereitete. Dazu muß ich sagen, daß wir weder in der Stimmung für Halloween waren noch sind wir große Fans dieses Festes. 

Felix spannte dennoch erstmals unsere Hängematte auf. Die Kinder hatten den ganzen restlichen Abend noch viel Spaß darin.

12.09.2019 Boston, MA - Dover, NH

Und wieder riefen wir uns ein Taxi, welches uns ins ca. 1 Stunde entfernte Lakeville zur Wohnmobilmietstation bringen sollte. Der erste Versuch war eine Kategorie Smart, obwohl wir unsere Gepäckmasse bei der Taxibestellung mit angegeben hatten. Der zweite Versuch klappte. Aber er klappte auch nur bzgl. der Gepäckunterbringung: Nachdem wir ca. 1 Stunde in die falsche Richtung gefahren sind, schaltete der Taxifahrer sein Navigationsgerät an und versuchte nun den eigentlichen Weg zu finden. Er hatte absolut keinen Plan! Uns kam es vor, als ob er frei nach dem Motto "erstmal losfahren, später korrigieren" unterwegs ist. Zum Glück hatten wir aus der ersten Panne gelernt und nun im Vorhinein einen Festpreis vereinbart. Irgendwann setzte er uns vor der Vermeitstation ab. Just in diesem Augenblick kam dort ein deutsches Ehepaar an, die gerade ihr Wohnmobil zurückgeben wollten. Also holten wir uns noch schnelle ein paar Tipps. Nach deren Empfehlung und einem ersten Verproviantieren  fuhren wir dann ca. 2,5 Stunden nach Dover in New Hampshire. 

Kaum hatten wir die Staatsgrenze zwischen Massachusetts (MA) und New Hampshire (NH) überquerte, begrüßten uns direkt am Fahrbahnrand mehrere Murmeltiere. Nun hatten wir jedoch weder ein Navigationssystem noch eine Straßenkarte im Auto. Also fuhren auch wir ohne einen Plan durchs Land. 

11.09.2019 Boston, MA

Erneute Zuckeraufnahme zu Beginn des Tages und dann Weiterfürung des home schooling. Danach versuchten wir Boston doch noch etwas freundlicher als am Vortag in Erinnerung behalten zu können. Wir liefen den Freedom Trail, welcher komplett durch die Innenstadt von Boston führt entlang und verbrachten viel Zeit in den Bostoner Parks.

10.09.2019 Boston, MA

Ein neuer Tag in Boston konnte beginnen. Zunächst freuten wir uns auf das Frühstück. Aber was war das? Zuckeraufnahme pur. Das Frühstück bestand aus Toast und Waffeln mit Marmelade, Ahornsirup und Erdbeersoße sowie bereits geschälten kalten hartgekochten Eiern. Das Ganze konnte auf Papptellern mit Plastikbestek und Plastikbechern vom Buffett geholt werden. Selbst die Kinder sehnten sich bereits nach dem 2. Frühstück dieser Art am Folgetag nach einem ordentlichen herzhaften Frühstück mit Geschirr und Metallbesteck. Die Frühstücksentsorgung fand dann natürlich in riesengroßen Abfallbehältern statt. Als wir uns tags darauf mit einem Amerikaner unterhielten und irgendwann die Wegwerfart der Essensaufnahme ansprachen, war das Gespräch ganz schnell beendet, als er uns noch mit seinem Kaffeebecher vorführte, wie praktisch er diese Art findet.

Nun sollte uns Micha "sein" Boston zeigen, wo er vor ca. 20 Jahren eine Sprachschule besucht hatte. Aber irgendwie sollten sich unsere Kinder nur wundern, warum Micha von Boston so schwärmt, wie ich vorher von England geschwärmt hatte. Vielleicht hatten wir aber auch nur noch nicht die richtigen Augen für diese Stadt, weil uns jeder Gedanke an die Triton und die vergangene Segelzeit unendlich traurig machte. Um nicht ganz zu versauern, buchten wir in einem Reisebüro ein Wohnmobil, um damit in den folgenden Tagen die Neuenglandstaaten zu entdecken, schließlich war ja gerade Indian Summer. 

09.09.2019 Cherbourg/ Fr - Boston; MA USA

Ganz früh erwartete uns unser Taxi an der Marina. Wegen des vielen Gepäcks (für Winter und Sommer gleichzeitig) bestellten wir uns das Taxi direkt an den Steg. Der Abschied von der Triton tat sehr sehr weh. Schnell noch die letzten Croissants am Bahnhof gekauft und ab in den Zug nach Paris St. Lazare. Von dort nahmen wir uns wiederholt ein Taxi zum Flughafen. Wir schafften es nicht mit unserem vielen Gepäck noch weitere 2 mal den Zug bzw. die Metro zu wechseln, um zum Flughafen zu kommen. Der Taxifahrer kam und meinte mit einem Blick auf unser Gepäck: "Ich denke, das bekommen wir hin." Er bekam es tatsächlich in sein Auto gestopft, aber unsere zwei Paddel teilten während der ganzen Fahrt den Fahrgastraum. Am Flughafen erfuhren wir, dass unser Flug, der erst 18.30 Uhr starten sollte, 3 Stunden Verspätung hat. Während der ganzen Wartezeit ließen wir uns Erlebnistipps von einer Bostonerin geben.Trotz 7,40 Stunden Flugzeit kamen wir 23.15 Uhr in Boston an. Und wieder nahmen wir uns mittlererweile total übermüdet für die 9 km zu unserem Motel ein Taxi. Aber der Taxifahrer schaffte es tatsächlich für diese kurze Strecke ca. 1 Stunde ohne Stau zu benötigen. Wir sahen die Skyline von Boston auf der Fahrt von jeder nur erdenklichen Seite. Obwohl das Navigationssystem ihm mehrfach riet abzubiegen, fand er immer wieder eine Möglichkeit, die Strecke doch noch zu verlängern. 

08.09.2019 Cherbourg/ Fr

Packtag, Unser Paddelboot muß mit. Insofern werden wir am 09.09. zu viert mit 5 großen Koffern, 2 Paddeln und 5 Rucksäcken in die USA starten. Später wird sich herausstellen, dass wir einfach viel zuviel Gepäck dabei haben.

07.09.2019 Cherbourg/ Fr

Um irgendwie aus unserer aktuellen Lethargie und Traurigkeit rauszukommen, sind wir zwei Großen heute mit den Rollern der Kinder zum Bahnhof und durch den Supermarkt gefahren. Ja, wir sind tatsächlich mit zwei Rollern durch einen frz. Supermarkt gefahren. Zumindest in unserem Alter waren wir die einzigen Rollerfahrer. Abends unternahmen wir vier noch eine wunderschöne Dingitour durch den Hafen. Morgen müssen wir noch die letzten Sachen packen und unsere liebgewonnene Triton für die Übergabe vorbereiten. Dann heißt es endlich nach einer Woche vollen emotionalen Abwägens Abschied nehmen von ihr und wieder in eine Zukunft neuer Abenteuer zu starten.

Es ist nicht einfach, aus einem jahrelang gehegten Traum zu erwachen, weil man erkennen muss, daß die Vorbereitung darauf nicht ausreichend war. Auf der bisherigen Tour Arnis/ D - Cherbourg/ Fr mussten wir dies aber feststellen. Der nahende Übergang des Sommers in den Herbst gibt uns auch keine Zeit mehr für weitere Versuche. Wir können auf der Biskaya einen wunderschönen Spätsommer mit vorm Bug spielenden Delfinen erleben. Genauso gut ist es aber möglich, daß sich erste Herbststürme ankündigen. Bislang hatten wir keine lebensbedrohliche Situation auf See erlebt. Aber wäre uns das Glück auch weiterhin hold? Wir haben unsere eigenen Grenzen erkannt und handeln nun danach. Wichtig ist uns, nicht aufzugeben und den Traum einer gemeinsamen Auszeit weiterzuleben.

04.-06.09.2019 Cherbourg/ Fr

Oh, heute fällt es mir schwer, diesen Blog zu füllen. Auch die letzten Tage hat der Blog deshalb geruht. Aber die, die wissen warum ich nichts geschrieben habe, haben mich sehr ermuntert, den Blog weiterzuführen. Was ist passiert?

Im letzten Blog schrieb ich noch, dass wir einen Profiskipper für die Biskaya-Querung an Bord bitten wollten und uns ein Segelfreund eher und länger als ursprünglich geplant begleiten sollte. Nun ist alles anders. Die Profiskipper (wir fragten insgesamt mehr als 5 unterschiedliche Menschen an) haben uns allesamt zeitlich abgesagt, ebenso konnte der Mitsegler seine Zeit mit uns leider doch nicht verlängern. Es sollte halt nicht sein. Aber auch ohne diese Absagen hatten wir uns immer und immer wieder darüber ausgetauscht, ob wir bereits eine so perfekte Crew sind, wie sie der Atlantik erfordert.

Warum hatten wir uns für eine Auszeit entschieden:

1. Wir wollten Zeit zu Viert in Familie verbringen.

2. Wir wollten den Kindern die Schönheit der großen weiten Welt zeigen und gemeinsam neue Ufer erkunden.

3. Wir wollten segeln, um der Seele Zeit zu geben, mitzukommen.

Was hatten wir aber bislang erlebt:

1. Sofern es Mahlzeiten auf See gab, kümmerte sich an Bord aufgrund meiner Seekrankheit jeder um sich selbst. Da wir immer ziemlich lange unterwegs waren, hatten wir auch nahezu keine gemeinsamen Abende bei Wein oder Brettspiel, sondern verzogen uns in der Regel völlig müde in die Kojen.

2. Wir stoppten in Hafenstädten mit sehr großen Marinas. "Hyggelige" Häfen wie wir sie von Dänemark und Schweden kannten, gab es auf dieser Route nicht. Die Kinder lernten Belgien, England und Frankreich von einer Seite kennen, die wir nie freiwillig ohne Segel angesteuert hätten. Wir hatten dafür gemeinsam viele andere schöne Momente (Aktivitäten der Kinder an Bord, Dingifahrten in den Häfen.)

3. Ja, wir segelten. Aber wir mussten jedoch feststellen, daß unsere Crewperformance nicht so gut wie erhofft ist. 

Der Verstand hat deshalb entschieden, für diese Art der Auszeit die "Pause"-Taste zu drücken. (Das Herz ist mehr als uneins mit dem Verstand.)

Heute sagte uns ein Segelfreund zu, die Triton alsbald in die Niederlande zu überführen und "einzuwintern", bis wir sie im Frühjahr 2020 wieder zu neuem Leben erwecken. Und: wir buchten einen Flug für Montag nach Boston, USA. Der Plan ist, im Frühjahr 2020 aus den USA zurückzukehren und unsere Auszeit, die wir mit der Triton begannen, auch wieder mit der Triton zu beenden. Es locken die Niederlande, Nord- und Ostsee, Kattegat und vielleicht der ein oder andere Fjord. Vielleicht treffen wir dort im Sommer auch unsere langjährigen Segelfreunde wieder? 

In der Vergangenheit verbrachten wir schöne Urlaube in Familie in Ferienhaus, Wohnmobil und Segelboot. So soll nun auch unsere Auszeit gestaltet werden: Ferienhaus, Wohnmobil und Segelboot. In den USA wollen wir uns einfach ohne Ziele, ohne Hatz treiben lassen. Wer weiß, wohin uns die Straße führt...

02./03.09.2019 Cherbourg/ Fr

Zwei Tage sehr emotionaler Familienrat voller Zweifel liegen hinter uns. Aber nun der Reihe nach. In der Nacht vom 01. zum 02. hatte ich regelrechte Angstpsychosen den weiteren Verlauf unserer Reise betreffend. Meine Familie wachte morgens auf und wollte nach Guernsey starten. Als sie von meinen Ängsten hörte, war guter Rat teuer. Aus Respekt vor der Natur war blanke Angst geworden.

Ich wollte gern die Reiseart ändern. Am Anfang des Blogs hatten wir mal geschrieben, wir segeln soweit der Wind uns trägt. Nun könnte es eben sein, das der Wind uns nur bis Cherbourg getragen hat. Die USA stand trotzdem weiterhin zur Diskussion, nur eben nicht unter Segeln.

Johanna sagte ebenfalls kleinlaut, dass sie Angst vor den Wellen hätte. Micha war einfach nur traurig. Felix überraschte uns wieder einmal komplett. Er kämpfte wie ein Stier für das Weiterleben unseres so viele Jahre lang gehegten Traumes. So kämpferisch hatten wir unseren Sohn noch nie erlebt. Ich hatte ihm in der Vergangenheit oft vorgeworfen, sich zu sehr treiben zu lassen und keine Ziele zu verfolgen.

Micha fragte Segelfreunde, Segellehrer und Werftschefs an, ob sie die Triton nach Deutschland zurücküberführen könnten. Wir bekamen neben den Zu- und Absagen auch unheimlich viel Zuspruch. Vielen vielen Dank allen Beteiligten!

Nach langer wirklich sehr emotionaler Diskussionszeit in Familie sind wir nun heute Nachmittag zu folgender Entscheidung gekommen:

1. Wir werden in den nächsten Tagen ab Cherbourg einen Profiskipper an Bord holen, welcher mit uns die Triton bis Portugal überführt. Sollte einer von uns eher aussteigen wollen, werden wir ohne weitere Diskussion die Reiseart ändern und die Welt per Wohnmobil weiter entdecken. Ziel ist es jedoch, von diesem Profiskipper zu lernen. Nun ist die Biskaya vielleicht nicht das beste Schulungsrevier, aber vielleicht brauchen wir auch einfach nur Wärme sowie Wind und Welle mal von hinten, um die Stimmung an Bord zu heben. Hier ist es einfach nur sehr sehr kalt. Wir hatten eine Heizung an Bord. Durch die vielen Einsätze an den Motoren sind die Heizungsrohre in Mitleidenschaft geraten, welche wir nicht wieder ersetzten. Wir wollten ja schließlich immer mit dem Sommer in die Wärme segeln. Wir schlafen abends frierend ein und wachen morgens umgeben von Kälte wieder auf. Dazu kommt, daß wir außer an der engl. Südküste kein warmes Seewetter hatten. Diese Zeiten waren jedoch gekennzeichnet von Flaute und daher der ewige Motorenlärm ein steter Begleiter.

2. Unser Segelfreund, welcher uns auf dem Törn Kanaren - Kapverden begleiten sollte, bot an, uns eventuell schon eher zu unterstützen und auch bis in die Karibik an Bord zu bleiben. Danke! Mir ist damit eine unheimliche Last von den Schultern genommen. Auch falls ich ausfallen sollte, hat Micha eine Wachablösung an Bord.

3. Ich trinke ab sofort morgens und abends eine ganze Zitrone, um ein VitaminC Depot gegen die Seekrankheit aufzubauen. Nach dem Motto geteiltes Leid ist halbes Leid, unterzieht sich meine ganze Familie auch diesem Prozedere.

Zusatz: Gestern Abend telefonierten wir noch mit einem befreundeten Segelpärchen und baten um Rat. Nach Zuspruch und Hoffnungsvermittlung sagten diese mir jedoch, daß man 23.30 Uhr keine rationale Entscheidung mehr treffen kann. Uups, uns war nicht bewußt, daß wir um diese Uhrzeit noch immer berieten.

01.09.2019 Cherbourg/ Fr

Törnberatung von einem britischen Ex-ARC Teilnehmer 2007: Dieser war noch immer völlig begeistert von seiner damaligen ARC-Teilnahme und übertrug eine große Vorfreude auf uns. Gemeinsam mit ihm teilten wir die Wegstrecke bis zur Biskaya in kleine Tagesetappen, die jedoch alle aufgrund der starken Strömung und der felsigen zerklüfteten Küste recht anspruchsvoll zu sein scheinen.

Morgen wird eine neue Schwierigkeitsstufe für uns beginnen: Navigation im Gezeitenrevier bei Springtide

Wir sind zwar schon längere Zeit im Gezeitenrevier unterwegs, aber ab jetzt könnten wir es an der frz. Küste mit Strömungen bis zu 8 kn zu tun bekommen. (Unter Motor fahren wir gerade mal 5 kn.) Insofern obliegt der Start- und Wegpunktzeitberechnung eine besondere Aufmerksamkeit. Die nächsten Etappen lassen uns den Atem anhalten. Bei Springtide sind die Strömungen besonders hoch, da die Amplitude der Tide besonders hoch ist. Dem entgegen sind bei Nipptide die Amplituden eher besonders gering. Nur leider ist die nächste Nipptide erst Ende September und wir müssen vor Beginn der Herbststürme über die Biskaya.

Ziel für morgen: Guernsey, falls wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, ansonsten treibt uns die Strömung an Guernsey vorbei (zu meinen Pinguinen)

Übrigens haben wir bislang schon so viele Pinguine gesehen. Mir ist noch nie aufgefallen, wo diese kleinen Kerle so alles verteilt sind: in Scheveningen (im SeaLife Center), in Nieuwpoort (die rote Version als Kunstwerke im Hafen- und Innenstadtbereich), in Yarmouth (als Plastik auf der Hafenmole) - und überall habe tatsächlich ich auch gesteuert!